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© Will Thomas / Fotolia.com
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Wände verputzen

« So machen Sie es sich leicht »

Putz ist notwendig, um an der Wand eine glatte Oberfläche zu schaffen. Die Innenwände werden geschützt und die Feuchtigkeitsregulation wird verbessert. Dübellöcher und feine Risse lassen sich noch mit Spachtelmasse einfach wieder verschließen und mit etwas Farbe unsichtbar machen. Bei größeren Fehlstellen allerdings, wie beispielsweise nach dem Verlegen von Rohren und Leitungen, ist dies oft nicht mehr so einfach möglich. Auch bei einem noch unverputzten Neubau oder einem komplett renovierten Altbau brauchen die Wände einen neuen Putz. Damit das Ergebnis hinterher auch eben ist und Ihren Vorstellungen entspricht, sollten einige Punkte beim Verputzen beachtet werden.

Verschiedene Putzsorten

Wenn Sie eine Innenwand verputzen wollen, steht Ihnen heutzutage eine große Auswahl an verschiedenen Putzsorten und -arten zur Verfügung. Doch welcher ist der Richtige? Putz besteht grundsätzlich aus Mörtel und unterschiedlichen, meist mineralischen, Bindemitteln. Je nach zugesetztem Bindemittel unterscheiden sie sich von den Eigenschaften und Anwendungsbereichen:

  • Gipsputz reguliert die Feuchtigkeit im Raum, indem er übermäßige Feuchtigkeit aufnimmt und diese bei Bedarf wieder abgibt.
  • Kalk- und Kalkzementputz wirkt stark alkalisch. Er desinfiziert und verhindert Schimmelbefall. Da er stark ätzend ist, achten Sie bei der Verarbeitung darauf, dass er nicht mit Ihrer Haut in Berührung kommt. Waschen Sie die entsprechenden Stellen gegebenenfalls umgehend mit reichlich Wasser ab. Durch seine Eigenschaften eignet er sich zum Verputzen von Wänden in Bädern und anderen Feuchträumen.
  • Lehm- und Lehmgipsputz quillt bei Feuchtigkeit auf. Er wirkt somit feuchteregulierend und speichert Wärme.

putz-und-fugenplatte-rechts-rostfrei-blaues-heftAußerdem wird zwischen Ober- und Unterputzen differenziert. Grundputz, oder auch Unterputz, wird zum ebenen Verputzen der Wandfläche verwendet. Er dient als Grund für Tapete, Farbe oder Dekorputz. Dekorputze gehören zu den Oberputzen und werden, wie der Name schon sagt, zur Oberflächengestaltung eingesetzt. Die meisten Putzarten werden in trockener Form angeboten. Durch den Zusatz von Wasser entsteht der verarbeitungsfertige Putzmörtel. Es gibt aber auch schon fertig angemischten Putz, der direkt verarbeitet werden kann.

Materialien und Werkzeuge

Um eine Innenwand verputzen zu können, werden verschiedene Materialien und Werkzeuge benötigt. Diese sollten alle bereitliegen, damit der feuchte Putzmörtel zügig und gleichmäßig aufgebracht werden kann. Ansonsten kann es zu Unebenheiten oder sichtbaren Ansätzen in der Oberfläche kommen.

  • Putz
  • Spachtelmasse, Füllstoffe
  • Mörtel
  • Grundierung
  • Klebeband und Folie
  • Putzprofile
  • Spachtel
  • Maurerkelle
  • Glättekelle
  • Reibebrett
  • Mörtelkübel oder Eimer
  • Malerquast oder Rolle
  • Bohrmaschine mit Mörtelrührer
  • Wasserwaage
  • Abziehbrett oder Kartätsche

Untergrund vorbereiten

Damit Spritzer und Kleckse, nicht zu unschönen Beschädigungen führen, sollte in die Vorbereitung ein wenig Zeit investiert werden. Der Fußboden im Arbeitsbereich wird mit stabiler Folie oder Malervlies abgedeckt. Fußleisten, Holzbalken und angrenzende Bauteile wie Fenster und Türen werden mit Malerkrepp und, falls nötig, zusätzlich mit Folie abgeklebt.

Vor dem Innenwand verputzen ist es wichtig, dass der Untergrund trocken und fest ist. Alte, lose Putzreste werden vorsichtig mit Hammer und Meißel entfernt. Es dürfen keine Ausblühungen vorhanden sein. Risse, Bohrlöcher und Schlitze müssen mit Spachtelmasse verschlossen werden. Schimmel, lose Teile wie Anstriche und Tapeten sowie Verschmutzungen werden entfernt.

© Michael Schütze / Fotolia.com
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Anschließend wird die Grundierung volldeckend auf eventuell unterschiedlich saugende Untergründe wie Gipskartonplatten, Beton, Altputze mit einer Malerrolle oder einem Quast aufgebracht. Sie ist nicht sichtbar und sorgt für eine bessere Aufnahmefähigkeit des Untergrunds. Nach dem Aufbringen dürfen keine Unterschiede mehr sichtbar sein.

Die Trocknungszeit der Grundierung beträgt etwa einen Tag. Wichtig ist, dass beim Kauf bereits darauf geachtet wird, dass Grundierung und Putzsorte aufeinander abgestimmt sind.

zahnspachtel-c2-holzruecken-6x6x250-mmProfile setzen

Eckprofile sollten an Ecken und Kanten gesetzt werden die mitverputzt werden. Dazu den Putzprofilmörtel nach Angaben anmischen und in kleinen Mengen an den Kanten der Wand auftragen. Dann das Profil mit einer Richtlatte ausrichten und andrücken. Überschüssigen Mörtel mit einer Kelle oder einem Spachtel glattstreichen.

Putzprofile, auch als Putzlatten oder Putzschienen bezeichnet, werden zur maßlichen Orientierung beim Verputzen verwendet. Sie sorgen dafür, dass eine möglichst plane Putzfläche entsteht, die vollflächig die gleiche Dicke aufweist. Putzprofile werden genauso wie Eckprofile mit Putzprofilmörtel, exakt senkrecht stehend, an der Wand befestigt. Zur Ausrichtung wird eine Wasserwaage verwendet. Für die Befestigung der Putzprofile reicht es aus, wenn der Mörtel punktuell zum Einsatz kommt. Die Schienen werden in den aufnahmefähigen Mörtel gedrückt und fixiert. Der Abstand zwischen den Putzprofilen sollte 1 bis 1,5 Meter betragen. Die genannten Profile verschwinden später vollständig unter der Putzschicht.

Anrühren

Bevor es mit dem Verputzen losgehen kann, wird nach Herstellerangaben in einem Eimer oder Mörtelkübel der Putz mit sauberem Wasser angerührt. Das Mischen mit Maurerkelle in einer Schubkarre führt oft zu einer nicht homogenen Putzmasse. Am einfachsten geht das Ansetzen und Vermischen mit Bohrmaschine und Mörtelrührer. Wichtig – der Mörtel wird in das Wasser gegeben, nicht umgekehrt.

© stockphoto-graf / Fotolia.com
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Sobald die Masse klumpenfrei vermischt wurde, lässt man sie für etwa 30 Minuten quellen. Anschließend wird der Putzmörtel noch einmal etwa 5 Minuten kräftig durchgerührt.

deckenbuerste-holzkoerper-synthetik-borste-in-buendeln-170x170-mmInnenwand nässen

Bevor die erste Putzschicht aufgetragen wird, sollte die Wand genässt werden. Dazu wird mit einem Quast Wasser an die Wand gespritzt. Seien Sie dabei nicht zu zaghaft. Hierdurch wird verhindert, dass die Wand den Wasseranteil des Putzmörtels frühzeitig aufnimmt und so zu ungleichen Flächen oder Rissen führt.

Erste Schicht

Die erste Putzschicht, die etwa 1 cm stark sein sollte, dient dem groben Ausgleich von Unebenheiten. Es handelt sich hier um den Unterputz. Meist wird mit der Maurerkelle oder einem Spachtel der Putz mit einer schwungvollen Armbewegung gefühlvoll an die Wand geworfen. Dies hat den zusätzlichen Vorteil, dass der Mörtel so auch in feine Risse und Schlitze eindringt. Da dies einige Übung erfordert, können Sie den maurerkelle-g-h-rostfrei-2k-ergo-180-mmPutz aber alternativ auch mit einer Glättkelle aufbringen. Wenn 2 bis 3 Quadratmeter Putzmörtel aufgebracht wurden, erfolgt das Glattstreichen mit einer Glättkelle. Nachdem alles aufgetragen ist, muss eine Trocknungszeit von einigen Stunden eingehalten werden.

Zweite Schicht

glaettekelle-blatt-gebogen-mit-soft-griff-280x130x07-mmNachdem die erste Putzschicht getrocknet ist, erfolgt das Aufbringen der zweiten Schicht, dem Oberputz. Dazu wird die Wand wieder genässt. Die zweite Putzschicht wird direkt mit einer Glätt- oder Maurerkelle aufgetragen. Dazu wird nur eine kleine Menge der Putzmasse mit der Kelle aufgenommen und direkt auf die Glättkelle gegeben. Beim Auftragen wird die Maurerkelle leicht schräg gehalten. So verputzen Sie Schritt für Schritt die gesamte Wand. Die Dicke der Putzschicht ergibt sich durch die Putzprofile, sollte aber bei maximal 1 cm liegen.

reibebrett-pu-schaum-32x18-cmGlattziehen

Sollte das Ziel eine glatte Oberfläche sein, wird die ganze Wand, nachdem sie komplett eingeputzt ist, gleichmäßig mit einer Kartätsche oder einem Abziehbrett geglättet. Dabei wird das Abziehwerkzeug gleichmäßig an der Wand entlang gezogen. Wenn Sie Struktur- oder Reibeputze verwenden, sieht der letzte Schritt beim Verputzen etwas anders aus. Nach Antrocknen erfolgt das Einbringen der gewünschten Struktur mit einem Reibebrett.

titan-farbroller-type-48Alternativ werden im Handel auch noch dünnflüssigen Streich- oder Rollputzen angeboten. Diese werden mit einem Quast oder Malerrolle aufgetragen. Der fertig verputzte Raum sollte einige Tage gelüftet werden, damit das Wasser im Putz komplett verdunsten kann.

Erst danach kann die Wand weiter bearbeitet, beispielsweise gestrichen, tapeziert oder verspachtelt werden.

Werkzeuge reinigen

Damit Sie die Werkzeuge auch für zukünftig anstehende Aufgaben verwendet werden können, sollten sie mit ausreichend Wasser gereinigt werden. Wenn der Putz auf Maurerkelle oder Spachtel erst mal getrocknet ist, lässt er sich fast nicht mehr entfernen.

Kann jeder selbst verputzen?

Als Hobbyhandwerker selbst eine Innenwand verputzen ist gar nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick scheint. Seien Sie bei der Planung aber realistisch und schätzen Ihre Fähigkeiten richtig ein. Denn letzten Endes entscheidet das Ergebnis.