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Warmluftheizung im Einfamilienhaus

« Ist das Heizsystem veraltet oder noch rentabel? »

Der Wunsch vieler Eigenheimbesitzer ist es, mit ursprünglicher Klimatechnik zu heizen. Dadurch ist die Nachfrage nach Heizungen, die mir erwärmter Luft arbeiten, zuletzt stark angestiegen. Handelt es sich dabei lediglich um einen vorübergehenden Trend oder kann der Einsatz einer Warmluftheizung im Einfamilienhaus auch langfristig überzeugen? Diese und andere relevante Fragen werden wir Ihnen beantworten.

Vom Hochadel über das Museum zurück ins Einfamilienhaus

Der erste nachgewiesene Einsatz von Warmluftheizungen geht bereits auf das 12. Jahrhundert zurück. So konnten bei Grabungen im Umkreis der Kaiserpfalz Ingelheim, der Thronhalle, der Burg Dankwarderode in Braunschweig sowie der Neuenburg bei Freiburg entsprechende Anlagen freigelegt werden. Selbstverständlich unterschied sich die seinerzeit verwendete Technik noch von derer moderner Heizungen. Die Grundidee und der Aufbau waren allerdings identisch: Ein zentraler Brennkessel, der mehrere Räume über Warmluftkanäle beheizt. Die Ofenwände waren mit Becherkacheln auslegt, die in eine dicke Lehmschicht eingebettet waren. Diese Bauweise fand bis ins späte Mittelalter Anwendung, war bis dahin jedoch vor allem höhergestellten Mitgliedern der Gesellschaft vorbehalten. So wurde dieses Heizsystem erst nach dem Einsetzen der industriellen Revolution zum Massenprodukt. Ein klassisches Modell jener Ära ist bis heute funktionstüchtig und kann in der Villa Hügel in Essen besichtigt werden. Das Ende dieser Heizungsform schien schließlich gekommen, als der Markt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von zahlreichen Konkurrenzsystemen geflutet wurde. So galt die Anwendung einer Warmluftheizung im Einfamilienhaus von da an als rückständig und ineffizient, weshalb die Technik zusehends im Industriesektor und sogar im Museum verschwand. Doch die neuen Vorschriften hinsichtlich der Dämmung von Wohnhäusern bescherten der Warmluftheizung ein kaum noch für möglich gehaltenes Comeback. So rüsten immer mehr Besitzer von Einfamilienhäusern ihre Heizung auf die altbewährte Klimatechnik um.

Ein Heizungsschacht, wie er bei Warmluftheizungen typischerweise vorkommt
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Wie funktioniert ein Heizsystem mit warmer Luft?

Das Heizsystem, das bei einer Warmluftheizung zum Einsatz kommt, lässt sich am besten als Direktsystem umschreiben. Grund dafür ist, dass es keinen Zwischenspeicher, wie etwa Nachtspeicheröfen benötigt. Doch zunächst gilt es bei diesem System zwischen zwei Bauformen zu unterscheiden: Dem Betrieb mit Umluft und der Variante, der ständig Frischluft zugeführt wird, was sich jedoch nur geringfügig auf die Grundfunktionen auswirkt. So rührt die Leistung einer Warmluftheizung von einem Brenner her, der entweder von Öl, Holz oder Gas angetrieben wird, es gibt mittlerweile aber auch Modelle, die mehrere Brennstoffarten nutzen können. Die vom Brenner erzeugte Energie wird an die Zuluft übertragen, die sich im Umluftbetrieb direkt aus der vorhandenen Wohnungsluft speist, indem diese von einem kleinen Gebläse angesaugt wird.  Die angesaugte Luft erwärmt sich und wird der Wohnungsluft dann anschließend wieder zugeführt. Dass die Heizung dabei nicht immer dieselben Luftmengen ansaugt, ist aufs Schwerkraftprinzip zurückzuführen.

WARMLUFTERZEUGER KROLL 95S STATIONÄR

So weisen kalte Luftschichten eine höhere spezifische Dichte als erwärmte auf, weshalb die Abluft einer Warmluftheizung in geschlossenen Räumen zur Decke aufsteigt und damit die kalten Luftschichten dem Gebläse zuführt.

Auf diese Art entsteht ein geschlossener Luftkreislauf, der die gesamte Raumluft gleichmäßig erwärmt. Per Frischluft betriebene Modelle verfolgen eine andere Strategie. Dieses Heizsystem bezieht ihre Zuluft aus der Umgebungsluft des Gebäudes, was im Vergleich zum Umluftbetrieb einen deutlich höheren Energieverbrauch zur Folge hat, weil diese Luftmassen zwangsläufig erheblich kühler sind und folglich stärker erwärmt werden müssen. So wurde für Heizungen im Frischluftbetrieb in den vergangenen Jahrzehnten selten der Einsatzort Einfamilienhaus gewählt, stattdessen sind sie überwiegend in der Industrie und von Handwerksbetrieben genutzt worden.

Welche Vor- und Nachteile gehen mit dem Einbau einer Warmluftheizung in ein Einfamilienhaus einher?

Die nun folgenden Aspekte beziehen sich primär auf das klassische binäre System der mit Umluft bzw. Frischluft betriebenen Heizungen, da die modernen, mit Mischluft betriebenen Anlagen fast alle Nachteile der Vorgängermodelle getilgt haben.

Funktionskreislauf einer Warmluftheizung
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Vorteile

  • die Heizung benötigt nur eine kurze Aufwärmphase
  • die Infrastruktur der Anlagen kann auch für die Klimaanlage verwendet werden
  • hohe Qualität der Raumluft (bei einer Heizung, die mit Frischluft betrieben wird)
  • energiesparend (bei Mischluftsystemen)
  • keine Heizkörper von Nöten
  • geräuscharm (bei Mischluftsystemen)

Nachteile

  • sehr laut
  • trockene Raumluft (bei Umluftbetrieb)
  • Hausstaub wird aufgewirbelt
  • unangenehmer Geruch bei hoher Leistung durch verbrannten Hausstaub (Staubverschwelung)
  • hoher Energiebedarf, weil Luft die Wärme nicht so lange speichern kann wie Wasser

Anbruch der Moderne: So ist die Warmluftheizung für das Einfamilienhaus eine echte Alternative

Die beiden klassischen Betriebsformen erfüllten in einem Einfamilienhaus zwar ihren Zweck, hatten allerdings noch Entwicklungspotential. Und dieses ist in den vergangenen Jahren erschlossen worden. So verfügen die neuesten Baureihen über die besten Eigenschaften der bisherigen Betriebsformen, während die Schwachstellen weitgehend ausgemerzt wurden.. Dieses Heizsystem wird unter dem Begriff „mischluftbetrieben“ geführt und bietet einige zusätzliche Optionen, die für den Einsatz in einem Einfamilienhaus relevant sind. So weist das Heizsystem, das mit warmer Luft arbeitet und mit Öl, Gas oder Holz betrieben wird, einen deutlich niedrigeren Geräuschpegel als seine Vorgängermodelle auf. Außerdem sind die heutigen Bedienelemente derart genau, dass sich die Drehzahl und die Temperatur der Heizung an alle nur erdenklichen individuellen Wünsche anpassen lassen. Der größte Fortschritt dieser Klimatechnik wurde allerdings beim Wirkungsgrad erzielt. Schließlich gewinnt die Energieeffizienz von Heizungsanlagen beinahe täglich an Bedeutung, weshalb bei der Entwicklung der neuen Systeme diesem Punkt ein besonderes Augenmerk galt. Daher wird die Abluft, die bislang in die Umgebung des Gebäudes abgeleitet wurde, nun wiederverwendet, indem sie über einen Wärmeüberträger geführt wird, um so die noch vorhandene Restwärme zu nutzen. Dieser Prozess wird mit dem Begriff „Wärmerückgewinnung“ bezeichnet und hat den Energiebedarf für eine Warmluftheizung in einem Einfamilienhaus um bis zu 50% gesenkt.

KROLL 5-STUFENSCHALTER FÜR MAX 7. APMERE FÜR LUFTHEIZER LH120-230 DREHZAHLREGLER MANUELL ZU LUFTERHITZER HEATER

Ein weiterer Grund, warum die Warmluftheizung für das Einfamilienhaus nun wieder rentabel ist, geht auf eine Initiative des Gesetzgebers zurück. Das deutsche Wirtschaftsministerium hatte ab 2002 intensiv daran gearbeitet, die bis dato gültigen Vorschriften zur Gesamteffizienz von Gebäuden zu modernisieren. Im Laufe der folgenden Jahre wurden die Richtlinien schrittweise angepasst, wobei die Vorschriften zur Energieeffizienz von Wohngebäuden 2013 deutlich verschärft wurden. So sorgt die stärkere Wärmedämmung dafür, dass die geringe Halbwertzeit der erzeugten Wärmeleistung in einem Einfamilienhaus heute deutlich weniger ins Gewicht fällt als früher.

Unterschiede der einzelnen Brennstoffe

Holz

Eine Warmluftheizung, die mit Holz betrieben wird, hat zunächst den Vorteil, dass sie niedrige Betriebskosten verursacht, da der Brennstoff nicht an den Ölpreis gekoppelt ist. Außerdem wird die Luftqualität durch diesen Brennstoff nur geringfügig beeinträchtigt und die Geruchsentwicklung ist schwächer. Allerdings ist auch der hohe Lärmfaktor zu berücksichtigen.

Holz als Brennstoff
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Gas

Bei einer Warmluftheizung, die mit Gas betrieben wird treten nur selten Störungen auf. Darüber hinaus verbrauchen diese Anlagen weniger Energie, da der Heizeffekt unmittelbar nach der Zündung eintritt.

Öl

Der größte Nachteil einer Warmluftheizung, die mit Öl betreiben wird, ist, dass sie einen sehr intensiven Geruch produziert. Abgesehen davon, arbeitet sie recht leise und nimmt nicht viel Raum in Anspruch.

ÖLBRENNER KROLL ZU WARMLUFT- ERZEUGER 70S STATIONÄR

Rentiert sich die Warmluftheizung als Heizsystem?

Die Rentabilität in Einfamilienhäusern war noch vor wenigen Jahren negativ zu bewerten. Doch die neuen Vorschriften bezüglich der Wärmedämmung von Wohnhäusern haben die Situation nachhaltig verändert. Den Herstellern ist der Trend zur Warmluftheizung nicht verborgen geblieben und daher investieren sie mittlerweile erhebliche Summen in die Weiterentwicklung der Technologie, sodass in den nächsten Jahren mit weiteren Innovationen zu rechnen ist. So haben sich Heizungen, die mit warmer Luft heizen, inzwischen als rentable Alternative für den Einsatz in Einfamilienhäusern etabliert und werden zukünftig noch an Bedeutung zulegen.