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Aufsatzwaschbecken montieren

« In wenigen Schritten zum Waschbecken »

Die Montage eines Aufsatzwaschbeckens ist nicht schwierig. Dies geschieht beispielsweise auf einer Waschtischplatte oder auf einem Waschtischunterschrank ohne Waschtisch. Alle erforderlichen Dinge wie Werkzeuge und Material sind standardmäßig erhältlich. In unserem Magazin finden Sie alles Notwendige aufgelistet und beschrieben.

Unterschiede zwischen Aufsatzwaschbecken, eingesetzten Waschbecken und wandbefestigten Waschbecken

Der Name sagt eigentlich schon aus, wie der Waschtisch montiert wird. Beim aufgesetzten Waschbecken wird dieses komplett auf eine Arbeitsplatte oder einen Unterschrank gesetzt. Es sind nur die Aussparungen für die Abflüsse erforderlich. Ein normales Handwaschbecken dagegen wird entweder direkt an die Wand geschraubt oder aber mit einen Waschtischfuß geliefert, der zusätzlich die oftmals große Masse trägt. Dann gibt es noch die Variante mit dem eingelassenen Waschtisch, der allerdings nicht zu dieser Rubrik zählt. Dies erfordert umfangreichere Erfahrungen bei der Montage, denn die Aussparung muss absolut passgerecht angefertigt werden. Ein Aufsatzwaschbecken zu montieren gelingt normalerweise einem versierten Heimwerker ohne Probleme.

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Aufsatzwaschbecken montieren direkt auf der Waschtischplatte

Die Waschtischplatte kann freitragend oder auf Konsolen ruhen. Dabei kommen die unterschiedlichsten Materialien wie Acryl, Acrylverbundstoffe, Holz, Glas, Granit und andere Natursteine sowie Beton zum Einsatz. HPL-beschichtete Spanplatten stellen ebenfalls eine kostengünstige Variante dar, wobei hier alle Kanten gut versiegelt sein sollten. Da der Boden oder Fuß eines Aufsatzwaschbeckens meist plan ausgeführt ist, sind spezielle Befestigungen in den meisten Fällen nicht erforderlich. Üblich sind dabei zwei Arten:

Montage des Waschbeckens auf dem Waschtisch
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Verschrauben

Die erste Variante nutzt das Ablaufventil zum Fixieren der beiden Bauteile. Dabei sollte die Rückseite nach Möglichkeit an der Wand anliegen, sodass ein Verdrehen des Waschtisches ausgeschlossen wird. Bei dem runden aufgesetzten Becken ist dies allerdings nicht erforderlich. Hier empfiehlt sich das Absichern gegen verdrehen durch Fixierklebestellen. Für diese Variante sollte das Ablaufventil einen sehr langen Schaft besitzen. Es muss von oben durchgesteckt werden und wird dann mit einer Mutter von unten gegen die Platte verschraubt. Dafür sollte eine entsprechende Bohrung in der Platte hergestellt werden. Diese ist exakt auszumessen und sollte nur wenig Spiel zwischen Ablaufventil und der Platte aufweisen. Empfohlen wird ein Durchmesser von 45 mm. Die längsten Ablaufventile ermöglichen eine bis zu 80 mm starke Platte mit Waschtischboden. Eine umlaufende Versiegelung mit Silikon verhindert, das zwischen Waschtischplatte und Aufsatzwaschbecken Wasser eindringt. Normalerweise reicht diese Versiegelung ebenfalls als Fixierung gegen Verdrehen aus. Achten Sie beim Silikon auf eine gute Qualität, wie sie speziell für Nassräume empfohlen wird.

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Verkleben

Die Befestigung mit Kleber gilt als zweite zweckmäßige Variante beim Montieren, da ja keinerlei mechanische Befestigungsmöglichkeiten beim aufgesetzten Becken vorgesehen sind. Stellen Sie zuerst eine ausreichend große Aussparung in der Waschtischplatte her, um nachher den Siphon bequem zu montieren. Ein Durchmesser von 80 mm bis 100 mm hat sich bewährt. Unbedingt ist darauf zu achten, dass der Sockel die Bohrung komplett abdeckt. Am Becken kann somit das Ablaufrohr schon vormontiert sein. Im Becken selbst wird der Ablauf mit einer weichen Gummidichtung abgedichtet. Diese ist normal im Lieferumfang des Siphons enthalten. An der Unterseite erfolgt die Verschraubung. Auch hier wird eine spezielle mitgelieferte Flachdichtung eingesetzt. Vor der Verklebung ist das Ablaufventil auf Dichtheit zu prüfen. Danach geht es an das Verkleben. Hier ist darauf zu achten, dass der Kleber zum Montieren der beiden Materialien geeignet ist. Achten Sie unbedingt auf die Gebrauchsanleitung des Kleberherstellers. Alle Klebestellen sind zu reinigen. Staub, Fett und andere Materialien vermindern die Klebefähigkeit wesentlich. Kontrollieren Sie die Auflageflächen vom Waschtisch auf Planheit. Kleinere Unebenheiten lassen sich mit dem Kleber ausgleichen. Anschließend sollten beide Flächen mit Kleber benetzt werden, der sich möglichst gegenüber befindet. Dann wird das Becken auf die Platte aufgesetzt und lässt sich noch leicht in der Lage justieren. Der Hersteller gibt die Aushärtezeit in der Gebrauchsanleitung an. Diese kann zwischen wenigen Stunden und mehreren Tagen betragen. Bitte erst nach vollständiger Aushärtung den Fuß mit einen Sanitärsilikon versiegeln. Anschließend befestigen Sie den Siphon vorsichtig an der Unterseite. Danach erfolgt der Test auf Dichtigkeit.

Montage eines Waschbeckens mit Klebstoff
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Welche Kleber sind für welches Material zum Verkleben geeignet

Die Beschaffenheit und Saugfähigkeit des Untergrunds ist entscheidend bei der Auswahl des erforderlichen Klebers. Holz und Glas verbinden Sie beispielsweise immer mit einem elastischen Kleber. Somit vermeiden Sie, dass Spannungen am Glas entstehen. Sind die Holzflächen vorbehandelt, dann sind sie etwas anzuschleifen. Dadurch kann der Kleber eine bessere Bindung eingehen. Polyurethan-Klebstoff eignet sich beispielsweise gut zum Verkleben von Holz und Naturstein. Dieser Kleber bildet keine Verfärbungen auf den Naturstein. Achten Sie auf jeden Fall auf die Hinweise des Klebstoffherstellers.

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Montageanleitung Schritt für Schritt für ein Aufsatzwaschbecken auf einem Waschtischunterschrank

Hierbei gelten prinzipiell die im vorangehenden Abschnitt genannten Ausführungen mit einigen Besonderheiten. Ein Waschtischunterschrank für ein Aufsatzwaschbecken kann mit einer Arbeitsplatte versehen sein oder Sie montieren das Waschbecken direkt auf den oben offenen Korpus durch Aufkleben. Dieser Korpus besitzt somit einen umlaufenden Rand der durch die Seitenwände, die Rückwand und die Frontblende gebildet wird. Eingesetzt werden meist 13 mm oder 19 mm starke Möbelspanplatten mit entsprechenden Melamin- oder HPL-Beschichtungen. Diese sind beim Verkleben vollflächig an der Stirnseite oben mit Kleber einzustreichen. Danach sollte außen eine Versiegelung unterhalb vom Waschtisch erfolgen. Sanitärsilikon ist dafür gut geeignet. Der Abfluss mit Siphon findet meist im Unterschrank Platz und ist somit verdeckt montiert. Hier ist besonders auf Dichtheit zu achten, denn Möbel mögen nicht so gerne eindringendes Wasser. Oftmals ist bei den Waschtischunterschränken für die aufzusetzenden Waschbecken die Rückwand ausgespart, um den Abfluss anzuschließen.

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Aufsatzwaschbecken montieren und mit der passenden Badausstattung ergänzen

Ein schönes Bad mit einem einfachen oder doppelten Aufsatzwaschbecken wird hervorragend durch eine geschmackvoll ausgewählte Badmöblierung ergänzt. Bei der Auswahl ist schon darauf zu achten, dass die Möblierung für aufzusetzende Waschtische geeignet ist. Ein weiterer Punkt sind Farbgebung sowie Gestaltung mit Fliesen und ein gelungenes Konzept für die Beleuchtung. Letztendlich stellt die Badezimmerdekoration ein wesentliches Gestaltungsmittel der Badausstattung dar, durch das ein Bad erst so richtig wohnlich wird.

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Einige zusätzliche Hinweise zur Montage von Aufsatzwaschbecken bei der Badausstattung

Die Anbringung eines aufgesetzten Waschtischs ist nicht schwerer als die normale Waschbeckenbefestigung an der Wand. Achten sollten Sie auf eine akkurate Arbeitsweise. Besonders im Bereich des Abflusses sollten Sie lieber zweimal nachsehen, denn im Nachhinein ist es oft schwieriger abzudichten. Sollten Sie doch nicht ganz zurechtkommen, dann ist es kein Problem einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Das kostet zwar etwas zusätzlich, dafür haben Sie allerdings auch entsprechende Gewährleistungsansprüche für die ausgeführte Arbeit. Meist lässt sich das allerdings selbst ausführen und jeder Heimwerker ist stolz sagen zu können, dass er das selbst montiert hat. An Werkzeugen ist nichts Besonderes erforderlich:

  • Bohrmaschine
  • Lochsäge
  • Holzbohrer
  • Zangen
  • Rohrschneider
  • Wasserwaage
  • Glätter
  • Schleifpapier
  • passende Klebstoffe
  • Sanitärsilikon
  • Silikonspritze