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Barrierefreies Bad

« Badezimmer behindertengerecht gestalten »

Dem statistischen Bundesamt zufolge ist die durchschnittliche Lebenserwartung der Deutschen im Zeitraum von 1970 (71 Jahre) bis 2016 (80,6 Jahre) rasant angestiegen. Durch dessen Kombination mit dem chronischen Pflegenotstand ist unser Land aber auch ein weiteres Mal fast unbemerkt von Zukunftsängsten erfüllt worden. Architekten empfehlen Bauherren bei Neubauten daher heutzutage grundsätzlich, die zentralen Einrichtungen altersgerecht oder direkt behindertengerecht ausführen zu lassen. Das barrierefreie Bad verdient in diesem Zusammenhang besondere Aufmerksamkeit, ist jedoch auch den sich ständig ändernden gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen unterworfen.

Grundlegende Flächenanforderungen für das barrierefreie Bad

Bevor man sich den Feinheiten der deutschen Bauvorschriften widmet, muss man zunächst aber erstmal die zahlreichen Fachbegriffe auseinanderdividieren, die dabei im Raum herumschwirren. So ist ein barrierefreies Bad vom deutschen Gesundheitsministerium zweifelsfrei mit den umfangreichsten Auflagen bedacht worden und gilt daher als uneingeschränkt behindertengerecht. Ein weit verbreiteter Trugschluss unter deutschen Eigenheimbesitzern ist nun jener, dass die dieselbe Badausstattung zugleich auch als alters- bzw. seniorengerecht einzustufen sei. Tatsächlich mag es hinsichtlich der Bedürfnisse der einzelnen Gruppen zwar einige Überschneidungen, allerdings keinen Konsens geben. Dementsprechend orientiert sich ein barrierefreies Bad ausschließlich an den Anforderungen gehbehinderter Bewohner und Rollstuhlfahrer, die in erster Linie Platz zum Rangieren benötigen.

WC mit Stützhilfen
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Schließlich gerät selbst der modernste Rollstuhl an seine Grenzen, wenn er in ein gewöhnliches Badezimmer manövriert wird und von einer Stufe aufgehalten wird oder das Wenden wegen der Enge ziemlich schwerfällt. Im Prinzip kann ein behindertengerechtes Bad demnach gar nicht großflächig genug dimensioniert sein, wenngleich das Gesundheitsamt bereits Räumlichkeiten mit einer Gesamtfläche von nur 5,7 Quadratmeter als solche einstuft. In diesem Falle dürften den Architekten sowie den Installateuren allerdings einige knifflige Aktivitäten bevorstehen, die in der Regel mit platzsparender Badausstattung, wie einklappbarer Sitzgelegenheiten und Walk-In-Dusch-Wänden realisiert werden. Diese und alle weiteren Grenzwerte sind zurzeit in der DIN 18040 zusammengefasst, welche aber nicht notwendigerweise vollumfänglich befolgt werden muss, um ein barrierefreies Badezimmer zu erschaffen. Denn immerhin soll dieses ja behindertengerecht und damit vor allem individuell gestaltet sein. Dementsprechend wichtig ist es, dass sich Eigenheimbesitzer noch vor den Bauarbeiten darauf festlegen, welche Elemente ihrer Badgestaltung barrierefrei ausfallen sollen bzw. müssen. Da dabei unterschiedliche, auf die jeweiligen Baugruppen zugeschnittene, Grenzwerte und Maße einzuhalten sind, sollten diese nun aber einzeln betrachtet werden.

Das WC

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Die wichtigste Komponente im barrierefreien Bad dürfte wohl das WC sein. Dieses sollte über beidseitig angebrachte, ausklappbare Stützgriffe sowie die charakteristisch breite Rückenlehne verfügen. Mit diesen Elementen liegt der körperliche Schwerpunkt bei gehbehinderten Menschen erheblich tiefer als beim Rest der Bevölkerung. Dementsprechend darf die Sitzhöhe maximal 48 Zentimeter betragen, damit Rollstuhlfahrer das WC ohne fremde Hilfe erreichen.

Darüber hinaus muss sich die WC-Spülung auch aus sitzender Position heraus betätigen lassen. Dass sich all diese Sonderanfertigungen in den anfallenden Kosten nur geringfügig widerspiegeln, ließ daher schon so manchen Eigenheimbesitzer im fortgeschrittenen Alter über ein entsprechendes Upgrade im Bad nachdenken. Dennoch muss an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen werden, dass sich das WC durch diese Ergänzungen nicht unbedingt als uneingeschränkt altersgerecht einzustufen ist. Schließlich leiden Senioren nicht selten unter Rücken- und Gelenkproblemen, die es beinahe unmöglich erschienen lassen, solch ein „tiefergelegtes“ WC schmerzfrei in Beschlag zu nehmen.

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Komfortable Wascheinrichtungen

Ähnliche Differenzen zeigt ein barrierefreies Bad hinsichtlich seiner Waschmöglichkeiten. So ist die vorgeschriebene Maximalhöhe der Waschbecken von 80 Zentimetern geradezu ideal für sitzende Personen, während man sich aus einer stehenden Haltung schon recht weit herunterbeugen muss, um die Armaturen zu bedienen. Abgesehen davon ist natürlich auch bei dieser Baugruppe die Maxime vorrangig, dass ein behindertengerechtes Badezimmer vollständig befahrbar sein muss. Daher weicht der Unterbau der Waschbecken in diesem Fall vom sonst üblichen Standard erheblich ab. So benötigt ein barrierefreies Badezimmer zwangsläufig einen sehr flach ausgeführten bzw. unter Putz installierten Siphon. Darüber hinaus sind selbstverständlich noch die Armaturen derart zu gestalten, dass sie problemlos im Sitzen bedient werden können, was in der Regel mit Einhebelmischern realisiert wird. Um es Rollstuhlfahren nicht unnötig schwierig zu machen, sollte man aber auch beim Waschbecken beachten, dass in dessen Nähe genügend Haltegriffe installiert werden.

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Die begehbare Dusche

Bezüglich der Dusche sieht es schon etwas anders aus: Hier ist in erster Linie darauf zu achten, dass der Eingang völlig ebenerdig daherkommt. Gerade dieser Umstand führt dazu, dass die Renovierung der Duschkabine in Altbauten sehr kostenintensiv ausfällt: Schließlich muss der Ablauf hierbei direkt in den Boden eingelassen werden, dessen Fläche wiederum leicht angeschrägt ausgeführt werden muss, damit sich das Wasser nicht im gesamten Badezimmer verteilt. Außerdem ist hierbei zu bedenken, dass zumindest die unmittelbare Umgebung der bodengleichen Dusche mit rutschfesten Bodenbelägen versehen ist und dass auch hier eine ausklappbare Sitzmöglichkeit existiert. Zum krönenden Abschluss der Walk-In-Duschkabine fehlt nun noch eine begrenzende Glas- oder Plexiglaswand.

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Optionale Installationen für das barrierefreie Bad

Sind die grundlegenden Baugruppen eingerichtet, dann kann man natürlich auch über zusätzliche Maßnahmen nachdenken. Dies betrifft zunächst die Situation der Haltegriffe und Sitzgelegenheiten. Da Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte ihr eigenes Körpergewicht aber mit bedeutend weniger Muskelgruppen manövrieren müssen als gesunde Menschen, erschöpfen sie recht schnell und erfreuen sich an jeder zusätzlichen Möglichkeit zum Festhalten, die sich ihnen bietet.

Barrierefreies Badezimmer
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Der zweite Punkt betrifft den Hauptzugang zum barrierefreien Bad, der in der Regel mit einer abschließbaren Tür versehen ist. Die Spurbreite vieler Rollstühle ist mit herkömmlichen Türrahmen jedoch nicht kompatibel, sodass bei der Planung ein extra breiter Zugang berücksichtigt werden muss. Dort, wo es bautechnisch umsetzbar ist, dürfte es allerdings wesentlich praktischer sein, die ganze Wand zu entfernen und die Badezimmerfront somit komplett offenzulassen.