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© Kara / Fotolia.com
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Dachrinnenheizung

« Sinnvolle Investition in die Dachrinne »

Dachrinnen sind komplexe Konstruktionen und haben in der Dachentwässerung eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Über das gesamte Jahr und viele Jahrzehnte hinweg muss die Dachrinne, egal ob aus Kunststoff, Zink oder Kupfer, zuverlässig das Wasser von steilen oder flachen Dächern abführen. Dazu gehören außerdem Fallrohre, Anschlussteile und letztlich auch Sonderbauteile wie beispielsweise Laubgitter oder Abzweige. Verrichtet eine Dachrinne störungsfrei ihren Dienst, wird sie kaum beachtet. Erst wenn es auf Gehwege und Fußgänger tropft oder gar schwappt, gerät sie wieder näher in den Blickwinkel der Hausbesitzer und erregt gegebenenfalls sogar die Aufmerksamkeit der Behörden.

Problemzeit: Eiskalte Winter

Besonders im Winter sind Dachrinnen aber auch die Fallrohre großen Belastungen durch die kalte Witterung ausgesetzt. Schnee, Eis und Frost setzen den Konstruktionen aus Kunststoff oder Metall außergewöhnlich zu. So setzt sich Schnee und Eis in den Rinnen und Fallrohren fest. Bei extremen Bedingungen vereist der Dachabfluss sogar vollständig und kann Tauwasser zumindest über einen gewissen Zeitraum nicht mehr zuverlässig abführen. Fallrohre können bei starker Eisbildung im Inneren sogar platzen. Besonders gefährdet vom Zufrieren sind auch Dachrinnen, die an Flachdächern geführt werden.

@wikipedia – Foto: Elke Wetzig/CC-BY-SA
@wikipedia – Foto: Elke Wetzig/CC-BY-SA

So funktioniert die Dachrinnenheizung

Eine Dachrinnenheizung besteht im Wesentlichen aus einer Heizleitung, die durch elektrische Energie aufgeheizt wird und so das Gefrieren von Wasser in der unmittelbaren Umgebung verhindern kann. Solche Heizkabel können manuell zugeschaltet oder mit einem Thermostat gesteuert werden. Das Heizkabel wird durchgehend direkt in die Rinne und darüber hinaus auch in den Fallrohren bis zum Bodenanschluss an die Kanalisation verlegt.

Dachrinnenheizung steckanschlussfertig mit Thermostat

Bei einem handgesteuerten Modell entscheidet der Eigentümer oder Verwalter/Hausmeister des Gebäudes selbst, bei welchen Temperaturen oder Witterungsbedingungen das Heizkabel zugeschalten wird. In aller Regel wird das immer dann der Fall sein, wenn die Temperaturen deutlich unter den Nullpunkt absinken und mit Niederschlägen zu rechnen ist. Nur dann macht die Beheizung in der Regel Sinn.

Anders ist dies bei der thermostatisch gesteuerten Beheizung. Eine Dachrinnenheizung mit Thermostat schaltet den Strom für das Heizkabel beim Unterschreiten einer festgelegten Solltemperatur selbständig zu und ermöglicht auf diese Weise die Inbetriebnahme. Damit ist der thermostatgesteuerte Betrieb natürlich die komfortablere Lösung.

EBERLE Regler für Dachrinnenheizung Typ DTR-E 3102Die Montage einer Beheizung kann zwar bei handwerklichem Geschick auch gut vom Heimwerker erfolgen, sollte aber schon wegen der Wichtigkeit und dem elektrischen Anschluss einem Fachunternehmen überlassen werden. Hier kommen Haustechniker genauso in Frage wie Elektroinstallateure oder aber auch Spenglerbetriebe (Klempner), die sich längst mit der Installation von Dachrinnenheizungen an unterschiedlichen Gebäuden befassen. Guten Rat liefert hier auch der Dachdeckermeister, der in aller Regel über gute Kontakte zu solchen Fachbetrieben verfügt.

Ein paar Gedanken zum Stromverbrauch

Es gibt nicht wenige Immobilienbesitzer, die den Sinn einer Dachrinnenheizung zwar durchaus verstehen und sich grundsätzlich für dieses System entscheiden könnten. Allerdings schrecken ebenso viele Hausbesitzer vor den vermeintlich hohen laufenden Kosten für die Beheizung zurück. Immerhin ist bekannt, dass der Einsatz von Elektroenergie zu Heizzwecken mit zu den großen Stromfressern zählt. Allerdings sind diese Bedenken relativ einfach auszuräumen. Spätestens dann, wenn Dachrinnen und Fallrohre durch Gefrieren beschädigt oder zerstört werden, geht die Rechnung zugunsten der Dachrinnenheizung auf. Die Neuverlegung inklusive Material und Handwerkerkosten dürfte deutlich teurer werden, als die Anschaffung und der Betrieb einer Beheizung.

Eismelder EM 524 89 für Dachrinnenbeheizung mit Feuchte- und TemperaturfühlerDazu kommt gerade in strengen aber auch feuchten Wintern die Gefahr, die von der Eiszapfenbildung ausgeht. Eiszapfen an Dachüberständen und Dachrinnen bilden sich immer dann, wenn Tauwasser nicht ungehindert abfließen kann, über die Rinnen tropft und dort gefriert. Wer sich die größeren Exemplare solcher Eiszapfen vergegenwärtigt, kann einschätzen, welche Gefahren für Fußgänger davon ausgehen können. Aber auch kleinere Eiszapfen sind nicht ungefährlich, wenn sie nur aus genügend großer Höhe fallen.

Gefährdungen der Gebäudesubstanz möglich

Setzt sich in der Dachrinne oder in Fallrohren Schnee und Eis fest, kann bei Tauwetter oder Eisregen das Wasser von der Dachfläche nicht ungehindert abfließen. Bekanntermaßen sucht sich Wasser dann seinen eigenen Weg. Und der muss nicht zwingend von der Fassade weg auf den Gehweg oder das umgebende Grundstück führen. Oftmals läuft das Wasser auch über die vereiste Dachrinne unter die Dachfläche und im ungünstigsten Fall hinter die Fassade. Dort kommt es dann zu anfangs unsichtbaren aber durchaus erheblichen Schäden an der Gebäudesubstanz. Dachpfetten, Dachflächendämmungen, die Verkleidung der Traufe, Dämmfassaden, Putze und alle weiteren betroffenen Oberflächen können hier ernsthaften Schaden nehmen, der richtig teuer werden kann. Oftmals werden solche Schäden erst im kommenden Frühjahr entdeckt, wenn sie bereits ein großes Ausmaß angenommen haben.

Dachrinnenheizung mit oder ohne Thermostat: Eine Entscheidungsfrage

selbstbegrenzendes Heizband 9 Meter 10W bei +10°CVergleicht man die Stromkosten der beiden Systeme, dann fällt die Entscheidung oftmals für die Heizung ohne Thermostat aus. Immerhin braucht hier kein Thermostat ununterbrochen mit einem geringen Strom versorgt werden. Das System wird generell per Hand zugeschalten, allerdings besteht bei der Dachrinnenheizung mit manuellem Betrieb die Gefahr, dass das Zuschalten bei gegebenen Witterungsbedingungen vergessen wird oder der Verantwortliche nicht einmal da ist, weil er vielleicht im Winterurlaub die Freuden an Schnee und Kälte genießt. Heizmanschette für eisfreie Dacheinläufe DN80-125 230V 25W Anschlussleitung 1mBesser ist da schon die Dachrinnenheizung, bei der das Heizkabel automatisch angesteuert wird. Hier sind die Energiekosten zwar etwas höher einzuplanen, da das System quasi ständig am Netz ist, dafür ist die Verlässlichkeit solcher Systeme auch deutlich höher zu bewerten.

Empfehlenswert ist eine Beheizung der Dachrinne als sinnvolle Investition allemal. Damit sichern Hausbesitzer nicht nur den Erhalt der Funktionalität bei kaltem Wetter, sondern sie schützen auch die Gebäudesubstanz vor teuren Schäden durch nicht ungehindert abfließendes Wasser. Eine ordnungsgemäße Dachflächenentwässerung dient darüber hinaus auch der Umsetzung der Wegesicherungspflicht und steigert Sicherheit und Komfort rings um die Immobilie.