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Erdkabel verlegen

« So nehmen Sie den Stromanschluss im Garten sicher vor »

Wir leben in einer modernen Welt: Auch wenn wir uns im Garten gerne ins Grüne begeben, kommen wir dort häufig nicht ohne elektrische Energie bei unserer Freizeitgestaltung zurecht. Beleuchtung, Garten- und Teichpumpen und andere elektrische Geräte benötigen auch fern vom Haus oft Strom. Erdkabel sind eine gute Lösung für eine solche Stromversorgung – allerdings müssen sie unbedingt richtig verlegt werden. Wie das geht, zeigen wir in unserem Beitrag.

Lohnt es sich, ein Erdkabel zu verlegen?

Grundsätzlich ist ein fester Stromanschluss auf dem Grundstück nur wirklich nötig, wenn man Geräte (wie etwa Teichpumpen oder eine Außenbeleuchtung) dauerhaft anschließen muss. Wenn man nur während der Gartensaison Strom benötigt, lohnt sich der Aufwand oft nicht. Allerdings kann ein fester Stromanschluss auf dem Grundstück (zum Beispiel zum Grillplatz) oft vieles einfacher machen.

Ein Erdkabel gestaltet die Nutzung von Elektrogeräten im Garten einfacher
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Man kann Geräte oder Beleuchtung gleich direkt vor Ort anschließen, und braucht nicht erst ein langes Stromkabel vom Haus herzuführen. Das bedeutet immer auch Stolpergefahr – und damit das Risiko für Unfälle.

Die richtige Verlegetiefe

Erdkabel müssen im Gartenbereich immer ausreichend tief verlegt werden. Dafür gibt es – im professionellen Bereich – sogar Vorschriften, wie tief man Stromkabel eingraben muss. Die Vorschrift lautet:

Mindestens 60 cm tief, auf einem Sandbett (im ausgehobenen Graben) und mit Sand bedeckt (ungefähr 10 cm hoch).

GC 2-FACH STECKDOSE 2 M ZULEITUNGDie Erklärung dafür ist einfach: In 60 cm Tiefe beginnt der frostfreie Bereich im Garten. Würde man das Kabel höher legen, besteht die Möglichkeit, dass in kleine Risse (Mikrorisse) der Isolierung Wasser eindringt und im Winter gefriert. Damit würde die Isolierung durch das frierende Wasser und die sich damit ständig vergrößernden Risse immer mehr beschädigt, bis sie schließlich an manchen Stellen gar nicht mehr vorhanden ist.

Andere ebenfalls wichtige Gründe sind, dass die Verlegetiefe von 60 cm auf jeden Fall spatensicher ist, und in dieser Tiefe auch keine mechanischen Belastungen (etwa durch Begehen oder Befahren des Grundstücks) auf das Stromkabel im Garten einwirken können.

Achtung: Verlegen Sie Stromkabel direkt unter (viel begangenen) Wegen am Grundstück, sollten Sie eine Verlegetiefe von mindestens 80 cm wählen. Am Ende des Kabels nutzen Sie am besten spezielle wetterfeste Gartensteckdosen.

Die richtige Kabelart

Für Strom im Garten und die Verlegung von Erdkabeln gelten ähnliche Regeln wie für Feuchträume: es muss ein ausreichender Schutz gegen Wasser vorhanden sein. Dazu sollten Erdkabel auch geschützt gegen Staub und mechanische Belastungen sein. Für die Verlegung gibt es daher spezielle Kabelarten, die für die Verlegung im Außenbereich speziell angepasst sind – man erkennt sie an der Bezeichnung:

StarkstromkabelZum Erdkabel verlegen, sollten Sie ausschließlich Kabelarten mit der Bezeichnung NYY oder NYCWY (Kupferadern und Kupferleiter) verwenden.

Kabelarten der Bezeichnung NYM-J sind eine sogenannte Mantelleitung und für die Verlegung im Außenbereich und im Erdreich NICHT GEEIGNET. Bei einer Mantelleitung NYM-J handelt es sich lediglich um Feuchtraumkabel, die auf oder unter Putz IN INNENRÄUMEN verlegt werden können. Eine Mantelleitung darf also keinesfalls in den Außenbereich.

Für die meisten Zwecke werden dreiadrige Erdkabel ausreichend sein – in vielen Fällen kann es sich aber lohnen, ein gleich eine fünfadrige Leitung zu verwenden. Damit ist etwas mehr Spielraum gegeben, wenn zusätzliche Geräte angeschlossen werden sollen – es braucht dann nicht unbedingt ein zusätzliches Stromkabel im Garten verlegt zu werden.

Warnband einlegen

Über der Sandschicht, mit der Sie die verlegte elektrische Leitung bedecken, sollten Sie auch ein sogenanntes Warnband verlegen, bevor Sie den Graben wieder mit Erde auffüllen. Das zeigt bei möglichen späteren Erdarbeiten an, dass in diesem Bereich eine möglicherweise aktive elektrische Leitung verläuft, und entsprechend Vorsicht geboten ist.

Mit einem Warnband solche Unfälle vermeiden
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Noch sinnvoller ist die Abdeckung mit einer sogenannten Kabelhaube – sie stellt zusätzlich noch einen Schutz gegen mechanische Belastungen des Kabels dar, und erfüllt gleichzeitig die Funktion eines Warnbandes gleich mit. Verwenden Sie am besten Kabelhauben mit sogenannter Schnellarretierung – sie lassen sich am einfachsten aneinanderfügen.

Die richtige Schutzart beim Erdkabel

Auch bei der Schutzart gelten die gleichen Voraussetzungen wie für Feuchträume. Alle Bauteile und Leitungen müssen daher der Schutzklasse IP 44 (oder besser höher) entsprechen.

Angeschlossene Geräte und die Geräteanschlüsse selbst müssen natürlich ebenfalls entsprechend witterungsgeeignet (mindestens IP 44, Wasserschutzklasse) sein.

Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, verwenden Sie besser höherwertige Anschlüsse. Sie können sich bei der Anschlussart einfach nach der Zahl richten – je höher die Zahl hinter der Abkürzung IP, desto besser geschützt ist auch die Leitung.

Diese Wasserschutzklasse ist wichtig, da ein Stromkabel im Garten immer der Witterung und Feuchtigkeit (auch Erdfeuchte) ausgesetzt ist. Anschlüsse können teilweise auch größeren Wassermengen ausgesetzt sein.

ABL-FEHLERSCHUTZSTROMSCHALTER VIERPOLIGDer richtige Anschluss

Das Anschließen des Erdkabels an den Strom sollten Sie am besten dem Elektriker überlassen. Alle Installationen im Außenbereich werden grundsätzlich auf einen eigenen Stromkreis gelegt, damit ist eine separate Schaltung der Zuleitung in der Unterverteilung erforderlich. Der Stromkreis sollte natürlich möglichst auch mit einem FI-Schalter gegen fehlerhaften Strom abgesichert sein.

Tipp: Lehrrohre verlegen beim Erdkabel verlegen

Wenn später einmal doch mehr Anschlüsse oder zusätzliche Leitungen benötigt werden sollten, kann man Lehrrohre verlegen. Dort lassen sich zusätzliche Kabel bei Bedarf einziehen, ohne dass man sich noch einmal die Mühe machen muss, das Grundstück umzugraben.