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© pf30 / Fotolia.com
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Fliesen legen

« Schrittweise Anleitung mit vielen Tipps »

Fliesen als Bodenbelag sind sehr beliebt: Sie sind hygienisch, lassen sich leicht reinigen und haben antistatische Eigenschaften. Es gibt sie in verschiedenen Formaten, vielen Farben und unzähligen Mustern. Die Art der Verlegung kann aus dem einfachen Bodenbelag ein wahrhaftiges Kunstwerk entstehen lassen. Mit ein wenig Geschick und unter Beachtung einiger Punkte können Sie Ihre Ideen verwirklichen. Die folgenden Tipps sollen Sie dabei unterstützen – von der Auswahl der Fliesen bis zum fertig verlegten Fußboden.

Fliesenformat

Fliesen gibt es in zahlreichen Größen und Proportionen – von der sehr kleinen Mosaikfliese mit 5 mm Kantenlänge bis zum imposanten Großformat von 3 x 1,5 m. Die Wirkung im verlegten Zustand und die Ansprüche an das Fliesen legen sind also recht unterschiedlich.

Mosaikfliesen bieten ein großes Gestaltungspotenzial. So lassen sich auf Flächen große Wirkungen genauso erzielen wie dezente Akzentuierungen von Details. Die kleinen Bodenfliesen zu verlegen ist als verhältnismäßig einfach einzustufen.

Auf dem deutschen Markt sind quadratische und rechteckige Formate von 20 x 20 cm bis hin zu 60 x 30 cm am häufigsten zu finden. Diese Größen bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten bezüglich der Verlegung und Kombination. Mit guter Planung und Vorbereitung sind sie auch vom Laien gut zu verlegen.

Großformatige Bodenfliesen sind prädestiniert für eine homogene Gestaltung im gesamten Wohnbereich. Sie können selbst kleine Räume größer wirken lassen. Das Fliesen legen ist hier allerdings vergleichsweise anspruchsvoll.

© yosef19 / Fotolia.com
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Fliesenarten

Am weitesten verbreitet sind Keramikfliesen mit glasierter oder unglasierter Oberfläche. Auch Natursteinfliesen sind sehr beliebt.

Glasierte Modelle bieten guten Schutz gegen Verschmutzung und chemische Einflüsse. Sie sind allerdings anfälliger gegen mechanische Belastungen wie z.B. herunterfallende Gegenstände oder Abrieb durch Steinchen. Außerdem sind sie nicht frostsicher. Unglasierte Ausführungen sind strapazierfähiger und langlebiger aber anfälliger gegen Verschmutzungen durch Öl und Fett. Sie werden besonders in Außen- oder Eingangsbereichen eingesetzt.

Natursteinfliesen bestehen meist aus dem Hartgestein Granit. Sie sind frostsicher, besonders abriebfest und langlebig, so dass sie im Innen- und Außenbereich eingesetzt werden.

Abriebklassen und Trittsicherheit

Je nach Verwendungsmöglichkeit sollten Bodenfliesen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Um dies besser einschätzen zu können gibt es 5 Abriebklassen:

  • Klasse 1 – leichte Beanspruchung bspw. Bäder und Schlafzimmer
  • Klasse 2 – mittlere Beanspruchung bspw. Wohnbereich
  • Klasse 3 – mittelstarke Beanspruchung bspw. Diele und Flur
  • Klasse 4 – hohe Beanspruchung bspw. Hauseingang und Küche
  • Klasse 5 – höchste Beanspruchung bspw. Garagen

Es gibt im gewerblichen Bereich vorgeschriebene Trittsicherheits-Gruppen (R9 bis R13). Einfach gesagt geben diese Klassifizierungen Auskunft darüber wie trittsicher die Fliesen bei einem bestimmten Neigungswinkel sind. Im privaten Bereich sollten Bodenfliesen mindestens die Bewertungsgruppe R9 aufweisen.

Die Technik beim Fliesen legen

Das verwendete Format und die gewünschte Wirkung sind entscheidend für die Verlegeart. Hilfreich ist es, die Bodenfliesen in der gewünschten Art vorher lose auf den Boden zu legen. So fällt die Entscheidung leichter. Die Gerade- oder Parallelverlegung ist für Einsteiger besonders geeignet. Es wird symmetrisch von der Raummitte nach außen gearbeitet. Die Fliesenkanten verlaufen parallel zu den Wänden. Quadratische und rechteckige Bodenfliesen eignen sich besonders für diese Verlegeart.

© alexandre zveiger / Fotolia.com
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Die Diagonalverlegung ist etwas anspruchsvoller, bietet aber reizvolle optische Akzente. Auch hier wird von der Mitte aus gearbeitet. Allerdings verlaufen die quadratischen Bodenfliesen hier mit einen Winkel von 45° zu den Wänden. So werden auch schiefe Wände kaschiert. Als Schachbrett bezeichnet man die abwechselnde Verlegung quadratischer Modelle verschiedener Farben. Dies lässt sich sowohl in der Parallel- als auch der Diagonalverlegung realisieren. In der Versatzverlegung werden die Fliesenkanten versetzt aneinander gelegt, was Räume größer wirken lässt.

Material

  • Fliesen (Kaufen Sie eine größere Stückzahl als Sie eigentlich brauchen, falls Sie später welche ersetzen müssen.)
  • Bodenausgleichs-, Spachtelmasse und Abdichtung
  • Tiefen-/Haftgrund
  • Fliesenkleber
  • Fliesenkreuze
  • Fugenmörtel
  • Silikon
  • Malerkrepp
  • Reinigungsmittel

Werkzeug

  • Spachtel
  • Rolle
  • Bohrmaschine mit Rühraufsatz
  • Mörteleimer
  • Gummiwischer
  • Richtschnur
  • Kelle
  • Zahnspachtel (Achtung: Die Größe der Zahnung ist abhängig von der Kantenlänge der Fliesen)
  • Zollstock
  • Fliesenschneider, -zange und -lochzange
  • Fliesenschienen
  • Gummihammer
  • Fliesenwaschbrett
  • Fliesenwischer
  • Auspresspistole
  • Fugengummi
  • Fugenglätter
  • Schwamm und Lappen

Untergrund vorbereiten

Fliesenspachtel gezahnt rostfrei 60x6x6 mmDie gesamte Fläche muss vor dem eigentlichen Fliesen legen sauber, trocken, staubfrei und eben sein. Löcher müssen verspachtelt, unebene Flächen durch selbstverlaufende Bodenausgleichsmasse geglättet werden. Hierbei wird die nach Packungsanweisung fertig angerührte Masse auf die auszugleichenden Stellen gegossen und mit dem Gummiwischer verteilt. KIESEL Flüssige Dichtfolie Okamul DF für innen 14 kgDank der Fließfähigkeit ergibt sich so eine ebene Oberfläche.

Nach Ende der Trocknungszeit wird die Fläche grundiert. Dies ist wichtig damit alles fest auf dem Boden klebt. Saugende Untergründe wie Zementanstriche werden mit Tiefengrund behandelt. Nicht saugfähige Untergründe wie Beton oder sehr glatte Flächen erhalten einen Haftgrund. In Feuchträumen, wie Badezimmern, wird mit einer Abdichtung grundiert.

Fliesenkleber auftragen

Heute wird größtenteils das Dünnbettverfahren mit Klebern auf Zementbasis beim Bodenfliesen verlegen angewendet. Mischen Sie den Fliesenkleber gemäß Packungsbeilage an, der dann mit einer Kelle auf den Boden aufgetragen wird. Die Schicht sollte 5 bis 10 mm dick sein. Nun wird der aufgetragene Kleber mit einem Zahnspachtel gut durchkämmt, so dass eine gleichmäßige Ebene entsteht.

Tipp: Tragen Sie immer nur Kleber für 1 bis 1,5 qm auf.

© wabeno / Fotolia.com
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Beim Floating-Buttering-Verfahren wird der Kleber zusätzlich noch auf die Fliese aufgetragen. Dies ist wichtig beim Fliesen legen im Außenbereich, da so das Eindringen von Wasser zwischen Fliese und Kleber verhindert wird. Es könnte sonst zu Frostschäden kommen.

Verkleben

Die Fliese wird mit leichter Drehbewegung in das Kleberbett eingedrückt und vorsichtig mit einem Gummihammer angeklopft. Prüfen Sie stichprobenartig durch vorsichtiges Abheben, ob sich genug Kleber auf der Fliesenrückseite befindet (mindestens 80% Abdeckung, bei Naturstein 100%).

Tipp: Vermischen Sie beim Verlegen Fliesen aus verschiedenen Kartons, da es zwischen den einzelnen Abpackungen minimale Farbunterschiede geben kann.

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Beim Floating-Buttering-Verfahren ist es wichtig, dass die Klebefurchen auf der Fliese quer zu denen auf dem Boden verlaufen. Für die Einhaltung der richtigen Fugenbreite (mind. 2 mm – bitte Herstellerangaben beachten) verwenden Sie am besten Fugenkreuze.

Zuschneiden

Für gerade Schnitte empfiehlt sich ein Fliesenschneider. Die Glasurschicht wird mit dem Werkzeug eingeritzt und dann über die eingebaute Bruchkante gebrochen.

Fliesenschneidmaschine BTC 640 Europe Schnittlänge 640 mm

Runde Ausschnitte lassen sich mit einer Fliesenlochzange (Papageienschnabel) einbringen. Hier wird Stück für Stück vorsichtig herausgebrochen.

Verfugen

Als erstes die Fugen reinigen. Mit dem Verfugen erst beginnen wenn der Fliesenkleber komplett ausgehärtet ist. Wenn Flex-Kleber verwendet wurde sollte auch Flex-Fugenmörtel zum Einsatz kommen. Der angemischte Mörtel wird abschnittweise auf den Boden gegossen und mit einem Fugengummi diagonal zum Fugenverlauf verteilt. Überschüssiges Material sollte sofort grob entfernt werden.

Hinweis: Die Fugen zwischen Boden und Wand werden nicht mit Fugenmörtel gefüllt.

© PicSieben / Fotolia.com
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Nachdem der Fugenmörtel matt angetrocknet ist sollte die gesamte Fläche gereinigt werden. Bitte beachten Sie dabei die Herstellerangaben. Die erste Grobreinigung erfolgt mit einem feuchten Schwamm. Anschließend mit einem sauberen, trockenen Lappen nachpolieren.

Wandfugen abdichten

FUGENSTAR Fugenglättersatz 4-teiligFür das Verschließen der Wandfugen wird dauerhaft elastisches Silikon verwendet. Fugenränder an Boden und Wand werden mit Malerkrepp abgeklebt. Die Fugen werden nun gleichmäßig befüllt. Mit einem Fugenglätter entfernen Sie die überschüssige Dichtmasse und ziehen die Silikonfuge glatt. Zum Schluss werden die Klebestreifen entfernt. Sie sollten seitlich und schräg von der Fuge weg abziehen. Bauseitige Dehnungsfugen müssen im Fliesenbelag ebenfalls dauerelastisch verfugt werden.

Ihr Projekt „Fliesen legen“ ist erfolgreichen abgeschlossen. Eine belastbare und pflegeleichte Fläche wartet auf langjährige Nutzung.