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Grohe Sense Guard

« Die intelligente Wassersteuerung für die Generation Smartphone »

Allen Unkenrufen zum Trotz, scheint die Smarthome-Technologie nun endgültig in der Mitte der deutschen Konsumgesellschaft angelangt zu sein. So wurden auch 2018 wieder zahlreiche innovative Ideen von zukunftsgerichteten Interessenverbänden und Stiftungen mit Auszeichnungen prämiert. In der Kategorie der intelligenten Wassersteuerung stach dabei der Grohe Sense Guard deutlich heraus, der insgesamt 14 Mal zum Jahresbesten gekürt wurde. Doch was macht ihn so außergewöhnlich und wofür wird er überhaupt benötigt?

Durch den Monsun

Um der Frage auf den Grund zu gehen, muss man ein paar Jahre zurückblicken: 2013 richtete der Orkan „Xavier“ schwere Verwüstungen in Schottland an und traf dann mit Spitzengeschwindigkeiten um die 160 Stundenkilometer auf die Nordseeküste. Zahlreiche Anwohner fühlten sich in die Hamburger Sturmflut von 1962 zurückversetzt und mussten sich im Anschluss sogar noch mit versicherungstechnischen Statistiken auseinandersetzen. So klagten die deutschen Versicherungsunternehmen aufgrund verheerender Naturkatastrophen über ständig ansteigende Schadenssummen.

Die Politik sollte sich des Problems annehmen und garantieren, dass zumindest kalkulierbare Schäden in den Häusern durch neue Vorschriften minimiert werden. Jene Maßnahmen zielten hauptsächlich darauf ab, die in Eigenheimen durch Feuer und Wasser verursachten Schäden auszumerzen. Schließlich wurde der Versicherungswirtschaft 2013 noch immer alle 30 Sekunden ein Wasserschaden gemeldet. Bei Bränden soll die Frequenz sogar noch etwas höher gewesen sein.

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© Sikov – stock.adobe.com

Um dem Einhalt zu gebieten, wurden die technischen Bauvorschriften ein wenig modifiziert, sodass der Einbau elektrischer Rauchmelder nun in 14 Bundesländern (Berlin und Brandenburg werden 2021 nachziehen) generelle Pflicht ist, um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden. Bei der Problematik der durch Wasser verursachten Schäden wurde dagegen ein ganz anderer Ansatz gewählt: Hier sollte die fortschreitende Entwicklung der autonomen Smart-Home-Steuerungen als  Bestandteil der Badeinrichtung das Gleichgewicht der Naturgewalten wiederherstellen. Wie dies im Detail realisiert wurde, lässt sich am besten am Sense Guard von Grohe darlegen, dessen Funktionsweise mit vielen Konkurrenzprodukten übereinstimmt.

Grohe Sense Guard – Hirn und Herz der Wasserversorgung

Dabei sieht die Steuerung auf den ersten Blick recht unscheinbar aus. So handelt es sich beim Sense Guard um einen herkömmliches Magnetventil, das im Smart Home der Hauptwasserversorgung zwischengeschaltet wird, um diese im Notfall kappen zu können. Dazu bedient er sich einer digitalen Variante klassischer Wasserzähler, um den durchschnittlichen Bedarf zu ermitteln und auf eventuelle Unregelmäßigkeiten zu reagieren. Die dafür nötigen Berechnungen werden dabei natürlich nicht im platzsparenden Bauteil der intelligenten Wasserversorgung durchgeführt. Stattdessen stattete Grohe den Sense Guard mit einer heutzutage üblichen WLAN-Schnittstelle aus, was es ihm erlaubt, die Rechenkapazitäten der PC-Anlage des Smart Homes nutzen zu können.

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Und wenngleich ihm noch einige Einstellungsmöglichkeiten zu eigen sind, mit deren Hilfe das Wasser bezüglich seines Druckes, der Temperatur und der maximalen Durchflussmenge anhand individueller Grenzwerte eingeschränkt wird, drängt sich dennoch der Eindruck auf, dass Grohe lediglich den althergebrachten Hausmeister in eine elektrische Variante transformierte. Bis hierhin löst der Shootingstar von 2018 für die intelligente Wassersteuerung demnach noch keine Jubelstürme aus. Wie konnte es dem Grohe Sense Guard aber dann gelingen, die Konkurrenz so weit zu überflügeln?

Zentrale Komponenten in der Einzelbetrachtung

Die Anhänger der intelligenten Gebäudesteuerung dürften es bereits ahnen: Es sind selten die Hauptgeräte, die dabei den wirklichen Fortschritt markieren. So sind darin fast immer nur die Basiselemente der Anlage verbaut, während die eigentliche Magie erst innerhalb des kompletten Systems ihre volle Wirkung entfaltet.

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Demzufolge hat Grohe den Fokus des Guards während der Produktentwicklung auf dessen unterstützende Bauteile gelegt. Die wichtigsten davon verdienen es zweifelsfrei, an dieser Stelle kurz skizziert zu werden.

„Sense“ – Das Nervensystem der Wassersteuerung

Nicht nur beim Grohe Sense Guard, sondern prinzipiell innerhalb aller moderner Smarthomes, entfällt auf die intelligenten Detektoren eine Schlüsselrolle. Der Wassersensor Sense repräsentiert somit gewissermaßen die Augen des Guards: Er registriert vom dramatischen Rohrbruch, über undichte Leitungen bis zum tropfenden Wasserhahn alle potentiellen Schwachstellen der Wasserversorgung und versendet die gesammelten Daten an den Zentralrechner.

Anhand der voreingestellten Grenzwerte reagiert der Sense Guard, indem er den Wasser-Zufluss unverzüglich stoppt oder die Bewohner durch ein optisches Warnsignal informiert. Zu diesem Zweck liefert Grohe den Guard standardmäßig mit drei Sensoren aus, um schon mal die fehleranfälligen Komponenten (also Spül- und Waschmaschine sowie die sanitären Anlagen im Bad) der intelligenten Wassersteuerung lückenlos überwachen zu können. Falls ein größerer Bedarf besteht, kann man sie aber natürlich auch einzeln nachkaufen.

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Dass Grohes Ingenieure damit der Leistungsfähigkeit der Sensoren Tribut zollten und sich nicht etwa der Gewinnmaximierung ihres Unternehmens verpflichtet fühlten, verdeutlicht das folgende Alleinstellungsmerkmal des Guards: Er erkennt Wasser in allen drei Aggregatzuständen. So kann er den Bewohnern neben undichten Rohren auch mögliche Frostgefahr und erhöhte Werte der Luftfeuchtigkeit anzeigen.

Steigt die Feuchtigkeit dabei über 70 Prozent an, erfolgt ebenso eine Warnmeldung, wie wenn die Raumtemperatur über den Zeitraum von drei Stunden unter 3°C fällt. Neben ihrer primären Aufgabe fungieren die Sensoren also auch als Informationsquelle für weitere intelligente Systeme im Eigenheim, wie etwa der Lüftungsanlage.

„Aquablock“ – Der Türsteher im Smart Home

Damit das System reibungslos wirken kann, müssen zunächst aber natürlich die Basics stimmen. Das führt uns zum Aquablock, der nach Grohes Definition innerhalb des Sense Guards eine eigene Bauteilgruppe bildet. Genauer gesagt, handelt es sich bei ihm um das automatische Absperrventil in der Hauptwasserzufuhr.

Warum ist das erwähnenswert? Letztlich deswegen, weil Grohes Ingenieure der Konkurrenz auch diesmal wieder einen Schritt voraus sind: Gewöhnliche intelligente Wassersteuerungen kappen die Zufuhr, wenn abweichende Verbrauchsmengen registriert werden, versagen jedoch bei Stromausfall. Der Aquablock nutzt dagegen eine sogenannte „duale Energiezufuhr“. So greift er bei vollständigem Stromausfall auch ohne WLAN-Verbindung auf vorhandene Restenergie in anderen Bauteilen oder das Notstromaggregat des Eigenheimes zu und verhindert damit, dass es restlos geflutet wird.

Seinen Namen Sense Guard (sinngemäß in etwa: gründlicher Wächter) trägt die Wassersteuerung somit zurecht. Insbesondere die Generation Smartphone legt ihr Hauptaugenmerk bei Smarthomes jedoch auf die Fernbedienung.

Ondus App – das individuelle digitale Wasserprofil

Hierfür zeichneten sich wiederum Grohes Programmierer verantwortlich, die die Ondus App gezielt auf die technischen Bedürfnisse des Guards zuschnitten. Dabei fiel der Alarmfunktion (firmeninterner Arbeitstitel: „Aqua-Alarm“) selbstverständlich eine Schlüsselrolle zu: Registriert der Guard oder einer seiner Sensoren eine Störung im System, signalisiert er sie optisch und akustisch. Die App informiert die Bewohner zudem per Push-Nachricht und/oder E-Mail über den Missstand und getroffene Gegenmaßnahmen.

Darüber hinaus bietet sie auch bei reibungslosem Zustand der Anlage einen entscheidenden Vorteil: Mit ihrer Hilfe lässt sich der tatsächliche Wasserverbrauch jederzeit einsehen und kontrollieren.

So erfassen die Sensoren im 60-Minuten-Rythmus die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Eigenheim und speichern die Daten in der Ondus Cloud. Von dort lassen sie sich per Smartphone oder Tablet unbegrenzt abrufen, sodass die abschließende Entscheidung über einzelne Prozesse noch immer von den Bewohnern getroffen werden kann.