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Kamin reinigen und warten

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Nach dem von extremer Trockenheit geprägtem Hochsommer 2018, stürzten die Temperaturen Anfang September regelrecht ab und markierten damit das abrupte Ende der Freibad- und Grillsaison. So wird sich Mitteleuropa nun auf die Adventszeit und damit auf gemütliche Abende vorm Kaminfeuer vorbereiten dürfen. Bevor es soweit ist, stehen aber zunächst die alljährliche Wartung und Grundreinigung des Kamins an. Und da sich die Empfehlungen bzw. Richtlinien für jene Tätigkeiten zuweilen ändern, finden Sie hier noch einmal alle aktuellen Infos 2018 in kompakter Form.

Frühjahrsputz im Herbst

Viele Eigenheimbesitzer reinigen im Winter selten mehr als die Brennkammer des Kamins. Während des täglichen Betriebs mag daran auch nichts auszusetzen sein, im Herbst sollte jedoch eine gründliche Reinigung erfolgen, damit Sie Ihre Wohnräume mit Ihrem Kaminofen auch dauerhaft hocheffizient heizen können. Und solange die Tätigkeit sorgfältig durchgeführt wird, werden dafür nur wenige Arbeitsschritte und Kaminzubehör-Artikel benötigt. Folglich sollten Sie systematisch vorgehen, wenn Sie Ihren Kamin reinigen, also von innen nach außen. So reichern sich unterm Ascherost der Brennkammer mit der Zeit Asche- und Rußelemente an, die sich manuell nur schwer entfernen lassen. Da die Asche in der Regel aber trocken bleibt, lässt sie sich leicht aufsaugen. Dazu sollte jedoch kein üblicher Haushaltssauger verwendet werden, weil deren Fokus auf Tiefenwirkung gelegt wurde. Spezielle Aschesauger zählen hingegen zum klassischen Kaminzubehör, da sie über eine besonders schmale Düse verfügen, mit der sich die Rückstände im Kamin meist mühelos entfernen lassen. Sollten sich hier jedoch bereits hartnäckige Verunreinigungen gebildet haben, empfiehlt sich der Einsatz von Entrußungspuder, mit dem sich Teer- und Rußrückstände wirkungsvoll ablösen lassen.

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Anschließend sollte noch ein Blick ins Rauchrohr geworfen werden, welches bei den meisten Modellen mit einer Öffnung am Rohrknie versehen wurde, um den Zugang zu erleichtern. Dort bilden sich im Laufe der Zeit ebenfalls Ablagerungen, die das Rohr im schlimmsten Falle sogar verstopfen können. Wenn Sie den Kamin häufiger reinigen, reicht es jedoch völlig aus, das Rohr mit einem Handfeger oder einer Bürste zu säubern. Der letzte Schritt, um den Kamin zu reinigen, betrifft schließlich die äußeren Bestandteile, wobei der größte Arbeitsaufwand bei der Sichtscheibe anfallen dürfte. Sie sollte zunächst abgesaugt werden, um die groben Verunreinigungen zu entfernen und anschließend mit einem weichen Schwamm und Kaminscheibenreiniger abgewischt werden. Unter den Voraussetzungen, dass der Kaminofen regelmäßig gereinigt und das richtige Kaminzubehör verwendet wird, nimmt der gesamte Vorgang weniger als 20 Minuten in Anspruch. Daher werden im nächsten Kapitel Hinweise erfolgen, wie Sie Ihren Kaminofen dauerhaft pflegen und somit die Wartungskosten erheblich reduzieren können.

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Erleichtert die jährliche Reinigung: Wöchentliche und monatliche Kamin-Pflege

Ein Punkt, der bei der Reinigung des Kamins gerne übersehen wird, ist die Kontrolle des Rauchabzugs. Wenn dieser sich mit Ablagerungen festsetzt, kann der Rauch nicht mehr vollständig aus dem Kaminofen abziehen und reichert sich in den Wohnräumen an. Daher empfiehlt es sich, den Abzug monatlich zu überprüfen und gegebenenfalls frei zu saugen. Während des Winters ist zudem der Ascherost regelmäßig zu entleeren, damit die jährliche Reinigung nicht zu umfangreich ausfällt. Wenn Sie den Kamin reinigen möchten, fällt der wichtigste Part aber zweifelsfrei der Pflege der Brennkammer zu, welche sich grundsätzlich mit herkömmlichen Handbesen und Kehrschaufel umsetzen lässt. Um sich unnötige Mühen und Zeit zu ersparen, greifen viele Eigenheimbesitzer dafür aber zu speziellen Kohleschaufeln und Kehrbesen für Kaminöfen. So lassen sich mit dem richtigen Kaminzubehör viele Verunreinigungen schon im Ansatz beseitigen. Besonders in Single-Haushalten fehlt jedoch selbst für solch schnell zu erledigende Reinigungstätigkeiten häufig die nötige Zeit. Unser Magazin empfiehlt daher den Einsatz sogenannter Entrußer-Scheite als Alternative. Zusammen mit etwas Brennmaterial werden diese in der Brennkammer platziert und verfeuert, wodurch Chemikalien freigesetzt werden, die den Kaminofen fast ebenso wirkungsvoll reinigen, wie manuelle Aktivitäten.

Die Brennkammer sollte regelmäßig gereinigt werden
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Erstaunlich schnell erledigt: Die Wartung des Kamins

Viele Eigenheimbesitzer sind der Überzeugung, dass diese Aufgabe bereits durch den regelmäßigen Check des Schornsteinfegers erledigt sei, was im Kern durchaus zutrifft. Der Fachmann wird Ihren Kaminofen aber keineswegs prophylaktisch warten. Stattdessen wird er den Austausch einzelner Komponenten erst dann empfehlen, wenn sie bereits verschlissen sind. So können Sie die Wartungskosten für Ihren Kamin erheblich reduzieren, wenn Sie ein paar leicht zu erledigende Tätigkeiten selbst durchführen.

Defekte am Türschieber

Wenn der Kamin im Winter zum ersten Mal in Betrieb genommen wird, lässt sich häufig das Phänomen beobachten, dass sich Ruß an der Sichtscheibe bildet. Damit mag zwar keine direkte Gefährdung für den Kaminofen verbunden sein, gesundheitsförderlich oder im Sinne des Erfinders dürfte es aber kaum sein. Und da für dieses Problem mehr als eine Ursache in Frage kommt, ist sie nur nach dem Ausschlussverfahren zu ermitteln. So kann übermäßige Rußentwicklung ein Anzeichen dafür sein, dass die Temperatur in der Brennkammer zu niedrig ist, da die meisten Holzbestandteile erst ab 160 Grad Celsius vollständig verbrennen. Dies trifft häufig dann zu, wenn man versucht, beim Kaminzubehör zu sparen. So werden gerne günstige Grillanzünder für den Holzofen verwendet, obwohl sie erheblich kürzer und kälter als Zündwolle brennen.

Defekte an der Türe oder an Türschiebern sollten schnell entdeckt werden
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Bei einem Pelletofen dürfte der Fehler wiederum weniger in der Zündung zu suchen sein, die durch elektrische Glühzünder erfolgt, sondern eher am Bedienelement bzw. der Fernbedienung, wo sich die Kerntemperatur im Kaminofen in der Regel manuell beeinflussen lässt. Sollte die Kerntemperatur der Brennkammer im Normbereich liegen, wird der Ruß wahrscheinlich dadurch verursacht, dass das verwendete Brennholz noch zu feucht ist. Anderseits tritt dieses Phänomen auch auf, wenn zu wenig Zugluft in die Brennkammer gelangt. Dieser Umstand lässt sich beheben, indem der Türschieber vollständig geöffnet wird, welcher sich durch die hohen Temperaturen aber zuweilen verziehen kann. Doch handelt es hier um ein simples Bauteil, dessen Austausch in den Bedienungsanleitungen anschaulich beschrieben wird, sodass in diesem Fall keine Unterstützung von Profis vonnöten ist, um den Kamin zu warten.

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Starke Rauchentwicklung: Multiple Ursachen möglich

Wenn sich im Holzofen sehr viel Rauch bildet, wurde fast immer zu feuchtes oder zu viel Brennmaterial verwendet. Möglicherweise wurde auch die Drosselklappe des Schornsteins nicht vollständig geöffnet oder sie klemmt, wodurch dem Feuer zu wenig Luft zugeführt wird. Eine weitere Fehlerquelle könnte das Reinigungstürchen sein: Dort lösen sich von Zeit zu Zeit die Dichtungen ab, was sich mit etwas Kleber für Türdichtungen und eventuell auch Ersatzdichtungen schnell beheben lässt. Sollten diese Punkte nicht zutreffen, könnte unter Umständen der Schornstein verstopft sein, was Sie umgehend vom Schornsteinfeger überprüfen lassen sollten, da sich dadurch tödliche Gaskonzentrationen in der Wohnung anreichern können.

Pflege der Dichtungen und Türscharniere

Quietschende Türscharniere stellen nicht nur eine akustische Beeinträchtigung dar, sie weisen zudem darauf hin, dass die beweglichen Bauteile zu verschleißen beginnen. Mit etwas Getriebeöl oder Kupferfett wird dieser Prozess wirksam verlangsamt. Ein völlig anderes Problem liegt vor, wenn das Feuer im Holzofen lichterloh entzündet ist, obwohl die Luftzufuhr unterbrochen wurde. Dies ist zumeist darauf zurückzuführen, dass die Brennkammer nicht mehr vollständig abgedichtet ist. So ist das Dichtungsmaterial am Aschekasten und der Kamintür hohen Belastungen ausgesetzt, weshalb es in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und gegebenenfalls zu erneuern ist.

Neben dem Glas sollten die Scharniere und Dichtungen regelmäßig überprüft und gereinigt werden
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Risse in der Brennkammer

Aufgrund der hohen Temperaturen können sich im Isoliermaterial der Brennkammer schon einmal leichte Risse bilden, obwohl es aus feuerfestem Material (sogenannten „Schamottsteinen“) besteht. Solang dies nur vereinzelt festzustellen ist, besteht auch kein Grund zum Handeln. Sollten allerdings sehr viele Risse auftreten oder einzelne Steine bereits zerbrochen sein, wird der sekundäre Luftkreislauf massiv gestört, wodurch das Brennmaterial zu schnell verbraucht. In diesem Falle lässt sich der Austausch der beschädigten Platten nicht vermeiden, welche im Handel kostengünstig zu erwerben und mit etwas Schamottkleber relativ einfach anzubringen sind.

Welche Tätigkeiten führt der Schornsteinfeger durch?

Eine Schornsteinfegerin bei der Arbeit
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Zusätzlich zu den hier beschriebenen Maßnahmen, sollte Sie den Kaminofen mindestens alle zwei Jahre fachmännisch warten lassen. Dabei wird der Schornsteinfeger im Prinzip noch einmal die Tätigkeiten wiederholen, die hier bereits beschrieben wurden: So wird er zunächst die Brennkammer des Kamins reinigen, um anschließend die Dichtungen an der Tür, der Scheibe und am Aschekasten zu überprüfen.

Bei der regelmäßigen Wartung werden zudem die Türscharniere eingefettet und gerissene Schamottsteine ausgetauscht. Sollten Sie mit einem Pelletofen heizen, ist außerdem zu berücksichtigen, dass diese zumeist über einen Automatikmodus verfügen, welcher auf Funktion zu prüfen ist.

Darüber hinaus wird der Verschleiß stark beanspruchter Bauteile, wie etwa die Feder der Brennstoffzufuhr, gecheckt und gegebenenfalls ersetzt. Regelmäßige Wartung des Betreibers vorausgesetzt, wird der Schornsteinfeger nur wenige Minuten benötigen, um den Kamin zu warten und dafür einen Obolus von lediglich 50 – 75 Euro verlangen.

Fazit: Dank regelmäßigem Reinigen und Warten steht dem Kaminfeuer nichts im Weg

Was soll uns das nun alles sagen? Wenn man Weihnachten mit seinen Familienmitgliedern vor dem Kamin verbringen möchte, wird man zumindest die jährliche Grundreinigung durchführen müssen, die mit einem Zeitaufwand von 20 Minuten allerdings auch recht schnell erledigt ist. Und schließlich lässt er sich weiter reduzieren, wenn der Ofen auch im Winter in regelmäßigen Abständen gereinigt wird. Die professionelle Wartung des Kamins obliegt letztlich dem Schornsteinfeger, kann durch aufmerksame und handwerklich geschickte Eigenheimbesitzer aber wirkungsvoll unterstützt werden, um die Betriebskosten auch dauerhaft niedrig zu halten. In diesem Sinne wünscht Ihnen unser Magazin geschicktes Gelingen und ein frohes Weihn