Startseite | Heizung & Klimatechnik | Mobile Klimaanlagen oder festinstallierte Klimageräte
© antic / Fotolia.com

Mobile Klimaanlagen oder festinstallierte Klimageräte

« Für wen lohnt sich was? »

Es heißt, der Klimawandel schadet Pflanzen und Tieren, bewirkt das unaufhörliche Ansteigen des Meeresspiegels und sorgt für Missernten. Die Rekordwerte im Sommer 2018 haben den Deutschen allerdings noch eine weitere Erkenntnis nachhaltig verdeutlicht: Die Architektur der mitteleuropäischen Wohngebäude ist darauf ausgerichtet, Wärme zu speichern, was bei über 30° Celsius Außentemperatur schon sehr belastend wirkt. So gewinnen Klimaanlagen immer mehr an Relevanz, doch welche Bauform ist für welchen Gebäudetyp angemessen? Der folgende Artikel gibt Ihnen Aufschluss über den heutigen Stand der Klimatechnik und vergleicht mobile Klimaanlagen und festinstallierte Klimageräte anhand einzelner Modelle.

Die Wahl der richtigen Klimaanlage: Wohnsituation ist entscheidend

Die Entscheidung sich eine Klimaanlage zuzulegen, ist diesen Sommer schnell getroffen, doch schon kurz darauf steht man vor dem Problem, zwischen den zahlreichen Angeboten zu wählen. Dabei sind die Kaufkriterien für Klimageräte dieselben, wie für die meisten größeren Haushaltsgeräte: Das Gerät muss zunächst die erforderliche Ausgangsleistung bewerkstelligen, um seiner Aufgabe gerecht zu werden.

Die Wahl der richtigen Klimaanlage
© dmitrimaruta / Fotolia.com

In Bezug auf Klimaanlagen bedeutet dies, dass man sich vor der Anschaffung darüber Gedanken machen sollte, ob das Gerät die gesamte Wohnfläche abdecken oder lediglich das Raumklima eines einzelnen Zimmers kühlen soll. Der sekundäre Aspekt betrifft die Kostenfrage, die sich bei der Klimatechnik nicht nur auf den Kaufpreis beschränkt, da deren Einbau und Energieverbrauch wesentliche Faktoren darstellen. Damit gelangt man letztlich zum Kern des Entscheidungsprozesses: Welches Gerät angemessen ist, ist durch die persönliche Wohnsituation bereits weitestgehend vorgezeichnet. Denn schließlich befinden sich zwei konkurrierende Systeme auf dem Markt, die sich ihrer Wirkungsweise ähneln, diese allerdings auf unterschiedlichem Wege erzielen.

Installation einer Klimaanlage an der Aussenfassade
© ACP prod / Fotolia.com

So fallen für eine klassische Klimaanlage meist hohe Anschaffungskosten an, dafür sind die Betriebskosten relativ niedrig, weil sie fest in der Wand verbaut werden. Da Installationen an der Außenfassade von Miethäusern jedoch meist untersagt sind, kommen hier eher mobile Klimageräte zum Tragen.

Mobile Klimageräte: Die Klimaanlage für die Wohnung

Die Funktionsweise aller heute in der Klimatechnik verwendeten Geräte beruht auf dem Prinzip des geschlossenen Kühlkreislaufes. Die heiße Raumluft wird von einer kleinen Turbine angesaugt und im Inneren des Gerätes von einem flüssigen Kältemittel abgekühlt und anschließend wieder in die Wohnung zurückgeleitet. Die Stärke des Kühleffektes auf das Raumklima verhält sich dabei proportional zur Verweildauer im Kühlsystem, sodass eine höhere Kühlleistung mit erhöhter Luftaufnahme und damit auch letztlich erhöhtem Energieverbrauch einhergeht.

Mobile Klimaanlage
© alexlmx / Fotolia.com

Unterschiede zeigen sich dagegen in der Frage, was mit der heißen Abluft geschieht. Die Lösung, die den Ingenieuren für Klimageräte eingefallen ist, wirkt etwas simpel: Die aufgenommene Wärme wird über einen frei im Raum zu verlegenden Abluftschlauch nach außen transportiert, was meist über ein geöffnetes Fenster realisiert wird. Für mobile Klimageräte stellt dies bereits den größten Nachteil dar, da das Raumklima durch die Öffnung zwangsläufig wieder erwärmt wird, was deren Energieeffizienz nachhaltig negativ beeinflusst. Darüber hinaus ist der Betrieb der Klimageräte vergleichsweise laut, da sich der Kompressor, also das Hauptelement der Anlage, innerhalb der Wohnung befindet.

Auf der anderen Seite sind mobile Klimageräte relativ kompakt und benötigen daher wenig Platz. Außerdem ist ihr Anschaffungspreis verhältnismäßig niedrig, zudem spart man sich die Installationskosten.

Leistungsstark und zugleich effizient: Der EUROM CoolPerfect

EUROM zählt zu den führenden niederländischen Herstellern für leistungsstarke Haushaltsgeräte und hat sich zuletzt nachhaltig darum bemüht, seine Produktpalette auf dem Gebiet der Klimatechnik breiter und kundenorientierter aufzustellen. Im Zuge dieser Qualitätsoffensive hat das Unternehmen mit der Produktserie „CoolPerfect“ ein durchaus ansprechendes Allround-Gerät auf dem Markt platziert.

Technische Rahmendaten

Der „CoolPerfect“ lässt sich dank seiner Digitalanzeige und der mitgelieferten Fernbedienung sehr exakt kalibrieren und ist aufgrund des integrierten 24-Stunden-Timers vorausschauend programmierbar. Das Gerät ist mit einer Höhe von lediglich 60 cm relativ kompakt konstruiert und somit uneingeschränkt mobil einsetzbar. Die Produktserie umfasst mit dem CoolPerfect 90 (max. 2,6 kW Kühlleistung sowie ein Raumvolumen von 90 Kubikmetern) und dem CoolPerfect 120 (3,5 kW und 120 Kubikmeter) zwei Kategorien, die jeweils leistungsstark genug sind, um das Raumklima mehr als eines einzelnen Raumes zu kühlen.

Eurom CoolPerfect 180 5,2 kW mobiles Klimagerät Klimaanlage Raumklimagerät Truhe

Diese Eigenschaften prädestinieren die Produkte von EUROM für den Einsatz als Klimaanlage für die gesamte Wohnung, zumal sie, neben dem Kühlmodus, auch zum Heizen und Entfeuchten der Raumluft verwendet werden können. Außerdem ist die, für mobile Klimageräte, erstaunlich geringe Betriebstemperatur von max. 35°C positiv zu erwähnen.

EUROM-Fernbedienung-CoolPerfect

Darüber hinaus ist der „CoolPerfect“ der Energieeffizienzklasse A zugeordnet worden, was weit über dem durchschnittlichem Wert für Klimageräte liegt. Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass der von den Herstellern angegebene Leistungsbedarf grundsätzlich unter Laborbedingungen ermittelt wird, welche in der Realität quasi nicht zu erzielen sind. Dagegen wirkt sich die bei Volllast verursachte Lautstärke von 65 dB bereits sehr nachteilig aus. Auch die Länge des mitgelieferten Abluftschlauches ist mit 1,50 m etwas kurz geraten, sodass in diesem Punkt mitunter weitere Kosten für Zukäufe einkalkuliert werden müssen, um das Gerät auch vollumfänglich mobil platzieren zu können.

Einsatzmöglichkeiten

Wie die meisten Klimageräte ist auch der „CoolPerfect“ überwiegend als Klimaanlage für die Wohnung geeignet, obwohl ihn sein überdurchschnittliches Preis-Leistungs-Verhältnis auch für den Einsatz in kleineren Eigenheimen qualifiziert.

Denn schließlich verlangen Vermieter zumeist, dass die Außenfassade des Gebäudes von sämtlichen Installationen verschont bleibt, sodass Mietern häufig nur die Möglichkeit bleibt, ein Klimagerät zu erwerben, das mobil verwendet werden kann.

Fest verbaute Klimatisierung: Hoher Anschaffungspreis, langfristig aber die günstigste Lösung

Die Funktionsweise einer herkömmlichen Klimaanlage unterscheidet sich nur in einem Punkt wesentlich von der eines Klimagerätes: Die Lösung der Abluftfrage. Denn bei fest verbauten Klimalösungen befindet sich der größte Teil des Gerätes außerhalb des Gebäudes. Das Ansaugen der warmen Raumluft erfolgt selbstverständlich noch innen, welche anschließend durch die Außenwand zur eigentlichen Hauptanlage, also dem Kompressor inklusive Kühlsystem, geleitet wird.

Installation einer Klimaanlage
© Wellnhofer Designs / Fotolia.com

Die Bauweise der klassischen Klimaanlage bedingt zugleich ihre größten Vorteile: Da sich der Kompressor nicht im Raum befindet, ist die Betriebslautstärke sehr niedrig, zudem bewirkt der Einsatz in einem geschlossenen Raum, dass das Raumklima reguliert werden kann, ohne nennenswerte Zuführung weiterer Warmluft befürchten zu müssen. Daher gilt die fest verbaute Klimaanlage bis heute als die effizienteste Lösung, um im Sommer angenehme Temperaturen in Wohn- und Arbeitsräumen zu erzielen.

SANGI-Kaeltemittelleitung-Kupferrohr-vorisoliert-25m

Allerdings wirkt der Anschaffungspreis der Geräte zunächst etwas abschreckend, zumal man schnell an Grenzen stößt, wenn man die Klimaanlage selbst einbauen möchte. Immerhin ist es mit einem einfachen Wanddurchbruch nicht getan, da zum Hauptgerät in der Regel noch die Installation zusätzlicher Sekundärlüfter nötig wird, um den Effekt einer zentralen Klimaanlage zu erzielen.

Kaeltemittelleitung

Dieser Vorgang schließt folglich zeitintensive Arbeiten in mehreren Stockwerken nach sich, da zudem auch noch Energie- und Kältemittelleitungen zu verlegen sind. So erreichen die Gesamtkosten schnell fünfstellige Eurosummen, wenn man in ein bestehendes Gebäude eine Klimaanlage einbauen möchte, was sie selbst langfristig zu unrentabel werden lässt. Daher ist der Einbau einer Klimatisierung ausschließlich dann zu empfehlen, wenn dieser bei einem Neubau bereits in der Planungsphase berücksichtigt wurde.

Die neueste Entwicklung der Klimatechnik: Inverter-Anlagen

Da Klimaanlagen und mobile Klimageräte in ihren Einsatzmöglichkeiten limitiert sind, haben die Hersteller in letzter Zeit primär nach Alternativen geforscht, die wesentliche Komponenten der beiden Systeme miteinander vereinen.

Dies hat zur Entwicklung von Inverter-Anlagen geführt, bei denen der Kompressor noch innerhalb des Raumes installiert wird.

Dafür sind die Anlagen zumeist sehr kompakt konstruiert und werden fest in der Wand verbaut, sodass sie keinen Abluftschlauch benötigen. Zudem ist bei dieser Bauform ein sehr breites Preisspektrum möglich, weshalb in unserem Magazin nun zwei Modelle kurz porträtiert werden, die in ihrem Leistungsumfang zum Teil stark variieren.

Das Klimagerät für Anspruchsvolle: Der REMKO 1612200 KWT 200 DC

Die Klimageräte von REMKO zeichnen sich durch Ihre Zuverlässigkeit und lange Haltbarkeit aus. Die Geräte sind relativ einfach zu installieren und arbeiten sowohl im Kühl- als auch im Heizbetrieb bei Außentemperaturen bis -15 °C äußerst zuverlässig. Da dieses Produkt fest in der Wand installiert wird, benötigt es keine hohe Energiezufuhr, sodass die max. Kühlleistung von 2.93 kW ausreicht, um 330 Kubikmeter Raumluft pro Stunde abzukühlen.

REMKO-1612200-KWT-200-DC-Kompaktklimageraet-fuer-Kuehl-sowie-Heizbetrieb

Ebenso positiv hervorzuheben sind die vielfältigen Einstellungsoptionen (die Geräte verfügen über drei Leistungsstufen und können zudem automatisch betrieben werden) sowie der vergleichsweise niedrige Geräuschpegel von max. 43 dB.

Äußerst vielseitig: Das FUJITSU Klimaanlagen Wandmodell-Set:

Wie bei der heutigen Klimatechnik üblich, lassen sich FUJITSU Klimageräte sowohl zum Kühlen als auch zum Erwärmen des Raumklimas nutzen. Das Modell ist in drei unterschiedlich dimensionierten Leistungsstufen (mit der maximalen Kühlleistung von 2, 2,5 und 3,4 kW) erhältlich und verursacht bei Volllast einen Geräuschpegel von maximal 43 dB, der sich allerdings noch einmal niedriger regeln lässt.

FUJITSU-Klimaanlage-Wandmodell-Set

Das große Plus dieser Modellserie zeigt sich, abgesehen von seiner Vielseitigkeit, in der besonders hohen Energieeffizienz: So sind die Geräte im Kühlmodus in der Effizienzklasse A++ und im Heizmodus nur geringfügig niedriger mit A+ eingestuft worden. Alle, die die Anlage ausschließlich im Sommer benötigen und demnach nur den Kühlbetrieb nutzen möchten, ist jedoch zum Erwerb der niedrigsten Leistungsstufe zu raten, da die beiden höheren Stufen nur im Heiz- und Entlüftungsmodus einen signifikanten Mehrwert bieten.

Abschließendes Fazit zu mobilen und fest verbauten Klimaanlagen

Wer mit den Temperaturen in diesem Sommer Schwierigkeiten hatte, darf in den folgenden Jahren nicht auf Entspannung hoffen. Denn die führenden Klimaforscher sind der Überzeugung, dass diese langen Hitzeperioden in Zukunft deutlich häufiger auftreten werden. Demnach wird die Klimatechnik auch in Mitteleuropa immer mehr an Relevanz gewinnen. Die Frage, mit welchem System man sein Raumklima abkühlen soll, wird in Deutschland allerdings zumeist von der persönlichen Wohnsituation beantwortet. So bleibt Mietern in der Regel nur die Alternative, mobile Klimageräte zu erwerben, da der Einbau und Betrieb einer Klimaanlage in der Wohnung zumeist vom Vermieter untersagt werden.

Mobile Klimaanlage kuehlt das Schlafzimmer
© Tanja Esser / Fotolia.com

Eigenheimbesitzer haben dagegen die volle Auswahl und sollten auf, zunächst zwar teurere, dafür aber erheblich effizientere Klimaanlagen setzen. Deren klassische Variante mit mehreren Sekundärlüftern ist jedoch nur zu empfehlen, wenn die Installation bereits beim Bau des Gebäudes berücksichtigt wurde.

Wohnwagen Split-Klimagerät AC 2401 Caravan 696 Watt

Inverter-Anlagen eigenen sich eher für nachträgliche Einbauten und erreichen beinahe dieselbe Effektivität wie Klimatisierungslösungen, die im Vorhinein geplant wurden.