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Revisionsklappen im Trockenbau

« Praktische Wandöffnungen zur Installationskontrolle »

Dem deutschen Volk eilt der Ruf voraus, dass es sich überwiegend aus Sparfüchsen und Schnäppchenjägern zusammensetzten würde. Die Tatsache, dass viele Eigenheimbesitzer den Trockenbau als Mittel der Wahl nutzen, um unverputzten Wohnraum kostengünstig zu verkleiden bzw. zu renovieren, scheint das Klischee sogar zu bestätigen. Um bei diesem Unterfangen jedoch nicht am falschen Ende zu sparen, sollte schon im Vorfeld die langfristige Entwicklung berücksichtigt werden. Ein Aspekt, der dabei gerne übersehen wird, betrifft den Einbau sogenannter Revisionsklappen.

Der natürliche Feind des schlechten Handwerkers

Revisionsklappen erfüllen bei Innenausbauten im Prinzip denselben Zweck, für den Motorhauben bei Kraftfahrzeugen vorgesehen sind: Im Rahmen diverser Wartungs- oder Reparaturtätigkeiten ermöglichen sie einen bequemen Blick unter die Oberfläche. Man stelle sich vor, welch Unannehmlichkeiten ohne derartige Konstruktionen zu bewältigen wären: Für jeden Ölwechsel müsste der vordere Teil der Karosserie mit einem Trennschleifer entfernt und später wieder angeschweißt werden. In früheren Zeiten wurde Heimwerkern jedoch exakt diese Vorgehensweise für den Trockenbau empfohlen. So war es tatsächlich lange Zeit üblich, mit einer Stichsäge temporäre Zugangsmöglichkeiten in der Wand zu schaffen, nur um sie nach dem Abschluss der Wartungstätigkeiten notdürftig zu flicken. Dabei waren dem Handwerk die Vorzüge der Wartungsklappen seinerzeit schon gut bekannt. Schließlich gewährleisten Revisionstüren seit jeher Schornsteinfegern bequemen Zugang ins Kamininnere, der ansonsten nur übers Dach erfolgen könnte. Ähnliche Konstruktionen zählen im Anlagen- und Maschinenbau sowie bei Sanitärinstallationen zu den Standardmaßnahmen.

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Die Anregungen, auch Revisionsklappen für den Trockenbau zu produzieren, hatten die Hersteller mit dem Verweis auf fehlende Notwendigkeit allerdings lange von sich gewiesen. Die Kehrtwende erfolgte schließlich erst mit der fortschreitenden Entwicklung der Mikroelektronik und Digitalisierung, deren Bauteile und Einfluss sich heutzutage selbst in den hinter Gipswänden verborgenen Leitungen, Installationen und Messinstrumenten finden lassen. Immerhin sind mit dem Einsatz hochentwickelter Technik nicht selten die Nachteile verbunden, dass erhöhter Wartungsbedarf besteht und vermehrt Störungen auftreten. Das entscheidende Argument dafür, Revisionsklappen im Trockenbau zu verwenden, gründet sich mit dem aktuellen Fachkräftemangel jedoch auf eine noch recht neue Entwicklung. So schätzen Experten des Arbeitsministeriums, dass Deutschland zurzeit (Stand Oktober 2018) etwa 150.000 qualifizierte Handwerker fehlen. In diese Lücke sind in den vergangenen Jahren auch europaweit agierende Monteure gestoßen, die nicht immer den hohen Qualitätsansprüchen deutscher Eigenheimbesitzer genügen. Der Einbau einer Revisionsklappe in der Wand gewährleistet daher nicht zuletzt den ständigen Blick auf das Innenleben der Trockenbaukonstruktionen, welcher sich zur Dokumentation ungenügend durchgeführter Arbeiten nicht umgehen lässt. Und zu diesem Zweck können Eigenheimbesitzer heutzutage aus einer Vielzahl von Revisionsklappen wählen, die (fast) alle Eventualitäten abdecken.

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Quadratisch, praktisch…gut

Sich im Angebotsdschungel der Baumärkte zurechtzufinden, kann so manchen ungeübten Heimwerker allerdings schnell überfordern. Für Revisionsklappen im Trockenbau gilt es aber letzten Endes dieselben Aspekte zu beachten, wie für so viele vorgefertigte Bauelemente: Die Bauteile sollten sich optisch und qualitativ nahtlos in die existierende Installation einfügen lassen. Darüber hinaus sind die Lebensdauer und das Preis-Leistungs-Verhältnis des Artikels in die Kaufentscheidung miteinzubeziehen. In Bezug auf Revisionsklappen im Trockenbau ist dabei zu berücksichtigen, dass in deutschen Eigenheimen überwiegend Gipskarton als Wand- bzw. Deckenverkleidung eingesetzt wird. Aus diesem Material hergestellte Produkte werden häufig unter 100 Euro vertrieben und verfügen in der Regel über Vierkantverschlüsse, die sich auch nach Jahrzehnten noch einwandfrei bedienen lassen. Als preisbewusster Eigenheimbesitzer kann man mit einer solchen Revisionsklappe nicht viel falsch machen, wenngleich es sich dabei um Massenware mit vordefinierten Abmessungen handelt. Instandhaltungs- und wartungsbedürftige Installationen sind aber leider nicht immer mittig hinter der Trockenbau-Wand verbaut und können daher häufig nur mithilfe spezieller Revisionsklappen zugänglich gemacht werden, die zumeist nur im Netz oder bei Fachhändlern erhältlich sind. Darüber hinaus spielt auch der angedachte Einsatzort des Bauteils eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Kaufentscheidung. Damit ungeübte Heimwerker aber nicht vollständig der Expertise des Kundenberaters folgen müssen, der das teuerste Produkt anpreisen könnte, sollte man sich bereits vor dem Betreten der Verkaufsräume darüber im Klaren sein, welche Eigenschaften benötigt werden.

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Planung ist das halbe Leben

So verwirren Fachhändler ihre Kundschaft gerne, indem sie zu Beginn des Gespräches den Begriff „Revisionstür“ fallen lassen. Diese Türen öffnen einen bedeutend größeren Zugang als einfache Klappen und belegen ein dementsprechend höheres Preissegment. In Privathaushalten ist ihr Nutzen dennoch eingeschränkt, da sie tatsächlich eine begehbare Öffnung beinhalten, die nur für hochkomplexe Elektroinstallationen, die häufig umkonfiguriert oder an denen regelmäßig umfangreiche Messungen vorgenommen werden müssen, wirklich vonnöten ist. Ähnliches lässt sich über die Revisionstür mit staubdichtem Verschluss sagen, welche elektrische Anlagen mit freiliegenden Anschlüssen schützen soll. In Eigenheimen sind zumeist aber nur einfache Gas- bzw. Stromleitungen über Putz verlegt, die in einem Rhythmus von 12 (Gas) bis 30 (Strom) Jahren zu warten sind. In diesem Falle, wie auch für hinter der Wand befindliche Ventile oder Zähler, ist der Einbau herkömmlicher Standardklappen mit den folgenden Eigenschaften vollkommen ausreichend:

  • Im Gegensatz zur eigentlichen Revisionstür, sollte der Rahmen aus Stahlblech oder Aluminium gefertigt und nicht verschweißt, sondern verschraubt sein.
  • Die Rahmentiefe sollte 25 mm nicht unterschreiten, um alle marktüblichen Plattenstärken bedienen zu können.
  • Der Schließmechanismus sollte möglichst wartungsarm konstruiert sein, was auf Vierkantverschlüsse zutrifft. Zylinderschlösser sind gegenüber feuchten Witterungsbedingungen und Temperaturschwankungen allerdings erheblich unempfindlicher.
Eine Wandeinlassung für den Revisionskasten
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Der gewiefte Verbraucher dürfte aber spätestens dann an der Qualifikation des Kundenberaters (ver)zweifeln, sobald ihm Produkte mit verstärktem Brand- oder gar Strahlenschutz empfohlen werden. Schließlich genügen Grundkenntnisse elementarer Naturgesetze, um den Schluss zu ziehen, dass Hausinstallationen traditionell nur mit einer recht niedrigen Temperaturresistenz (übersteigt in den seltensten Fällen 45 °C) bedacht werden und durch die Hitzeentwicklung längst verschmort wurden, bevor sie in direkten Kontakt mit Flammen treten. Gut informierte Eigenheimbesitzer verorten das Anwendungsgebiet jener Klappen daher zurecht im gewerblichen und industriellen Sektor, um dort sicherheitsrelevante oder sehr wertvolle Installationen abzuschirmen.

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Ein dem diametral entgegengesetzter Sachverhalt zeigt sich dagegen bei Wartungsklappen, die speziell für den Einsatz in Feuchträumen entworfen wurden: Damit lassen sich auch in Privathaushalten wertvolle Informationen über die hinter den Trockenbauwänden befindliche Bausubstanz gewinnen, die in der Küche und dem Bad einem erhöhten Risiko für Schimmel- und Schädlingsbefall ausgesetzt ist.

Zum Abschluss der Planungsphase gilt es noch, die konkrete bauliche Situation miteinzubeziehen: So können Wartungstätigkeiten schon mal zu einer Geduldsprobe ausarten, wenn sich die Tür ausschließlich in eine Richtung öffnen lässt. Wartungsklappen, die mehr Flexibilität gestatten und sich womöglich sogar vollständig aushängen lassen, können bei baulichen Engpässen daher eine große Hilfe für den Monteur sein.

Handwerkliches Schnellverfahren: Montage der Revisionstür

Als letzten Schritt erwartet den kostenbewussten Eigenheimbesitzer schließlich noch den Einbau der Revisionsklappe in der Wand, welcher sich nach dem quälend langen Entscheidungsprozess erfreulich zeitsparend erweist. Immerhin sind die vormontierten Bauteile zumeist mit Normmaßen versehen und lassen sich mittels weniger Holzschrauben wie eine handelsübliche Trockenbauplatte an der Wand montieren. Dieses Unterfangen wird von vielen Herstellern noch zusätzlich erleichtert, indem sie den Rahmen der Revisionstür mit vordefinierten Schraubpunkten versehen, weshalb erfahrene Heimwerker nicht mehr als einen Akkuschrauber dafür benötigen. Etwas umfangreicher gestaltet es sich allerdings, wenn die bauliche Situation es erfordert, die Anfertigung eines Unikats bei einem Spezial-Unternehmen in Auftrag zu geben. Jene Klappen können sich fast jeder beliebigen Unzulänglichkeit angleichen und selbst runde Formen annehmen, kommen aber natürlich auch dementsprechend kostspielig daher. Viele Betriebe, die Spezialanfertigungen produzieren, übernehmen im Rahmen ihres Komplettservices jedoch auch gleich die Montage. Sollte dies nicht zutreffen, sägt man mit der Stichsäge die vorgezeichnete Öffnung aus der Gipsplatte aus, um die Revisionsklappe darin auszurichten und passgenau zu verschrauben. Da es sich hier jedoch schon um eine Tätigkeit handelt, die fortgeschrittene handwerkliche Fähigkeiten voraussetzt, sollte der Eigenheimbesitzer die Aufgabe im Zweifelsfalle an einen Fachbetrieb delegieren.

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Gesamturteil über Revisionsklappen im Trockenbau: Beste Aussichten

Nicht völlig zu Unrecht, werden international agierende Großkonzerne überwiegend als profitorientiert und verbraucherfeindlich wahrgenommen. Was nicht bedeuten soll, dass es keine Ausnahmen gibt: Mit vorgefertigten Wartungsklappen für Eigenheime hat die Baubranche ein hervorragendes Timing bewiesen und das richtige Produkt zur rechten Zeit zur Marktreife gebracht. Schließlich hat sich der Wartungsaufwand digitaler und elektrischer Installationen in den vergangenen Jahren beträchtlich erhöht und dürfte noch weiter ansteigen. So sind sich kostenbewusste Eigenheimbesitzer schon lange darüber im Klaren, dass eine Revisionstür keinesfalls als überflüssige Ausgabe, sondern vielmehr als Investition einzuordnen ist, die die Wartungskosten dauerhaft minimiert. Demzufolge sollte die Baubranche mit der Produktklasse ein zusätzliches Geschäftsfeld erschlossen haben, das beständige Rendite verspricht und weiter florieren dürfte.