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Rohrisolierung
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Rohrisolierung selber machen

« So werden Heizungsrohre isoliert »

Die Isolierung von Heizungsrohren wird bei Sanierungen gerne vernachlässigt. Dabei können hier erhebliche Verluste an Heizungswärme entstehen. In diesem Artikel erklären wir, warum die fachgerechte Rohrisolierung wichtig ist und worauf man bei der Verlegung der Rohrdämmung achten muss.

Wozu dient das Heizungsrohre isolieren?

In Häusern mit an der Wand montierten Heizkörpern wird das Heizwasser von der Heizungsanlage aus auf die einzelnen Heizungen verteilt. Die dazu nötigen Heizungsrohre verlaufen meist nicht nur durch beheizte Wohnräume, sondern auch durch ungeheizte Teile des Hauses, z. B. den Keller. Wenn sie freiliegen, geht dabei ein nicht unerheblicher Teil der Energie verloren. Zudem muss berücksichtigt werden, dass die Wasserzirkulation in den Heizrohren im Gegensatz zum Wasserzulauf im Heizkörper nicht abgestellt wird, wenn einzelne Wandheizungen ausgeschaltet sind. Somit wirkt das Heizrohr ungewollt selbst als Heizung, was auch in beheizten Räumen weitere Energieverluste verursacht und in besonders gut gedämmten Gebäuden sogar zur unerwünschten Aufheizung von Räumen führen kann. Deshalb ist in der Energieeinsparverordnung die Rohrisolierung für Neubauten vorgeschrieben. Auch in bestehenden Gebäuden macht die nachträgliche Rohrdämmung Sinn – sie kostet wenig, lässt sich problemlos selbst durchführen und kann, ausgehend von einem Erdgaspreis von 8 Cent/kWh, zu einer Ersparnis von ca. 15 EUR pro Meter Heizungsrohr und Jahr führen. In einem 125m² großen Einfamilienhaus, in dem 22,5 m der Heizungsrohre im unbeheizten Bereich verlegt sind, ergeben sich so jährliche Einsparungen von ca. 335 EUR.

Rohrisolierung - Isoliermaterial
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Rohrisolierung selber machen – Material und Werkzeug

Das nötige Isoliermaterial wird in unterschiedlichen Formen verkauft, die vom flexiblen Schlauch bis zur mehr oder weniger starren Rohrschale reichen. Die eigentliche Dämmung wird entweder durch Aufschäumen des verwendeten Werkstoffs oder durch Verwendung eines separaten Dämmmaterials (meist Glaswolle oder Steinwolle) erzielt. Zu den am häufigsten verwendeten Arten von Heizungsrohrisolierung zählen Schläuche aus PE-Schaum. Besonders für gebogene Heizungsrohre kommen oft Kautschukschläuche zum Einsatz. Starre Rohrschalen sind seltener anzutreffen, da sie aufwendiger beim Isolieren sind. Laut Energieeinsparverordnung sollte die Dicke der Dämmung mindestens dem Rohrdurchmesser entsprechen. Bei den meisten Produkten, die für 15 mm Heizungsrohre ausgelegt sind, ist sie etwa 2cm dick. Für eine effektive Rohrisolierung sollte auf Dämmmaterial der Wärmeleitfähigkeitsklasse 035 zurückgegriffen werden.

Aluminiumklebeband
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Fast alle Arten von Dämmstoff sind der Länge nach eingeschnitten, um eine schnelle Verlegung zu ermöglichen. Einige Produkte sind lediglich angeschlitzt und müssen vor der Anbringung vollständig eingeschnitten werden. Die Verlegung auf geraden Rohrleitungen ist somit bei allen Produkten trivial – die Rohrisolierung wird einfach auf das Rohr geschoben, ggf. verklebt (viele Produkte haben dazu einen Klebestreifen am Einschnitt) und mittels eines speziellen Klebebands (z. B. Aluminium- oder Kautschukklebeband) mit den anderen Isolierungsabschnitten verbunden. Schwieriger wird es an Ecken, Kurven und T-Verzweigungen – hier müssen Gehrungsschnitte in die Isolierung gesetzt werden. Am einfachsten geht das mit einer Gehrungssäge oder Gehrungslade, die für 90°, 45° und 30° Schnitte geeignet sein sollte. Notfalls kann man sich aber auch mit Winkelmessern oder Kunststoffwinkeln behelfen.

Isolieren mit Schaum- und Kautschukschläuchen

Kautschuk-IsolierungZur flexiblen Rohrisolierung aus PE-Schaum um Rohrbiegungen herum wird diese keilförmig eingeschnitten. Die Anzahl der Einschnitte und der Winkel hängen dabei vom Biegeradius ab. Bis 2 cm genügt ein einzelner Einschnitt mit 90° Gesamtwinkel bis zur Mitte des Schlauchs. Liegt der Radius zwischen 2 und 5 Zentimetern, werden zwei 45° Keile ausgeschnitten. Dabei sollte ein gewisser Abstand (Stegbreite) zwischen den Keilen gelassen werden. Bei Biegeradien von 5 cm und darüber setzt man 3 Einschnitte zu je 30°. Die Breite der verbleibenden Stege sollte dabei umso größer sein, je größer der Radius ist. Für sehr große Radien kann eine noch höhere Anzahl von Einschnitten mit noch spitzerem Winkel erforderlich werden. In den meisten Fällen reichen jedoch maximal 3 Einschnitte aus, da das Material selbst sehr flexibel ist. Kautschukschläuche werden ähnlich verarbeitet, müssen allerdings meistens überhaupt nicht eingeschnitten werden, da sie sehr flexibel sind. An T-förmigen Verzweigungen wird sowohl bei PE- als auch bei Kautschukschläuchen ein kreisförmiger Ausschnitt im Durchmesser des Heizungsrohrs in den gerade verlaufenden Schlauch gesetzt und der abzweigende Schlauch möglichst eng an den Anschluss gedrückt. Alternativ kann auch ein 90° Keil in den gerade verlaufenden Schlauch geschnitten und der abzweigende Schlauch im entsprechenden Winkel angespitzt werden.

Isolieren mit starren Rohrschalen

RohrschaleIm Gegensatz zu flexiblen Schläuchen, die sich (ggf. mit Einschnitten) um Rohrbiegungen legen lassen, kann eine starre Rohrschale nur gerade verlegt werden. Deswegen wird hier bei Biegungen im Rohr mehr Handarbeit benötigt. Für Radien unter 2 cm reicht ein einfacher 45° Gehrungsschnitt. Schwieriger wird es bei größeren Biegungsradien – hier müssen zwei 45° Keile zugeschnitten und über die Biegung gestülpt werden. Besonders große Radien können noch mehr Keile in einem noch spitzeren Winkel erfordern oder die Verwendung von starrem Isoliermaterial gänzlich unmöglich machen. Bei T-Verzweigungen wird ein 90° Einschnitt bis zur Mitte der gerade verlaufenden Rohrschale gesetzt und die abzweigende Schale passend zugespitzt. Um diesen Aufwand zu vermeiden, empfiehlt es sich, auf vorgefertigte Schalenstücke für Biegungen und T-Abzweigungen zurückzugreifen.

Weitere Vorteile der Rohrisolierung

Heizrohre isolieren ermöglicht nicht nur eine Ersparnis bei den Heizkosten, sondern ist auch mit einer Reihe weiterer Vorteile verbunden. Heizungs- und andere Heizungsrohre dehnen sich bei Erhitzung aus und ziehen sich bei Abkühlung zusammen. Dies kann zu störenden Knackgeräuschen führen, die durch eine Rohrisolierung merklich gedämpft werden. Auch die Übertragung anderer Geräusche durch die Rohrleitungen wird stark eingeschränkt. Selbst bei Kaltwasserleitungen kann eine Isolierung sinnvoll sein – neben der bereits erwähnten Geräuschdämpfung wird auch die Kondenswasserbildung unterbunden. In Passiv- und Niedrigenergiehäusern sollte die Dämmung zudem unbedingt auch in beheizten Räumen verlegt werden – freiliegende Heizungsrohre wirken sonst auch bei ausgeschaltetem Heizkörper als Heizung und können so zur unerwünschten Erhitzung des Raums führen.