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Modernes Badezimmer
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Schmales Badezimmer einrichten

«So holen Sie aus wenig Platz das Maximum raus»

Ein kleines Bad ist der Albtraum engagierter Innenarchitekten. Doch mit etwas Geschick und Kreativität kann man auch hier einiges rausholen. Wie Sie ein schmales Badezimmer einrichten, erfahren Sie hier.

Einrichten mit System

Wenn Sie ein schmales Badezimmer einrichten, müssen Sie zwingend systematisch vorgehen, um bei der Badgestaltung nicht an der Komplexität der Aufgabe zu verzweifeln. Als Eröffnungszug gilt es daher, die platzraubenden Elemente zu installieren, damit anschließend die kleineren Badmöbel darum gruppiert werden können.

Sanitäre Einrichtungen als grundlegende Elemente der Badausstattung

Die Badewanne

Als erstes steht für die Badeinrichtung die Badewanne (mit der Standardgröße von 170 x 75 cm) auf der Liste. Für ein schmales Bad ist sie eher ungeeignet und sie engt den Handlungsspielraum unangenehm ein. Wer auf den Genuss unter keinen Umständen verzichten möchte, sollte daher platzsparende Alternativen ins Auge fassen – sogenannte Raumsparbadewannen. Diese verstehen es, begrenzte Möglichkeiten optimal zu nutzen. Das betrifft zunächst die klassische Eckwanne, die meist in 135 cm Breite und 145 bis 180 cm Länge daherkommt. Der große Vorteil bei dieser Variante ist, dass rund um die Wanne zusätzliche Ablageflächen gewonnen werden.

Badewanne Verona, Stahl-Emaille

Wenn man sich im Bad aber lieber ausstrecken möchte, kommt eher die asymmetrische Variante in Frage. Solche Wannen bieten dem Oberkörper genug Platz und verengen sich in Richtung Fußende. Sie kommen überwiegend in Bädern zum Einsatz, wo die Wanne an der Längsseite installiert werden muss, obwohl der Durchgang schon dramatisch schmal dimensioniert wurde. So können sie mit dem Fußende direkt neben der Eingangstür platziert werden und lassen dennoch genügend Raum im Eingangsbereich.

Die Dusche als Alternative zur Badewanne

Wer ein schmales Badezimmer einrichten möchte, sollte aber möglichst aufs Baden verzichten und die Duschlösung in Betracht ziehen. Damit sind jedoch nicht die klassischen Porzellanwannen inklusive blickdichter Duschkabine gemeint, die ein kleines Bad optisch nur noch zusätzlich limitieren. So lautet die Lösung für die Badeinrichtung in diesem Fall, die Dusche auf Bodenniveau abzusenken und mit einer gläsernen Abtrennung zu versehen. Das menschliche Auge nimmt solche barrierefreien Duschen als Einheit wahr und ein schmales Bad wirkt wesentlich geräumiger.

Duschwanne EDURA weiß, BxHxT:900x25x750mm Stahl-Emaille

Das WC

Der nächste Gedanke gilt nun dem WC. Hierbei ist ein schmales Badezimmer dahingehend im Nachteil, dass das stille Örtchen schon in der Standardausführung recht minimalistisch anmutet. Dabei handelt es sich um die Variante, die direkt im Boden verankert wird und häufig noch mit einem platzraubenden Spülkasten versehen ist. Die Alternative dazu sind WCs, die an einer Zwischenwand installiert werden. Damit sind aber bereits bauliche Veränderungen notwendig. So muss man in diesem Fall die Zu- und Ableitungen zum gewünschten Bestimmungsort verlegen und davor eine stabile Wandkonstruktion einrichten. Hieran wird nun das Hänge-WC angebracht und mit Gipskarton verkleidet. Der Vorteil bei dieser Vorgehensweise ist es, dass nicht zwingend unter Putz operiert werden muss.

Heizung und Waschmaschine

Die nächste Problemstellung der Sisyphos-Aufgabe lauert an der Waschmaschine. Die Geräte wirken selbst im großzügig geschnittenen Bad wie ein monolithischer Fremdkörper. Platziert man sie nun in einem länglichen Grundriss, wirkt der verbleibende Raum schon extrem schmal. Daher ist hier etwas Kreativität gefragt: Handelsübliche Waschmaschinen erzielen eine Tiefe von 60 Zentimetern. Exakt derselbe Wert ist nicht selten bei doppeltürigen Küchenschränken zu finden, sodass diese die Waschmaschine optisch verschwinden lassen sowie gleich noch als Waschtisch und zusätzlicher Stauraum fungieren.

Waschmaschine in einer Schrankwand
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Beim Heizkörper steht mal wieder eine technische Lösung zur Verfügung. Der klassische Konvektor lässt sich in so einem Umfeld wohl nur unter der Umgehung jeglicher Komfortansprüche einrichten. Daher präsentiert sich die Fußbodenheizung als erster Wechselkandidat: Sie nimmt im eigentlichen Badezimmer keinen Raum ein, arbeitet zuverlässig und verbreitet einen kleinen Hauch von Luxus. Allerdings sind hiermit größere Sanierungstätigkeiten verbunden. Wer sein schmales Badezimmer einrichten möchte und zur Miete wohnt, wird demnach eher auf hauchdünne Infrarotheizungen zurückgreifen. Hierbei handelt es sich um großflächige Paneele, die meist nur wenige Zentimeter Tiefe erreichen und wie ein Bild an die Wand gehängt werden. Sie werden elektrisch betrieben und nutzen denselben wärmenden Effekt wie herkömmliche Rotlichtlampen.

Das Waschbecken und dringend benötigter Stauraum

Selbst ein schmales Bad ist ohne funktionsfähiges Waschbecken bzw. Waschtisch völlig unbrauchbar – es gehört zu den wesentlichen Elementen der Badausstattung. Nur leider geraten Becken in Standardgröße dafür meist zu voluminös. So empfiehlt es sich hier, ein kleines Becken inklusive Unterbau (beinhaltet häufig eine Schrankkonstruktion mit abschließbaren Türen und Schubladen) anzubringen. Mit einem sogenannten Waschtisch kann man demnach zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Evenes Waschtisch Daytime mit 2 Hahnlöcher

Bei genauerem Hinsehen ist eine davon allerdings nur halbtot. So neigen die Deutschen häufig dazu, die länglichen Wände mit ebenso langen Regalen zu bestücken, wenn sie ein schmales Badezimmer einrichten. Das wirkt zwar praktisch, kommt jedoch einem innenarchitektonischen Super-GAU nahe: Ein schmales Bad wird dank durchgehender Badregale und Badschränke optisch zu einem länglichen Schlauch verengt, mit dem man zwar hervorragend Klaustrophobiker ärgern kann, aber keinen Preis für die ausgefallenste Badezimmereinrichtung gewinnt. Demnach ist die Lösung hier vertikal zu suchen: Erhältlich sind entsprechende Hängeschränke, die fast die gesamte Höhe im Badezimmer abdecken können.

Ebenfalls eine vortreffliche Lösung: Spiegel-Schrank-Kombination. Sie gehört eigentlich schon zur Standardausstattung deutscher Bäder, da hier zumeist die Hausapotheke untergebracht ist. Etwas geräumigere Spiegelschränke bieten aber genügend Stauraum für zahlreiche Badutensilien lassen den Raum größer wirken.

Spiegelschrank mit Beleuchtung Tranche ecru 3 Türen 950x750x188mm

Schmales Badezimmer einrichten: 5 Auswege aus einengenden Situationen

Die Marathon-Aufgabe ist nun fast bewerkstelligt und die Läufer biegen bereits auf die Zielgerade ein. Abschließend folgen daher noch ein paar kurze Tipps, damit die Chance aufs Siegertreppchen gewahrt bleibt.

Badezimmer Stauraum
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  1. Optische Täuschung: Ein klassischer Anfängerfehler verbirgt sich in dem Bestreben, längliche Zimmer durch raumteilende Elemente künstlich aufzupeppen. Das Gefühl der Enge verstärkt sich dadurch eher noch, sodass hier möglichst homogen anmutende Einrichtungsgegenstände verwendet werden sollten. Um solche „Schlauchbäder“ optisch zu verkürzen, ist es aber ratsam, die Dusche bzw. die Wanne am Kopfende zu platzieren.
  2. Stauraum richtig nutzen: Die langen Wände eignen sich ideal, um dezente Regale und Schränkchen in Stellung zu bringen. Dabei sollten dort nicht nur Badutensilien, sondern auch mal Freiflächen oder Familienbilder Platz finden. Das entspannt das Auge und wirkt weniger einengend.
  3. Farbauswahl: Ein zentraler Punkt. Hier sind zunächst helle Farbtöne zu empfehlen, um das Bad nicht wie eine überdimensionale Gruft wirken zu lassen. Die kürzeren Wände sollten eine Nuance dunkler gestaltet werden. Das schwächt den Tunneleffekt optisch etwas ab.
  4. Dekoration: Hier sollte minimalistisch vorgegangen werden. Ein bis zwei Blickfänger schaden nicht, zu viele davon machen jedoch alle vorangegangen Bemühungen wieder zunichte.
  5. Wände nutzen: Längliche Hängeschränke und stehende Objekte sind am besten in den Ecken aufgehoben. Dort, wo es sich baulich umsetzen lässt, sind Wandnischen ein beliebtes Stilmittel, um Räumlichkeiten breiter wirken zu lassen und zusätzlichen Stauraum zu generieren. Ansonsten gilt auch hier: weniger ist mehr.