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Terrassenüberdachung selber bauen

Wer sich auf seiner Terrasse vor Sonne, Regen und Wind schützen will, braucht eine geeignete Überdachung. Lässt man das Vorhaben von einer Fachfirma realisieren, kann das ziemlich ins Geld gehen. Geübte Heimwerker wagen deshalb den Bau einer Terrassenüberdachung in Eigenregie. Finden Sie hier eine detaillierte Anleitung, wie Sie diese Herausforderung meistern können.

Do-it-yourself: Eine überdachte Terrasse als zweites Wohnzimmer

Essen, schmökern, chillen – viele Menschen nutzen die Terrasse als zusätzlichen Wohnraum. Da bietet es sich förmlich an, diesen Platz mit einer schützenden Überdachung wetterfest zu machen. Es gibt kaum Schöneres, als am Abend nach einem heißen Arbeitstag den erfrischenden Sommerregen im Freien zu genießen – unter Dach natürlich. Mit dem richtigen Werkzeug, den geeigneten Materialien und etwas Geschick lässt sich dieses Vorhaben gar nicht so schwer realisieren.

Terrassenüberdachung im Selbstbau: Was vor dem Baustart zu beachten ist

Motivierte Heimwerker aufgepasst: Bevor das Projekt startet, sollte es gut geplant sein. Die wichtigsten Fragen sind: Aus welchem Material soll das Dach bestehen? Welches Gerüst trägt die Konstruktion? Wie soll das Fundament ausgeführt werden? Die Größe und die Höhe der Terrassenüberdachung richten sich in der Regel nach den örtlichen Gegebenheiten.

Braucht man für den Bau einer Terrassenüberdachung eine Baugenehmigung?
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Steht der Plan, gilt es abzuklären, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist – genauso, wie bei einem Hausbau auch. Die gesetzlichen Bestimmungen für einen derartigen Umbau sind je nach Bundesland und je nach der jeweiligen Wohngemeinde verschieden. Deshalb empfehlen wir, vorab beim örtlichen Bauamt die einschlägigen Informationen einzuholen. Da ein eventuell erforderliches Genehmigungsverfahren einiges an Zeit in Anspruch nimmt, sollte die Einreichung rechtzeitig erfolgen.

Terrassendach bauen: Welche Materialien eignen sich?

Die Auswahl des Materials für das Terrassendach selber hängt von verschiedenen Faktoren ab. Strebt man einen Licht- und Sonnenschutz an, entscheidet man sich wohl für Blechtafeln oder Dachziegel. Wesentlich häufiger wird jedoch Kunststoff oder Glas verwendet, wobei letzteres deutlich höhere Anforderungen an die Statik stellt. Ein Terrassendach aus Kunststoff – zum Beispiel Wellplatten, Profilplatten oder Hohlkammerplatten – ist robust, witterungsbeständig und langlebig.

Weitere Vorteile dieser Materialien: Sie sind kostengünstig und lassen sich gut verarbeiten. Aus diesen Gründen entscheiden sich DIY-Heimwerker häufig für diese Elemente.

Das Tragwerk für das Terrassendach wird in den meisten Fällen aus Holz gefertigt. Viele Baumärkte bieten spezielle Bausätze dafür an. Selbstverständlich kann man die Balken und Latten auch beim örtlichen Holzhändler anfertigen lassen. Für die Befestigung der Holzteile miteinander benötigt man eine ausreichende Menge von Fischer Schrauben und Montageelementen. Ein Tragwerk aus Aluminium ist für den Selbstbau kaum geeignet, weil in der Regel das entsprechende Werkzeug und das nötige Fachwissen für die Bearbeitung fehlen.

Fischer Schrauben

Eine stabile Terrassenüberdachung braucht ein gutes Fundament. Zwar wird kaum ein Streifenfundament notwendig sein, ein sicherer Betonfuß gibt der Konstruktion aber bei Wind und Wetter den erforderlichen Halt. Verzinkte Pfostenträger sorgen für die nötige Stabilität und verhindern, dass die Holzpfosten mit dem Erdreich in Kontakt kommen. Das schützt die Konstruktion vor Feuchtigkeit. Die Pfostenträger werden entweder mit Schwerlastanker auf das Betonfundament geschraubt oder direkt in den Beton eingegossen.

Überdachung selber bauen: Gutes Werkzeug erleichtert die Arbeit

Für den Selbstbau einer Terrassenüberdachung benötigt es zwar kein Spezialwerkzeug, eine qualitativ hochwertige Grundausstattung ist aber schon von Vorteil. Dazu zählen Bohrer, Akkuschrauber, Handsäge, Schraubzwingen und Wasserwaage ebenso wie Stechbeitel, Spaten und Leiter.

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Muss man ein Fundament legen, braucht man natürlich Mörtelkasten und Mörtelrührer. Richtschnur und Zollstock sollten sowieso immer griffbereit sein. Sind alle wichtigen Komponenten vorhanden, kann man damit beginnen, seine Terrassenüberdachung selber zu bauen.

Schritt 1 – Pfostenfundamente einsetzen

Die Holzpfosten im Fundament verankern
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Zuerst müssen wir rund 80 cm tiefe Fundamentlöcher ausheben, welche wir bis zur Hälfte mit feinem Kies auffüllen und dann verdichten. Schließlich setzen wir die fertigen Betonfüße ein – alternativ können wir die Löcher auch selber ausbetonieren. In diese Betonfüße verankern wir die Pfostenträger – und zwar alle genau in der gleichen Höhe. Achtung: In vielen Fällen wird es nicht möglich sein, ein Betonfundament zu setzen. Dann müssen wir die Holzpfosten mittels Fischer Aufschraubhülsen direkt auf dem Terrassenboden fixieren.

Schritt 2 – Pfosten einsetzen

Nun setzen wir die Holzpfosten für unsere Terrassenüberdachung in die Pfostenträger oder in die Aufschraubhülsen. Verstellbare Varianten erleichtern es, die Höhen an einem späteren Zeitpunkt zu justieren.

Zwischen Metallboden und Pfostenunterseite bleibt ein Abstand von rund einem Zentimeter. Damit vermeiden wir Feuchtigkeitsnester, die das Holz angreifen. Die Befestigung erfolgt mit drei Fischer Schrauben.

Schritt 3 – Balken an Hauswand ansetzen und ausrichten

Dabei sollten wir darauf achten, dass der Balken hoch genug positioniert wird, damit ein Gefälle von etwa 10 ° möglich ist. Holz und Wand sind in einem Arbeitsgang zu durchbohren, um danach den Fischer Rahmendübel mitsamt der eingedrehten Schraube einzuschlagen.

Die Balken an der Hauswand befestigen
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Schritt 4 – vorderen Querbalken montieren

Dazu verwenden wir Metallwinkel, die wir an den Stützpfosten verschrauben. In diese setzen wir den verbindenden Querbalken ein. Lange Schrauben können der Terrassenüberdachung zusätzlichen Halt verleihen, wobei Vorbohren empfohlen wird. Das Terrassendach nimmt nun erstmals Gestalt an.

Querbalken montieren
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Schritt 5 – Auflagerbalken setzen und Dachlatten aufschrauben

In einem Abstand von ca. 50 Zentimeter montieren wir die Auflagerbalken. Dazu benötigen wir spezielle Winkelverbinder. Auf diese Konstruktion schrauben wir nun die langen Dachlatten. Das Terrassendach aus Kunststoff erhält dadurch die nötige Stabilität. Um die Terrassenüberdachung witterungsbeständig zu machen, sollten wir spätestens jetzt alle Holzteile mit einer Schutzlasur behandeln.

Das Holz mit einer Schutzlasur behandeln
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Schritt 6 – mit Terrassendach eindecken

Kostengünstig und leicht zu verarbeiten – mit einem Kunststoffdach fahren Heimwerker wohl am besten. Wellplatten, Holzkammerplatten oder Profilplatten sind die gängigsten Materialien. Eine ordnungsgemäße, stabile Montage versteht sich von selbst. Schließlich gilt es noch, Dachrinne und Fallrohr für eine fachgerechte Entwässerung anzubringen. Dazu bieten sich spezielle Montagesets an, die auch von einem Hobby-Heimwerker relativ einfach zusammenzubauen sind.

Terrassenüberdachung im Selbstbau: Im Zweifel den Fachmann fragen

Wer ein Terrassendach selber bauen will, benötigt eine geschickte Hand. Wir wagen aber zu behaupten: Geübte Bastler sind dazu absolut in der Lage. Wer jedoch unsicher oder nicht im Besitz eines professionellen Werkzeugs ist, sollte auf den Rat eines Experten nicht verzichten. Hier kann falscher Stolz nicht nur zu unnötigem Ärger führen, sondern mitunter sogar gefährlich werden.