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Tiefbrunnen bohren

« So sieht gute Planung aus »

Der Tiefbrunnen ist ein Fachbegriff aus dem Brunnenbau und bezeichnet nach allgemeiner Definition Brunnen, bei denen die wasserführende Schicht erst in einer Tiefe von mehr als 8 Metern erreicht wird. Als Gartenbrunnen ist ein Tiefbrunnen durchaus aufwändig anzulegen – mit den richtigen Werkzeugen und Geräten zum Brunnen bohren kann man das in vielen Fällen aber dennoch selbst.

Tiefbrunnenpumpe als notwendiges Hilfsmittel

Wegen der Tiefe, in der sich das Wasser befindet, kann das Wasser nicht mehr mit gewöhnlichen Hauswasseranlagen gefördert werden. Um das Wasser aus der Bodenschicht nach oben zu transportieren, ist eine spezielle Tiefbrunnenpumpe erforderlich. Hochwertige Modelle gibt es etwa vom Gartenprofi Gardena.

BEREGNUNGSPAKET TM 15, 4500 L/HDiese Pumpen sehen schon einmal anders aus als man es von sonstigen Gartenpumpen gewöhnt ist. Die Modelle sind von ihrer Form her zylindrisch, um auch für schmale Rohrdurchmesser (ab 10 cm) geeignet zu sein. Sie sind darüber hinaus deutlich leistungsstärker als gewöhnliche Gartenpumpen. Die Gardena Tiefbrunnenpumpe Typ 6000 leistet beispielsweise 950 W und kann damit Wasser aus bis zu 19 m Tiefe fördern. Die maximale Fördermenge liegt bei rund 6.000 l/h.

Auch das Gehäuse muss besonders geschützt sein, damit ein Betrieb unter Wasser möglich ist. In der Regel besteht es deshalb aus massivem Edelstahl. Der Motor ist wartungsfrei (Kondensatormotor) und wird von einem Thermoschutzschalter ergänzt.

Eine spezielle Pumpe für Tiefbrunnen sollte immer auf einen Standfuß gestellt werden, um das Ansaugen von Sand und Schmutz vom Grund weitestgehend zu vermeiden. Ein Trockenlaufschutz ist – wie bei vielen Pumpen – selbstverständlich.

Braucht man eine Genehmigung für das Bohren eines Tiefbrunnens?

Ja, die braucht man. In einigen Bundesländern bestand bis vor ein paar Jahren immer noch lediglich Anzeigepflicht, aktuell muss man jedoch von der zuständigen Unteren Wasserbehörde den Brunnenbau regelkonform genehmigen lassen.

Voraussetzung für viele Genehmigungen ist, dass die erforderlichen Unterlagen, Pläne und Zeichnungen für den Brunnenbau von einem Sachverständigen angefertigt und auch unterschrieben werden. In einigen Gemeinden müssen lediglich die Pläne und Unterlagen vollständig und technisch richtig sein – und man muss sich bei der Ausführung natürlich auch exakt daran halten.

Pläne und Zeichnungen des geplanten Brunnenbaus sind vorab notwendig
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Den Selbstbau von einem Tiefbrunnen macht beides aber relativ aufwändig und für Laien eher schwierig. Immerhin muss man sachlich und technisch richtig planen können – oder sich dafür Hilfe organisieren, um den Gartenbrunnen zu bauen.

Immerhin erfährt man bei der Besprechung beim Wasserwirtschaftsamt auch, in welcher Tiefe man ungefähr auf Grundwasser stoßen wird – das ist für die Planung für das Tiefbrunnen bohren schon einmal hilfreich und vermeidet „trockene“ Bohrlöcher, die man nach dem Versuch wieder erfolglos aufgeben muss.

Tiefbrunnen selbst bauen: die grundlegenden Schritte

Standortsuche

Zunächst müssen Sie einmal einen Standort für Ihren geplanten Brunnen im Garten festlegen. Der entsprechende Platz sollte natürlich Erfolg versprechen und eine erteilte Genehmigung ist an dieser Stelle Voraussetzung. Als erstes sollten Sie genau prüfen, ob am geplanten Standort irgendwelche Leitungen verlaufen, nicht dass es später unangenehme Überraschungen gibt.

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Danach müssen Sie sich das passende Brunnenbohrgerät beschaffen. Es gibt handbetriebene Erdbohrer, bei solchen Tiefen werden Sie allerdings mit einem solchen Gerät nicht allzu weit kommen. Besser ist es, sich ein professionelles, motorbetriebenes Brunnenbohrgerät auszuleihen.

Als Selbstbauer sind Geräte interessant, die nicht nur bohren, sondern auch gleich plunschen können. In der Regel können Sie diese bei professionellen Gerätevermietungen leihen.

Dann braucht man natürlich noch Brunnenrohre. Im professionellen Brunnenbau setzt man heute fast ausschließlich auf sogenannte PVC-U Aufsatzrohre. Das sollten Sie daher auch tun. Darüber hinaus sollten Sie selbstverständlich ausreichend viele Rohre haben, um die entsprechende Tiefe auch ausfüllen zu können. Die Rohren werden dann Stück für Stück zusammengesetzt und dicht miteinander verbunden. Die Kosten dafür halten sich im überschaubaren Bereich.

Nun kann es an das Bohren des Tiefbrunnens gehen

Mit dem Bohrgerät geht es dann daran, den Brunnen im Garten zu bohren. Dabei wird so weit gebohrt, bis eine wasserführende Schicht erreicht ist. Das kann eine Kiesschicht sein, in der Wasser sichtbar ist, aber auch eine Schicht, die den (nicht betätigten) Bohrer wieder nach oben drückt, weil das Wasser Sand in das Bohrloch spült.

Gestein stellt beim Brunnen bohren meist ein Hindernis dar, sehr harte Gesteinsschichten können sogar ein echtes Problem werden. In der Regel führen sie dazu, dass man das Bohrloch aufgeben und es anderer Stelle erneut versuchen muss.

BEREGNUNGSPAKET MIT TM 12 MAX. FÖRDERMENGE 4500 L/H, DRUCKSCHALTER UND ZD15, RÜCKSCHLAGVENTIL 1''Ist die wasserführende Schicht erreicht, werden nach dem Bohren die Rohre in der benötigten Länge zusammengeschraubt (korrekte und sehr sorgfältige Verschraubung ist hier immens wichtig) und in das Bohrloch eingeschlagen. Dafür ist für gewöhnlich eine elektrische Ramme nötig. Manuelles Einschlagen ist bei Tiefbrunnen problematisch und meist nicht erfolgreich.

Die Rohre werden dabei so weit eingeschlagen, dass sie mindestens einen Meter in die wasserführende Schicht hineinreichen.

Danach wird das Rohr noch gründlich mit dem Gartenschlauch gespült (von unten her, damit der Sand hochgespült wird, danach wird gegengespült) und die Tiefbrunnenpumpe in das Rohr gelassen und angeschlossen. Anfangs sollte die Pumpe immer nur kurz laufen, mit der Zeit kann man die Pumpenlaufzeit dann langsam verlängern.

Tiefbrunnen und Tiefbrunnenpumpe richtig nutzen

Sind das Bohren und alle weiteren Arbeiten abgeschlossen, dann können Sie Ihren Gartenbrunnen für Ihre Zwecke nutzen. In der Regel eignet sich ein Brunnen für die sparsame Gartenbewässerung. Aber auch, um Brauchwasser für den Haushalt aufzubereiten, können Sie einen Brunnenbau in Erwägung ziehen. Die Trinkwassernutzung ist hingegen nur möglich, wenn Sie eine Anlage zur Trinkwasseraufbereitung zusätzlich installieren.