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Trennwand im Zimmer bauen

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Ob Neubau, Umbau oder Sanierung, immer wieder kann es vorkommen, dass Innenwände neu errichtet oder verändert werden müssen. Während der Laie bei statisch tragenden Wänden schnell an seine Grenzen stößt, ist es auch ohne handwerkliche Ausbildung mit etwas Geschick problemlos möglich, im Trockenbau eine leichte Trennwand im Zimmer zu bauen.

Was ist eine Trennwand?

Eine Trennwand ist dafür gedacht, verschiedene Bereiche, etwa zwei Zimmer oder einen Raum und den Flur, voneinander zu separieren. Damit die räumliche Trennung auch Erfolg hat, müssen unterschiedliche Aspekte berücksichtigt werden. Zum einen soll natürlich ein Sichtschutz, sowie eine Aufteilung in zwei unabhängige Bereiche erfolgen. Diese können beispielsweise unterschiedlich genutzt, aber auch abweichend temperiert werden. Wichtige Aspekte sind des Weiteren der Schallschutz, da möglicherweise ruhige Bereiche von intensiv bespielten Arealen abgeschieden werden sollen. Zudem kommt natürlich auch dem Brandschutz gegebenenfalls eine Bedeutung zu. Trennwände zwischen unterschiedlichen Wohnungen müssen sogar von Rechts wegen Anforderungen an die Brandwiderstandsdauer erfüllen. Im Einzelfall können dazu noch weitere Anforderungen kommen, die sich aus einer besonderen Nutzung der Räume oder aber aus anderen Umständen ergeben.

Frau misst Teil einer Trennwand im Zimmer aus
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Die Ständerwand – der Klassiker

Zwar existieren heute verschiedene Methoden, über eine Trennwand Zimmer abzuteilen. Etabliert haben sich dagegen nur wenige Varianten, von denen die Ständerwand die unangefochtene Nummer eins ist. Sie vereint mehrere Vorteile in sich, die sie sowohl aus technischer als auch aus ökonomischer Sicht sinnvoll erscheinen lässt..

Der technische Aufbau von Trennwänden

Als Ständerwand erstellt, gestaltet sich der Aufbau einer Trennwand pragmatisch wie praktisch. Während bei einer massiven Wand alle Anforderungen an Brandschutz, Raumabschluss, Statik und Schallschutz von ein und demselben Material erbracht werden müssen, punktet eine Ständerwand dadurch, dass für jede Anforderung ein eigener Baustoff verwendet wird. Erst durch die Kombination all dieser Komponenten lässt sich eine Trennwand bauen, die alle Anforderungen ökonomisch sinnvoll und technisch optimiert erfüllt.

Statik und Raumabschluss

Obwohl eine nichtragende Ständerwand keinerlei Lasten der darüber liegenden Bauteile aufnehmen und nach unten ableiten muss, muss sie doch in der Lage sein, sich selbst – also das Gewicht aller verwendeten Baustoffe – zu tragen. Dazu kommt ein Ständerwerk als Grundskelett zu Einsatz. Das Ständerwerk kann entweder aus Holz in Form von Kanthölzern oder aus geformten Aluminiumprofilen bestehen. Dementsprechend spricht man entweder von einer Holzständerwand oder einer Metallständerwand. Damit aus dem Skelett auch tatsächlich eine echte Wand entsteht, wird das Ständerwerk mit einem Belag beplankt. Dieser besteht in aller Regel aus Gipskartonplatten.

Mann installiert Ständerwerk aus Aluminiumprofilen für Trennwand im Zimmer
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Gipsplatten haben den großen Vorteil eines homogenen Gipsbaustoffes, der über einen Karton- bzw. Papiermantel eine gut zu bearbeitende Oberfläche erhält. Je nach Anforderung können unterschiedliche Gipsplatten oder eine unterschiedliche Anzahl an Gipsplatten auf den Ständern verbaut werden. Gebräuchlich ist der Einsatz von Schnellbauschrauben. Sind alle Platten verbaut, werden Fugen, Stöße und Schrauben mittels eines Spachtels verputzt und anschließend glattgeschliffen. So verbleibt eine Oberfläche, die allen anderen verputzten Wandoberflächen entspricht und einfach mit Tapete, Streichputz oder Farbe beschichtet werden kann.

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Schallschutz

Baulicher Schallschutz gelingt vor allem durch zwei Komponenten. Zum einen ist das die Entkoppelung von Bauteilen, so dass Schallwellen im Bauteil nicht übertragen werden. Zum anderen bedarf es großer Masse. Denn massive Bauteile schwingen weit weniger stark und isolieren somit benachbarte Räume vor unerwünschten Schallübertragungen. Während die Entkoppelung problemlos machbar ist, stößt die Trennwand von Zimmer zu Zimmer in Sachen Masse an ihre Grenzen. Diesen Nachteil kann man im Trockenbau gut über eine so genannte Hohlraumdämmung in der Wand ausgleichen. Zwischen den Ständern der Wand wird Mineralwolldämmmung eingelegt und von beiden Seiten durch die Rigipsplatten gehalten. Die weiche Dämmung nimmt den Schall auf und bricht die Schallwellen. Eine Übertragung wird so erschwert und der gewünschte Schallschutz erreicht.

Mann installiert Mineralwolldämmung
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Brandschutz

In Sachen Brandschutz kommt es vor allem auf die Beplankung der Trennwand der Zimmer an. Die erzielbaren Werte sind von Grund auf sehr gut, da Gipsplatten sehr gute Brandwiderstandseigenschaften aufweisen. Je nach erforderlicher Widerstandsdauer gegen Feuer können entweder mehrere Rigipsplatten aufgebracht werden, oder diesbezüglich höherwertige Gipsplatten eingesetzt werden. Verschiedene Hersteller bieten heute spezielle Feuerschutzplatten, die entweder alleine oder als ergänzende Beplankungslage eingebaut werden können.

Sonstige Anforderungen

Zuletzt bleiben „sonstige“ Anforderungen, wie sie sehr individuell aus der jeweiligen Raumnutzung heraus an eine Ständerwand erwachsen können. Auch hier punktet erneut der Trockenbau durch seinen modularen, jederzeit anpassbaren Aufbau. Sollen beispielsweise Oberschränke oder Regal an einer solchen Wand montiert werden, kann unter den Gipskartonplatten eine Spanplatte als tragende Ebene aufgeschraubt werden. Müssen dagegen dickere Leitungsbündel in der Wand verschwinden, können breitere Ständer genügend Platz zwischen den Beplankungen schaffen.

Mann verlegt Kabel in Trennwand
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Die Trennwand selber bauen

Sind die Grundlagen im Trockenbau erst einmal verstanden, gelingt es recht einfach, eigene Trennwände zu erstellen. Meist reichen sogar alle Hilfsmittel und Werkzeuge aus, die sich in einer gut sortierten Hobbywerkstatt ohnehin finden.

Rohboden oder Fertigfußboden?

Bevor es los geht, ist noch eine essentielle Frage zu klären: Soll die Wand auf dem Rohboden oder auf dem fertigen Fußbodenaufbau stehen? Im Neubau sollte es zweifelsohne der Rohboden, also die Betondecke sein. Denn so werden alle Anforderungen an Brandschutz, Schallschutz und Raumabschluss bestmöglich erfüllt. Im Bestand kann eine Wand aber sogar auf den fertigen Bodenbelag, also Teppich oder Parkett, aufgestellt werden. So entsteht nur geringer Aufwand und die Wand lässt sich später sehr einfach wieder entfernen. Lediglich mögliche Leitungen im Bodenaufbau sollten vorab ausgeschlossen werden können, um bei der Verankerung keine bösen Überraschungen zu erleben.

Das Werkzeug

Für den Trockenbau kommt man mit erstaunlich wenig Werkzeug aus. Neben einer Bockleiter reichen ein Tapetenmesser mit Abbrechklinge, ein Fuchsschwanz, eine Blechschere und ein Akkuschrauber mit Bitsatz. Für die Verankerung in angrenzenden Massivbauteilen kommt noch eine Bohrmaschine mit passendem Bohrer dazu und schon kann der Bau beginnen.

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Die Materialien

Neben den Rigipsplatten sind natürlich die Ständer die wesentlichen Bestandteile des Trockenbaus. Entweder kommen Kanthölzer mit mindestens 40mm Kantenlänge zum Einsatz oder spezielle Aluminiumprofile. Für die Wandanschlüsse sind C-förmige Profile erforderlich, während die tragenden Teile aus so genannten CW-Profilen mit mehrfacher stabilisierender Profilierung bestehen. Hinzu kommen Trockenbauschrauben und Spachtel für die Verspachtelung der Fugen. Mit dieser kurzen Liste ist alles erforderliche Material bereits ausreichend erschlagen.

Schritt für Schritt zur eigenen Trennwand

Ähnlich kurz wie die Material- und Werkzeugliste gestaltet sich auch die Anleitung, um eine Trennwand zu bauen. Zunächst sollte natürlich die Lage der Wand festgelegt und angezeichnet werden. Die senkrechten Markierungen gelingen mit einer Wasserwaage besonders genau. Nun wird mit den Randprofilen begonnen. Diese werden mit selbstklebenden Moosgummipads als Entkoppelung zum angrenzenden Bauteil versehen und in die Bauteile hinein verdübelt. Nun werden in diese Randprofile senkrechte Ständer eingestellt und verschraubt. Die Abstände der Ständer untereinander sollte dem Plattenmaß entsprechen, so das immer an den Stößen verschraubt werden kann. Bei großformatigen Platten lohnt ein weiterer Ständer in Feldmitte. Türöffnungen können ebenso einfach mit waagerechten und senkrechten Profilen als Randbegrenzung versehen werden. In diese hinein kann beispielsweise später auch die Verankerung von Türfuttern etc. erfolgen.

Wandprofil UW,verzinkt, nach DIN Norm, L=4000x75x0,6mm, 8 Profile a 4m

Steht das Skelett erst einmal, werden auf einer Seite Gipskartonplatten aufgelegt und verschraubt. Wichtig ist hierbei, dass die Schraubenköpfe nicht mehr aus der Fläche herausragen und so später einfach überspachtelt werden können. Ist eine Seite fertig belegt, können Hohlraumdämmmung, aber auch Installationsleitungen in die Wand eingelegt werden. Löcher für Steckdosen etc. lassen sich einfach einschneiden, oder mit dem Dosenbohrer erstellen. Ist alles installiert, wird die zweite Seite in derselben Art und Weise mit einer oder mehrerer Lagen Gipskartonplatten verschlossen. Zuletzt werden alle Wandflächen mit Fugenspachtel überzogen und nach dem Trocknen glattgeschliffen. Bei Bedarf kann als Verstärkung der Fugen in den feuchten Spachtel eingedrückt und erneut überspachtelt werden. Sind all diese Arbeitsschritte abgeschlossen, entspricht die Trockenbauwand einer fertig verputzten Massivwand und kann in gleicher Art und Weise abschließend mitsamt dem gesamten entstandenen Zimmer gestaltet werden.