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Unkraut jäten

« Wirkungsvoll und nachhaltige Unkrautbeseitigung mit passenden Hilfen und der richtigen Technik »

Wer einen Garten sein Eigen nennt, auf den wartet eine gehörige Portion an Gartenarbeit. Neben dem Gießen zählt vor allem das Unkraut jäten zu den zeitintensivsten und mitunter auch unbeliebtesten Tätigkeiten. Denn wer verbringt schon gerne Stunde um Stunde damit, unerwünschte Gewächse mühsam auf den Knien zu beseitigen? Deshalb erfahren Sie hier, wie Sie richtig vorgehen, um möglichst wirkungsvoll und nachhaltig zu sein.

Was ist überhaupt Unkraut?

Eingangs sei die berechtigte Frage gestattet, was denn nun überhaupt „Unkraut“ ist. Denn immer wieder liest man ja davon, dass es diese Art Pflanzen überhaupt nicht gibt und stattdessen höchstens „Wildkräuter“ als akzeptable Bezeichnung gestattet sei.

Wir bleiben allerdings bei der bekannteren und allgemein gebräuchlichen Bezeichnung. Denn ganz allgemein gesprochen geht es hier um all die Gewächse, die im heimischen Garten von sich aus gedeihen, ohne gepflanzt und vor allem erwünscht zu sein. Warum sollten Sie als Gärtnerin oder Gärtner die mühsam bereitgestellten Nährstoffe und Wasservorräte kampflos mit später nicht nutzbaren Gewächsen teilen?

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Warum Unkraut vernichten?

Zwar mag nicht jedes kleine Pflänzchen in der Lage sein, den angepflanzten Gemüsen die Wachstumsgrundlage streitig zu machen. Allerdings zeigt sich Unkraut in den allermeisten Fällen sehr anspruchslos und unspezifisch hinsichtlich seiner Wachstumsvoraussetzungen. Einmal im Beet angekommen, kann es sich daher meist weit schneller ausbreiten und entwickeln, als es Ihre Zöglinge zu leisten in der Lage sind. Das bedeutet letztlich, dass aus einem kleinen Gewächs rasch eine flächendeckende Ausbreitung mit realen Nachteilen für Ihr Gemüse wird.

Elektrischer-Unkrautvernichter

Zögern Sie daher nicht zu lange und gehen Sie bereits gegen die ersten Anzeichen unerwünschter Gewächse vor. Andernfalls steigt der Aufwand in ebensolchem Maße, wie die Erfolgsaussichten auf eine rasche Beseitigung sinken.

Verschiedene Methoden, der „Plage“ Herr zu werden

So, wie nicht jedes Gartengrundstück gleich ist, variiert natürlich auch die damit verbundene Gartenarbeit. Im Hinblick auf die Unkrautvernichtung bedeutet das, dass schlicht nicht jede Maßnahme gleich gut anwendbar sein muss. Je nach Gegebenheiten, Bepflanzung, Jahreszeit und vielen anderen Faktoren kann das eine oder andere der folgenden Mittel besonders wirkungsvoll, oder aber gänzlich ungeeignet sein:

Abflammen – schnell und umfassend

Eine einfache und zugegebenermaßen sehr rabiate Form der Unkrautvernichtung ist das Abflammen. Mit Hilfe eines Abflammgeräts. Hierbei werden alle oberirdischen Pflanzenteile verbrannt und sterben ab. Diese Methode gelingt rasch und vergleichsweise komfortabel, da viele speziell dafür konzipierte Brenner im Stehen bedient werden können. Allerdings hat das Abflammen auch einige eklatante Nachteile:

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Trotz einer stark fokussierten Flamme werden umliegende Pflanzen nahezu immer in Mitleidenschaft gezogen. Außerdem werden lediglich die oberirdischen Pflanzenteile zerstört, während die Wurzeln die Prozedur unbeschadet überdauern. Vielen Unkräutern reichen die Wurzeln aber, um erneut auszutreiben. Insgesamt ist dieses Vorgehen für den Garten nur bedingt geeignet und kommt stattdessen vor allem auf Gartenwegen und Terrassen mit offenen Fugen zum Einsatz.

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Die chemische Keule  wirkungsvoll und umfassend

Pestizide sind wirkungsvolle chemische Präparate, die üblicherweise über die Feuchtigkeit in die Pflanzen aufgenommen werden und dort den Zelltod anregen. Auf großflächigen Feldern sind sie häufig der einzige Weg, Unkraut zu vernichten. Im heimischen Garten dagegen sind sie zwar ebenso wirksam, entfalten jedoch auch einige wesentlich nachteilige Wirkungen. Zum einen sind viele Unkrautvernichtungsmittel nicht in der Lage, nur auf Unkräuter zu wirken. Stattdessen werden erwünschte Nutzpflanzen ebenso in Mitleidenschaft gezogen. Zum anderen verbleibt das enthaltene Gift über lange Zeit in Boden und Pflanzen und wird über die Erzeugnisse, sprich die Früchte, auch auf den Menschen übertragen.

Unkrautvernichtungsmittel stellt für den heimischen Gebrauch deshalb nur eine Art letzte Notlösung dar, wenn andere Mittel und Wege nicht mehr ausreichend sind, dem Befall Herr zu werden.

Unkraut jäten – der Klassiker

Kommen wir nur nun zu der  richtig ausgeführt – wirksamsten, wenn auch zeitintensivsten Methode, dem Unkraut jäten. Hierbei werden nicht erwünschte Pflanzen unter Einsatz von Gartenwerkzeug beseitigt. Wesentliches Merkmal dieses Ansatzes ist, dass jede Pflanze einzeln „bearbeitet“ werden muss und ein flächiger Einsatz, wie etwa beim Pestizideinsatz, nicht möglich ist. Allerdings ist die manuelle Unkrautbeseitigung besonders schonend für die umliegenden Pflanzen und die Gartenparzelle im Allgemeinen.

Wie geht man beim Jäten vor?

Wenn Sie Ihren Garten jäten, helfen Ihnen einige ganz einfache Grundregeln, gründlich, schonend und doch mit einem akzeptablen Tempo voran zu kommen. Legen Sie das unerwünschte Grün zunächst vollständig frei. Gerade bei weitläufigen Pflanzen, wie etwa der Ackerwinde oder auch Klee ist es wichtig, alle Seitentriebe mit zu erfassen. Achten Sie darauf, umliegende Nutzpflanzen gleichzeitig unversehrt zu lassen.

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Entfernen Sie nun die freigelegte Pflanze, indem Sie mit einem geeigneten Werkzeug in den Boden stechen und die Wurzel herausheben. Ebnen Sie den Boden anschließend ein, um eine übermäßige Austrocknung zu verhindern.

Worauf kommt es an?

Besonders wichtig beim Unkraut jäten ist, dass die Pflanzen vollständig, also mit allen Seitentrieben und vor allem mit der gesamten Wurzel entfernt werden. Denn zahlreiche Unkräuter treiben selbst aus kleinen Wurzelresten neu aus und werden so zur endlosen Plage. Hilfreich ist es, wenn Sie vor der Arbeit den Boden gründlich gießen. Denn aus feuchter Erde lassen sich Wurzeln weit einfacher ohne ein Abreißen entfernen, als es aus trockenem Boden der Fall ist.

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Gartengeräte zum Unkraut jäten

Natürlich graben Sie den Wurzelballen des Unkrauts beim Jäten nicht mit der Hand aus. Stattdessen sind viele unterschiedliche Gartengeräte zum Unkraut jäten geeignet:

Universelle Gartengeräte

Viele der ohnehin vorhandenen Gartengeräte lassen sich wunderbar einsetzen, um Unkräuter zu beseitigen. Eine kleine Gartenschaufel kann genutzt werden, um nach dem seitlichen Einstechen den Wurzelballen komplett aus der Erde zu heben. Bequem im Stehen lässt sich dagegen mit einer Harke arbeiten. Mit ihr fährt man eher schräg unter die Wurzel und hebt das Gewächs nach oben aus dem Boden.

Wer vorsichtig agiert, kann sogar einen Gartenrechen nutzen, um weitläufige Triebe auf der Erde aufzunehmen und bis zur Wurzel freizulegen.

Eine Gartenkralle ist dagegen prädestiniert, das Erdreich ohne Zerstörung der Wurzeln zu lockern, so dass man die Pflanze anschließend ohne Kraftaufwand vollständig aufnehmen und entsorgen kann. Selbstverständlich lassen sich darüber hinaus verschiedene andere Gartengeräte in vergleichbarer Art und Weise heranziehen.

Spezielles Unkrautwerkzeug

Weit spezifischer gestaltet ist dagegen spezielles Unkrautwerkzeug. Allen voran ist hier der Unkrautstecher zu nennen, der einem Dorn vergleichbar dazu geeignet ist, speziell tiefgehende Wurzelballen vollständig zu erfassen und aus dem Boden zu lösen. Darüber hinaus existieren zahlreiche andere Spezialwerkzeuge, die aber insgesamt immer wieder auf bekannte Standardwerkzeuge zurückgeführt werden können. Dazu zählen neben dem Unkrautflammer, elektrische Unkrautvernichter oder spezielle Unkrauthacken von Gardena oder anderen Herstellern.

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Fazit: Unkraut jäten – richtig gemacht mit geeigneten Hilfsmitteln

Viele unangenehme Aspekte der Gartenarbeit lassen sich leider nicht vollständig umgehen. Dazu zählt definitiv auch das Jäten. Legen Sie daher Wert darauf, gezielt und sachgemäß vorzugehen und vor allem geeignetes Gartenwerkzeug zur Hand zu haben. So sparen Sie Zeit, Kraft und Nerven, ohne dass Ihr Garten darunter leiden muss. Den Erfolg Ihrer Arbeit werden Sie spätestens zur Erntezeit mit einer üppigen Ernte gelungener Früchte genießen können. Motivieren Sie sich daher bereits im Frühjahr und verzagen Sie in Ihren Bemühungen gegen das Unkraut nicht – Ihre Pflanzen werden es Ihnen danken!