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Unkraut vernichten

« Alternativen zum chemischen Unkrautvernichter »

Was Johann Wolfgang von Goethe in seinem Klassiker „Faust“ so wunderschön beschreibt, ist für viele Hobbygärtner der Start in die neue Gartensaison.

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale grünet Hoffnungs-Glück…“

Bald sollen Blumen und Gemüse wieder sprießen und so das ganze Jahr mit Anblick, Duft und Geschmack das Herz erfreuen. Doch nicht alle Pflanzen sind an jedem Punkt uneingeschränkt willkommen. Neben den Nutz- und Ziergewächsen machen sich auch ständig die lästigen und teilweise auch schädlichen Unkräuter breit.

Wie man diese auch ohne die gefürchtete Chemiekeule in den Griff bekommt, erfahren sie im MeinHausShop Magazin!

GARDENA-UnkrautstecherVorsicht mit Hausmitteln

Sie wollen dem Unkraut im Garten und in den Fugen von Gehwegplatten ohne Chemie beikommen? Das ist sehr löblich. Jedoch müssen wir vorab auf einen Irrtum hinweisen, der sie bei Unkenntnis sogar in rechtliche Schwierigkeiten bringen kann.

Häufig wird als Hausmittel eine Mixtur aus Essig und Salz oder nur Essig als „natürlicher“ Unkrautvernichter benannt. Sein Einsatz ist jedoch verboten! Es drohen Bußgelder bis 150 Euro, wenn man mit dem Einsatz von Essig als Unkrautvernichter erwischt wird. Das mag zwar reichlich merkwürdig sein, zumal die chemischen Unkrautvernichter aus dem Baumarkt wesentlich unnatürlicher sind, als der Extrakt aus Weitrauben, der Essig nun mal ist. Es ist aber geltende Rechtslage.

Vermeiden Sie daher Bußgelder und Rechtsstreitigkeiten und setzen Sie von Beginn an auf andere Möglichkeiten beim Unkraut vernichten.

Zwei Wege führen zum Ziel

Alternativ zum chemischen Vernichten unerwünschter Pflanzen stehen dem Hobbygärtner zwei Wege offen:

  • Mechanisches Unkraut vernichten
  • Thermisches Unkraut vernichten

Beide Methoden haben den Vorteil, dass sie punktgenau nur den unerwünschten Bewuchs selbst bekämpfen und keine nachhaltigen Schäden an der umliegenden Natur produzieren. Für Insekten sind diese Methoden ebenfalls ungefährlich, wenn man entsprechend vorsichtig vorgeht.

Frau beim Jaeten von Unkraut
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Mechanisches vernichten: Jäten von Hand

Das Jäten ist in der Gartenpflege der klassische Weg zum Unkraut entfernen. Wichtig ist, dass man nicht einfach draufloszupft, sondern sich an ein paar Grundregeln hält:

  • Boden muss feucht sein
  • richtiges Werkzeug verwenden
  • richtige Schutzkleidung tragen

Der größte Fehler, der beim Unkraut jäten gemacht werden kann, ist bei hartem und trockenen Boden mit der Arbeit zu beginnen. Viele Unkräuter benötigen nur ein winziges Stück von ihrem Wurzelwerk, um wieder neu auszutreiben. Dann war die ganze Arbeit umsonst und man kann von vorne anfangen. Ein regnerischer Tag ist daher zum Unkraut jäten am besten geeignet. Falls jedoch die Sonne scheint und der Boden hart und trocken ist, muss man eben mit Gießkanne oder Gartenschlauch für die notwendige Feuchtigkeit im Erdboden sorgen. Dann geht die manuelle Gartenpflege auch wesentlich leichter und die Pflanzen werden samt Wurzeln herausgezogen.

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Unkraut entfernen geht mit dem geeigneten Gartenwerkzeug deutlich einfacher. Die passenden Hacken, Krallen und Rechen sind zum fairen Preis erhältlich. Selbst Markenwerkzeug von Gardena oder Wolf ist nur unwesentlich teurer. Hier kann man mit einer etwas höheren Investition Werkzeug kaufen, welches praktisch ewig hält. Zu einem Grundset Gartenwerkzeug gehören:

  • 1 Laubrechen
  • 1 Kelle
  • 1 Doppelhacke
  • 1 Kleingrubber

Ein so ausgestattetes Set zum Unkraut jäten kostet in Markenqualität lediglich 25 Euro. Das sollte einem die Gartenarbeit schon wert sein.

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Ebenso wichtig wie das Gartenwerkzeug ist die geeignete Kleidung. Sie sollte robust und gut waschbar sein. Außerdem sollte sie locker sitzen, so dass man in ihr nicht ins Schwitzen kommt. Latzhose, Schürze und langärmliges Hemd eignen sich dazu gut. Nicht zu vergessen ist die Kopfbedeckung. Beim Arbeiten unter praller Sonne kann man sich sehr schnell einen Sonnenbrand und einen Sonnenstich einfangen. Beides wird mit passender Kleidung vermieden.

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Zur Gartenarbeit gehören auch passende Handschuhe. Das hält die Hände nicht nur sauber, sie können auch vor gefährlichen Infektionen und Vergiftungen schützen.

Vorsicht vor dem Bärenklau

Ein eigentlich als Zierpflanze eingeführtes Gewächs ist in Europa inzwischen zu einem riesigen Problem geworden: Der Riesen-Bärenklau ist eine große, selbst säende Pflanze die vorwiegend in der Nähe von fließenden Gewässern gedeiht. Sie wächst sehr schnell und bildet große Blätter aus. Damit überschattet sie die Umgebung und nimmt allen anderen Pflanzen Licht und Regen weg.

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Doch der Riesenbärenklau hat darüber hinaus ein gefährliches Geheimnis: Sein Saft ist photoaktiv. Bekommt man ihn auf die Haut und geht anschließend in die Sonne, sorgt der Saft für fürchterliche Verbrennungen. Darum: Riesenbärenklau immer mit besonders umfassender Schutzkleidung und geeignetem Gartenwerkzeug vernichten!

Mechanische Gartenpflege durch Elektrowerkzeug

Ein schneller Weg in diesem Teil der Gartenpflege ist der Hochdruckreiniger als Werkzeug. Mit ihm wird das Unkraut herausgespült und kann anschließend leicht eingesammelt werden. Diese Arbeit ist sehr effizient. Jedoch muss die Pflasterung nach der Behandlung mit dem Hochdruckreiniger anschließend neu eingesandet werden, da der Fugensand dabei ebenfalls heraus gespült wird.

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Schonender geht es mit elektrischen Fugenbürsten. Diese reißen die Pflanzen jedoch nur an ihrer Spitze ab und reichen nicht an die Wurzeln heran. Zum echten Vernichten des unerwünschten Bewuchses ist dieses Gartenwerkzeug nicht optimal. Mit dem klassischen Jäten ist dieser Weg daher nicht vergleichbar. Elektrische Fugenbürsten gibt es ab 35 Euro. Gleiches gilt für Rasentrimmer: Zum echten Vernichten sind sie nicht geeignet. Sie kürzen den oberen Bewuchs lediglich weg.

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Bei Rasentrimmern sollte man etwas mehr Geld in die Hand nehmen und auf Markenqualität setzen. Billiges Gartenwerkzeug ist immer ein Ärgernis, welches die Freude über den gesparten Euro schnell in Frustration über mangelnde Leistung wandelt.

Thermisches Unkraut vernichten mit Feuer

Ein einfacher, schneller und für die Pflasterung schonender Weg ist das Abflämmen von unerwünschtem Bewuchs. Hierzu sind nur Gasbrenner erlaubt. Benzin oder Diesel verunreinigen den Erdboden und sind beim Abbrennen wesentlich schwerer zu kontrollieren. Der Gasbrenner darf auch nur auf gepflasterten Böden eingesetzt werden. Das Abflämmen von Äckern ist nicht erlaubt, da es sich zu einem Bodenbrand ausweiten kann.

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Einen Gasbrenner kann man für ca. 15 Euro am Tag im Baumarkt mieten. Die Asche der verbrannten Pflanzen sollte man anschließend einsammeln und zum Kompost geben. Sie geben einen guten Dünger ab – leider auch für das Unkraut selbst. Darum sollte die Asche entfernt werden.

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Der Vorteil beim Ausbrennen ist, dass der Fugensand nicht herausgespült wird.

Thermisches Unkraut vernichten: Jäten mit Heißdampf

Ein hocheffizienter Weg, um unerwünschten Bewuchs auf größeren Flächen schnell zu vernichten ist das Heißdampf-Gerät. Diese sind gegenwärtig jedoch nur für professionelle Anwender verfügbar. Die kleinen Haushaltsgeräte von diesem Typ können in der Regel nicht die erwünschte Leistung bringen. Die Mietparks haben diese Lösung noch nicht flächendeckend für sich endtreckt, dabei bieten sie nur Vorteile:

  • Keine offene Flamme
  • Kein Einsatz von Chemie
  • Gute Tiefenwirkung
  • Einfache und schnelle Anwendung

Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis das Jäten per Heißdampf auch für Consumer verfügbar ist.