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© tl6781 / Fotolia.com
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Wohnungslüftungs-Systeme

« Für bessere Luft zu Hause »

Eine gute Wohnraumlüftung ist entscheidend für das Raumklima. Ist die Lüftung unzureichend, kann dies das Wohlbefinden beeinträchtigen und sogar die Gesundheit gefährden. Manuelles Lüften hilft, hat allerdings auch einige erhebliche Nachteile. Wohnungslüftungs-Systeme sind deutlich komfortabler. Wir zeigen, worauf dabei zu achten ist.

Was ist eine Lüftungsanlage?

Grundsätzlich einmal bestehen Wohnungslüftungs-Systeme aus einem Ventilator, der Abluft nach draußen befördert oder Frischluft in das Gebäude bläst, sowie Lüftungskanälen zur Verbindung des Ventilators mit den Wohnräumen. Die einfachste Ausführung bildet die Abluftanlage. Diese saugt lediglich die Luft aus dem Gebäude ab, während Frischluft von selbst nachströmt. Dazu müssen entweder Ritzen und andere Undichtigkeiten vorhanden sein oder separate Öffnungen geschaffen werden. Die Abluftkanäle werden in der Regel in Feuchträume (z. B. Küche und Bad) geführt, während Frischluft in die Wohnräume nachströmen sollte. Diese Anlagenart ist relativ kompakt und kostengünstig. Ferner besitzt die Abluftanlage keinen Zuluftkanal, der verkeimen und dadurch hygienische Probleme verursachen kann. Nachteilig ist hingegen, dass die Frischluft nicht vorgeheizt wird und dadurch im Winter stärker geheizt werden muss. Darüber hinaus hat die von außen zugeführte Luft im Winter eine recht niedrige Luftfeuchtigkeit. Das kann die Atemwege reizen und Luftbefeuchter erforderlich machen.

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Neben Abluftanlagen existieren auch Zuluftanlagen (auch Belüftungsanlagen genannt). Diese saugen Frischluft von außen an und leiten sie in das Gebäude. Die Anschlüsse liegen in der Regel in Wohnräumen. Eine Zuluftanlage wird stets mit einer Abluftanlage kombiniert. Erst diese Installation ermöglicht es, die Wohnraumlüftung vollständig zu kontrollieren. Außerdem ist bei einer solchen Anlage eine Wärmerückgewinnung möglich, wodurch viel Energie eingespart werden kann. Auch die Luftfeuchtigkeit kann mit zusätzlichen Modulen reguliert werden – entweder, indem der Abluft die Feuchtigkeit entzogen und der Frischluft beigemischt wird, oder durch einen integrierten Luftbefeuchter. Allerdings neigen gerade solche Module zur Verkeimung, sodass eine regelmäßige Wartung erforderlich ist.

Unterschieden wird überdies zwischen zentralen und dezentralen Anlagen. Bei einer zentralen Anlage ist ein großer Ventilator (bzw. zwei bei einer Zu- und Abluftanlage) durch Lüftungskanäle mit den einzelnen Räumen verbunden. Eine solche Anlage arbeitet praktisch geräuschlos, da der Ventilator weit von den Räumen entfernt ist. Dezentrale Anlagen dagegen werden direkt in den zu belüftenden Räumen eingebaut. Dadurch lassen sie sich leicht und kostengünstig nachrüsten, doch können selbst moderne Anlagen einen hörbaren Geräuschpegel erzeugen.

VIESSMANN Z011432 Vitovent 300-F Zu- und Abluftgerät LuftvolumenstromEffizienzsteigerung durch Wärmerückgewinnung und Erdwärme

Bei jeder Art von Wohnraumlüftung wird mit der Abluft auch Wärme aus dem Gebäude geblasen. Um diesen Effekt zu reduzieren, lassen sich Wohnungslüftungs-Systeme mit einer Wärmerückgewinnung ausrüsten. Durch einen sogenannten Gegenstrom-Wärmetauscher gibt die Abluft ihre Wärme an die Frischluft ab. Dadurch lässt sich die Heizwärme zu mehr als 70% zurückgewinnen.

Im Sommer ist dieser Effekt natürlich unerwünscht. Deswegen sind einige Anlagen mit einem Sommer-Bypass für den Wärmetauscher ausgestattet.

Die Energieeffizienz lässt sich weiter steigern, indem die Frischluft vor dem eigentlichen Wärmetauscher durch einen Erdwärmetauscher geführt wird. Dieser besteht aus einem Rohr, das in einigen Metern Tiefe verlegt ist. Der Boden dort ist im Winter deutlich wärmer und im Sommer kühler als die Außenluft. Dadurch lässt er sich sowohl als Heizung als auch als Klimaanlage nutzen. Allerdings ist diese Ausführung recht aufwendig und teuer. Außerdem wird bedingt durch die lange und dünne Rohrleitung ein relativ leistungsstarker (und damit energiehungriger) Ventilator benötigt. Die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage ist daher nicht bei jedem Gebäude gegeben.

Wann eignet sich welcher Anlagentyp?

DIMPLEX Lüftungsgerät mit Warmwasser-Wärmepumpe 352220 LWP300WDie Entscheidung für eine bestimmte Ausführung ergibt sich vor allem daraus, wie das Gebäude aufgebaut ist. Besonders in unsanierten Altbauten können bauliche Einschränkungen dazu führen, dass bestimmte Anlagenarten überhaupt nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand eingebaut werden können.

Die kostengünstige und am einfachsten einzubauende Variante ist die dezentrale Abluftanlage. Diese eignet sich besonders gut, wenn lediglich einzelne Räume belüftet werden sollen. Dezentrale Anlagen sind auch als Zu- und Abluftanlagen verfügbar. Diese befördern die Luft entweder abwechselnd in beide Richtungen, oder gleichzeitig durch separate Kanäle. Im letzteren Fall können sie auch mit Wärmerückgewinnung ausgestattet sein.

Der größte Nachteil dezentraler Anlagen ist die mögliche Geräuschentwicklung. Außerdem sind sie weniger effizient als zentrale Anlagen und bieten bei Ausrüstung aller Räume auch keinen Preisvorteil. Sie kommen deshalb vor allem dann infrage, wenn eine zentrale Anlage nicht eingebaut werden kann oder überdimensioniert wäre.

Abbildung einer zentralen Wohnraumlüftung

Zentrale Abluftanlagen sind deutlich teurer, aber auch deutlich leiser und effizienter als dezentrale Systeme. Sie lassen sich oft auch in Altbauten nachrüsten. Dadurch sind sie vor allem dann attraktiv, wenn im gesamten Gebäude eine automatische Lüftung installiert werden soll. Der Nachteil der fehlenden Wärmerückgewinnung fällt besonders bei unsanierten Altbauten nicht so sehr ins Gewicht, da sie oft ohnehin schlecht gedämmt sind.

Die leistungsfähigste Lösung bildet die zentrale Zu- und Abluftanlage. Im Gegensatz zur reinen Abluftanlage ist hier die Kombination mit einer Wärmerückgewinnung sowie mit Heizsystemen (z. B. Erdwärme) möglich. Allerdings ist diese Variante am teuersten und eine Nachrüstung scheidet fast immer aus. Bei einem Neubau hingegen können solche Wohnungslüftungs-Systeme sehr attraktiv sein. Bei Passiv- oder Niedrigenergiehäusern sind sie oft sogar die einzige Möglichkeit, die nötige Energieeffizienz zu erreichen.

VIESSMANN Z011417 Vitovent 300 Zu- und Abluftgerät LuftvolumenstromWelche Firmen bieten Wohnungslüftungs-Systeme an?

Es gibt eine Vielzahl von Herstellern von Geräten zur Wohnraumlüftung. Zu den bekanntesten von ihnen gehören Viessmann und Dimplex. Viessmann bietet vor allem zentrale Anlagen an, zum Beispiel die Viessmann Vitovent 300 oder Vitovent 300-F. Dimplex hat ein breiteres Sortiment und führt auch dezentrale Systeme, z. B. das Dimplex Lüftungsgerät Version E.

Manuelles Lüften

Wer die Investition in Wohnungslüftungs-Systeme scheut, kann auch über das Fenster seine Wohnung lüften. Prinzipiell lässt sich auch dadurch ein angenehmes Raumklima schaffen. Hierbei müssen jedoch einige Dinge beachtet werden. Das Dauerlüften mittels gekipptem Fenster ist zwar recht bequem und im Sommer praktikabel, sorgt aber im Winter für sehr hohe Energieverluste. Außerdem können die Wände in der Nähe des gekippten Fensters so stark abkühlen, dass an ihnen Luftfeuchtigkeit kondensiert. Dadurch kann sich an ihnen Schimmel bilden.

© Vitaliy Hrabar / Fotolia.com
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Stattdessen empfiehlt sich das Stoßlüften. Dabei wird das Fenster für einen kurzen Zeitraum ganz geöffnet. Die Heizung sollte dabei heruntergedreht werden – andernfalls reagiert das Thermostat auf den plötzlichen Temperaturabfall, indem es die Heizleistung auf den Maximalwert erhöht. Die Dauer des Lüftens hängt von der Außentemperatur ab. Im Winter reichen 5 Minuten aus, im Sommer können bis zu 30 Minuten sinnvoll sein. Pro Tag sollte mindestens vier Mal gelüftet werden, bei vermehrtem Luftverbrauch (z. B. bei Besuch) oder erhöhter Luftfeuchtigkeit (z. B. durch Duschen oder Kochen) entsprechend häufiger.

Im Hochsommer ist die Außentemperatur oft deutlich höher als die Raumtemperatur. Um die Wohnung auch in diesem Fall nicht zu warm werden zu lassen, sollte nur am frühen Morgen und am späten Abend für längere Zeit gelüftet werden. Tagsüber reicht kurzes Stoßlüften nach Bedarf aus.

Alternative zur Lüftung mittels Anlage?

ZILA Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung AERO_aHDie manuelle Lüftung über das Fenster ist in ihrer Wirkung zumindest mit einer Abluftanlage vergleichbar. Jedoch erfordert sie eine gehörige Portion Selbstdisziplin. Außerdem kommt über geöffnete Fenster auch Umgebungslärm in die Wohnung.

Gerade bei gekipptem Fenster im Sommer kann das eine permanente Lärmbelastung bedeuten. Bei Stoßlüften ist das weniger problematisch, allerdings treten im Winter auch dabei Wärmeverluste auf. Der plötzliche Zustrom kalter Luft kann dabei erfrischend wirken, je nach Außentemperatur und persönlichem Empfinden aber auch unangenehm. Gute Wohnungslüftungs-Systeme mit Wärmerückgewinnung können durch manuelle Wohnraumlüftung deshalb nicht ersetzt werden.

Egal ob Sie eine Anlage für die kontrollierte Belüftung einbauen oder manuell die Wohnung lüften, richtige Belüftung sorgt für ein optimales Raumklima.