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Buderus Logalux SU

« Warmwasserspeicher im Intensiv-Check »

Qualitätsbewussten Eigenheimbesitzern dürfte der Markenname Buderus recht geläufig sein. Schließlich genießt das in Wetzlar beheimatete Unternehmen innerhalb der deutschen Heizungs- und Sanitärbranche einen hervorragenden Ruf, der unter anderem durch die Entwicklung des Logalux SU erworben wurde. Ob der Warmwasserspeicher mit integriertem Wärmetauscher jenen Lobgesang aber auch zurecht verdient hat, steht jedoch wieder auf einem anderen Blatt. Dieser und weiterer Fragen wird der nun folgende Intensiv-Check nachgehen.

300 Jahre sind nicht genug

BUDERUS LOGALUX SU500.5 S-BDie Firmengründung des heutigen Produzenten hochwertiger Gas- und Ölheizungen ereignete sich in der Frühphase der industriellen Revolution, womit er zu einem der traditionsreichsten Großunternehmen Europas zählt. Im März 1731 aus der Taufe gehoben, steigerte das Familienunternehmen seinen Marktanteil so geschickt, dass es zum Ende des 19. Jahrhunderts als eines der führenden europäischen Gießereikonzerne galt.

Nach der 1899 getätigten und längst überfälligen Umwandlung in eine Aktiengesellschaft folgten auch kriegsbedingt schwere Jahrzehnte, bis man während der Wirtschaftswunderphase durch Übernahmen von Konkurrenzunternehmen vermehrt dazu überging, sich in der Heiztechnik in ein zweites Standbein zu schaffen. Dieser Konzernpart verzeichnete schließlich derartige Umsatzsteigerungen, dass er 2003 den größten Produktionsbereich repräsentierte, als das Traditionsunternehmen von der Robert Bosch GmbH aufgekauft wurde.

Der Hersteller privat genutzter Heizkessel und Warmwasserspeicher, wie etwa der Buders Logalux Serie, firmiert daher inzwischen unter der Bezeichnung „Bosch Thermotechnik GmbH“, nutzt Buderus aber weiterhin als Markenname.

Warmwasser-Technologie des 21. Jahrhunderts

Die Logalux Pufferspeicher stellen somit nur die neuste Generation universell einsetzbarer Warmwasserspeicher dar, die in Wetzlar entwickelt wurden. Ihre vorherrschenden Merkmale lassen sich mit dem Begriff Sparsamkeit zusammenfassen, die als Reaktion auf die hohen deutschen Energiepreise gedeutet werden dürfen. Um diesem Umstand zu begegnen, wird das Warmwasser in Eigenheimen heutzutage üblicherweise mit energieeffizienten Kombilösungen oder über Doppel-Speicher-Systeme erzeugt. So wurde auch der Buderus Logalux SU als kostensparender Kombispeicher konstruiert, der selbst in der größten Ausfertigung (Fassungsvermögen 987 Liter) weniger als 2 Meter im Durchmesser aufweist. Der entscheidende Vorteil dieser Warmwasserspeicher besteht aber in ihrer Bauart: Das von der Heizung erwärmte Wasser sammelt sich in der mit Polyurethan (schaumige Dichtstoffe) isolierten Außenkammer, die den inneren Pufferspeicher umschließt. Jene Tank-im-Tank-Konstruktion machte die früher gängige Praxis,

BUDERUS LOGALUX SU500.5 BWarmwasserspeicher mit platzraubenden Dämmstoffen zu umgeben, weitgehend überflüssig. So ist der Kreativität der Eigenheimbesitzer bei der Platzierung des Logalux SU nun keine Grenze mehr gesetzt, wenngleich er im Idealfalle schon in der Nähe der Heizungsanlage aufgestellt werden sollte.

Denn immerhin bilden Heizkessel und Speicher den Kern des Warmwasser-Systems, dessen Wirkungsgrad durch lange Wege unnötig abgesenkt würde. Als zukunftsgerichtetes Modell lässt sich der Buderus Logalux SU aber natürlich nicht nur durch die konventionelle Heizung, sondern darüber hinaus auch mit regenerativen Energiequellen, wie Photovoltaik-Strom oder Erdwärme nutzende Wärmepumpen betreiben.

Innovative Technik in ansprechender Optik

Dass es den Ingenieuren der Bosch Thermotechnik GmbH gelang, diese Eigenschaften in einer erstaunlich geschmackvollen Stahlblechverkleidung zu vereinen, qualifiziert den SU zudem dazu, auch außerhalb dunkler Kellerräume zum Einsatz zu kommen, etwa in Ausstellungs- oder Verkaufsräumlichkeiten. Elektrotechnische Geräte können aber letztlich immer nur so gut sein, wie ihre einzelnen Komponenten, was uns zum Wärmetauscher führt. Dieses Bauteil zeichnet sich hauptverantwortlich dafür, dass die Energie der Heizung aufs Trinkwasser übertragen wird und kann sowohl in Einzel- als auch in Doppelausführung verbaut werden. Zwei Wärmetauscher werden in der Regel aber nur bei industriellen Anlagen benötigt, weshalb der Buderus Logalux SU mit einem Exemplar ausreichend bestückt wurde. Ein entscheidender Vorteil Konkurrenzprodukten gegenüber wurde schließlich dadurch erzielt, dass er in der unteren Hälfte der Wasserkammer verschweißt wurde, wodurch eine sehr gleichmäßige Temperaturschichtung ohne größere Kaltzonen möglich ist. Dank dieser simplen Maßnahme verbraucht der Logalux erheblich weniger Energie als seine Vorgängermodelle, liefert aber eine vergleichbare Wärmeleistung. Besonders bei den größeren Ausführungen (ab einem Fassungsvermögen von 800 Litern) kann der Einbau eines zweiten Wärmetauschers jedoch nicht schaden. Diese Option, sowie die mögliche Nachrüstung mit einem zusätzlichen elektronischen Heizelement, wurde bei der Konstruktion des SU daher direkt mitberücksichtigt.

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Der zweite thermische Fortschritt, der in der Entwicklungsabteilung vorangetrieben wurde, betrifft die Innenbeschichtung des Speichers. Diese wurde mit der weit entwickelten Schutzglasur DUOCLEAN plus ausgeführt, die den Wärmeverlust weiter minimiert und zudem Kalkablagerungen reduziert, wodurch sich die Wartungsfrequenz verringert. Fast denselben Effekt ruft die integrierte Magnesium-Anode hervor, die Kalkbildung und Kontaktkorrosion unterbindet.

Tragisch: Niedrige Wartungskosten verursachen Existenzängste bei Monteuren

Deutsche Eigenheimbesitzer sind nicht erst seit gestern mit den Nebeneffekten moderner elektrotechnischer Anlagen vertraut. So weisen sie häufiger Betriebsstörungen und ein höheres Wartungsbedürfnis als ihre Vorgängermodelle auf. Beim Pufferspeicher Logalux SU konnte zumindest der zweite Punkt umschifft werden: Die große Öffnung an der Oberseite verkürzt die Reinigungstätigkeiten auf wenige Minuten. Bei Modellen mit einem Fassungsvermögen über 500 Litern sind sogar zwei Öffnungen angebracht, die mit speziellen Polyurethan-Elementen ebenfalls zusätzlich wärmegedämmt wurden. Die Kombination aus Schutzglasur, Magnesium-Anode und strategisch geschickt platzierter Reinigungsöffnung führt somit zu erstaunlich moderaten Wartungskosten, die sich zumeist im zweistelligen Euro-Bereich ansiedeln. So verbleiben für den Monteur während der jährlichen Inspektion selten mehr Tätigkeiten, als den Zersetzungsgrad der Anode sowie den gegenwärtigen Stand der Kalkablagerungen und der Keimkonzentration zu ermitteln.

Niedrige Wartungskosten
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Warmwasserbereitung mit minimalem Kostenaufwand

Da der Buderus Logalux SU mit seinem maximalen Fassungsvermögen von 1000 Litern eher zu den kleineren Vertretern seiner Spezies zählt, sind seine Einsatzmöglichkeiten in gewerblichen Betrieben zweifellos begrenzt. Somit gewinnen die Interessen kostenbewusster Eigenheimbesitzer an Relevanz, was den Energieverbrauch und die Anschaffungskosten miteinschließt. Der erste Punkt ist bei Warmwasserspeichern nicht zu vernachlässigen, da im Nennbetrieb schon eine recht hohe Stromaufnahme zu verzeichnen ist. So benötigt die kleinste SU-Variante mit einem Fassungsvermögen von 157 Litern bereits eine Eingangsleistung in Höhe von 31 KW, während der größte Speicher (987 Liter) 122 KW verbraucht. Der durchschnittliche Strompreis von 22 Cent pro Kilowattstunde wirkt daher recht beunruhigend. Blutdrucksenkend wirkt sich dagegen aus, dass die Logalux-Serie sehr energieeffizient daherkommt und daher selten unter Volllast betrieben werden muss. In diesem Zusammenhang sollte jedoch auch berücksichtigt werden, dass die Anlage angemessen dimensioniert sein muss. Schließlich würde ein zu groß gewählter Speicher sehr hohe Energiekosten verursachen, während ein sehr kleines System quasi im Dauereinsatz agieren müsste. So genügt das kleinste Modell von Buderus vollkommen, um den Warmwasserbedarf üblicher Einfamilienhäuser zu decken. Schließlich liegt dieser im landesweiten Durchschnitt bei lediglich 30 Litern pro Person und Tag. Die größeren Modelle eignen sich demnach eher für Mehrfamilienhäuser.

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Weitere Sympathiepunkte konnte der Logalux aufgrund seines Anschaffungspreises für sich verbuchen, der beim 157L-Modell mit etwa 800 Euro ziemlich exakt dem Mittelwert für Warmwasserspeicher entspricht. Dank seiner hohen Energieeffizienz und der niedrigen Wartungskosten ergibt sich somit ein recht ansprechendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wem diese Konditionen noch zu ungünstig erscheinen, dürfte vielleicht Interesse an staatlichen Zuschüssen besitzen: Besonders sparsame Heizungsanlagen werden nämlich mit bis zu 10 Prozent des Einkaufspreises bezuschusst, während die KfW-Bank günstige Kredite für entsprechende Umbauten bereitstellt.

Gesamturteil über den Buderus Logalux SU: Rundum gelungen

Als deutscher Eigenheimbesitzer reagiert man meist schon aus Erfahrung mit Skepsis auf die Versprechungen der Elektroindustrie. Schließlich erwiesen sich in der Vergangenheit zu viele, als „Wundergeräte“ angepriesene, Produkte als wenig alltagstauglich. Auf die hier getestete Serie darf der Hersteller aber zurecht mit Stolz blicken. Immerhin gelang es durch die Einbindung weniger Hilfsmittel das Problem des Wärmeverlustes zu minimieren, von denen vor allem die Polyurethan-Dämmung heraussticht. Die geschickte Platzierung des Wärmetauschers in der unteren Kammerhälfte tat ihr Übriges. Und da uns bei der Produktreihe kein wirklicher Schwachpunkt aufgefallen ist, ist sie für den Einsatz in Einfamilienhäusern ohne Einschränkung zu empfehlen. Schließlich wurde bei der Konstruktion bereits dem nächsten evolutionären Schritt vorgegriffen: Die integrierten Speicher- und Tauchfühler überwachen die Innentemperatur und schaffen damit die technische Grundlage, um die Anlage in vollautomatisierte Smart-Home-Systeme einbinden zu können.