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Heizungswasser aufbereiten

«Ihre Möglichkeiten für wirksamen Heizungsschutz»

Wer eine Heizung sein Eigen nennt oder mit ihrem Betrieb betraut ist, der beschäftigt sich mit zahlreichen Themen rund um Betrieb, Wartung und Unterhalt dieser meist komplexen technischen Einrichtung. Zahlreiche Bestrebungen zielen darauf ab, den Betrieb möglichst störungsfrei zu gestalten und darüber hinaus auch möglichst effizient, also mit geringstmöglichem Brennstoffbedarf, zu heizen. Was dabei allerdings meist nicht erkannt wird, ist die Tatsache, dass das in der Heizung verwendete Heizungswasser Ansatzpunkt Nummer eins für die Langlebigkeit, den störungsfreien Betrieb und eine möglichst effiziente Wirkweise des Systems ist. Wenn Sie Ihr Heizungswasser aufbereiten, können Sie Schadenspotentiale minimieren und zugleich den Wirkungsgrad im optimalen Bereich erhalten.

Die Bedeutung des Heizungswassers

Nahezu jede moderne Heizungsanlage greift als Wärmeträger aus Wasser zurück, das in den Leitungen zirkuliert und die Wärme zum gewünschten Ort transportiert. Und da es eben einfach nur Wasser ist, sind diese Anlagen auch unproblematisch in Betrieb und Wartung. Aber halt – ist das tatsächlich so? Ist Heizungswasser denn tatsächlich „nur“ einfaches Wasser? Einfach beantwortet handelt es sich in der Anlage tatsächlich um simples H2O. Allerdings beinhaltet dieses von Natur aus einige Dinge, die beispielsweise uns Menschen als Verbraucher wichtig sind, die sich auf die Wirkweise unserer Heizungen dagegen stark negativ auswirken können. Daher kommt es darauf an, auf die richtigen Eigenschaften dieser einfachen, aber unerlässlichen Flüssigkeit zu achten und sie bei Bedarf zielgerichtet aufbereiten zu können.

Warum muss das Heizungswasser so aufwändig gewartet werden?
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Die optimale Beschaffenheit von Heizungswasser

Das perfekte Heizungswasser sieht gerade nicht so aus, wie wir uns „gutes“ Wasser vorstellen. Während sich Mensch und Tier über frisches, klares Nass mit wertvollen Spurenelementen, Calcium und zahlreichen anderen Inhaltsstoffen freuen, sieht die optimale Flüssigkeit zum Wärmetransport in Heizungsrohren anders aus. Optimal wäre destilliertes Wasser, also Wasser ohne jeglichen Salze und anderen Inhaltsstoffe. Arm an Sauerstoff sollte es für den Heizungsbetrieb ebenfalls sein. Kurzum: Es sollte genau so sein, wie man es vom heimischen Wasserhahn eben gerade nicht kennt – eine fade, inhaltslose Brühe. Umso verwirrender mag es auf den ersten Blick erscheinen, dass man bei der Veränderung von frischem Trinkwasser zu Heizungswasser von „aufbereiten“ spricht.

Warum „schlechtes“ Heizungswasser der Heizanlage schadet

Doch warum ist das so? Das Geheimnis des optimalen Heizungswassers liegt in den gewöhnlich in Trinkwasser enthaltenen Stoffen und deren Auswirkungen auf die verbaute Technik. Diese relevanten Inhaltsstoffe sind in erster Linie Salze, sonstige Mineralien und der üblicherweise enthaltene Sauerstoff. Weiterhin spielt der Ph-Wert eine gewisse Rolle.

Stark verkalktes Heizungsteil
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Salze und Mineralstoffe führen zu aller erst dazu, dass in Pumpen, Ventilen und schlicht jedem einzelnen Zentimeter Rohrleitung im Laufe der Zeit Ablagerungen entstehen. Was wir beispielsweise in Tropfsteinhöhlen als Naturwunder bestaunen, kann in unserer Heizungsanlage dagegen schnell zum Problem werden. Mit Zunahme der Ablagerungen erfolgt eine stetige Einschränkung der Leitungsquerschnitte. Resultat sind verminderte Durchflussmengen und letztlich eine reduzierte Heizleistung. Gleichzeitig steigt der Energiebedarf, da die Heizung den reduzierten Durchfluss durch Mehrleistung auszugleichen versucht.

Sauerstoff dagegen ist Grundvoraussetzung für jegliche Korrosionsprozesse. Er fördert somit den Verschleiß insbesondere metallischer Werkstoffe. In Verbindung mit anderen Inhaltsstoffen kann er aber auch für sonstige Leitungsmaterialien zum Problem werden.HEIZUNGSWASSERPRÜFBOX INKL. MESS-/WARTUNGSINSTRUMENTEN

Zuletzt ist der Ph-Wert eine nennenswerte Steuerungsgröße für verschiedene Korrosions- und Zersetzungsprozesse. Ungünstige Ph-Werte reduzierten die Lebensdauer von verwendeten Materialien vom Leitungsmaterial über Dichtungen bis hin zu beweglichen Bauteilen aus Kunst- und anderen Werkstoffen.

 

So lässt sich Heizungswasser aufbereiten

Um all diesen problematischen Einflüssen und Veränderungen entgegen zu wirken gibt es verschiedene Methoden der Heizungsaufbereitung. Verfahren beim Aufbereiten sind diese:

Filtern

Verunreinigungen, Rost und Algen sind großteilige Stoffe im Heizungswasser. Um diesbezüglich Wasser aufbereiten zu können, reicht eine einfache Filtration aus. Wichtig dabei ist allerdings eine entsprechende Reinigung der Filter. Diese erfolgt üblicherweise über ein simples Rückspülen. Meist kann die Rückspülung mit geringem Aufwand erfolgen, ohne den Heizungsfilter überhaupt aus dem System entfernen zu müssen. Da im geschlossenen Heizsystem zumindest theoretisch kein Eintrag solcher Fremdstoffe möglich ist, liegt die größte Bedeutung dieser Methode im Filtern des zulaufenden Frischwassers aus dem Trinkwassernetz.

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Enthärten

Vom Enthärten spricht man dann, wenn in erster Linie Calcium und Magnesium als so genannte Härtebildner aus dem Wasser entfernt werden. Das geschieht durch einen so genannten Ionentauscher, der diese Stoffe bindet. Durch eine Enthärtung des Wassers werden die schwerwiegendsten Voraussetzungen für die Bildung von Ablagerungen zuverlässig reduziert oder sogar ganz entfernt.

Entsalzen

Salze im Heizungswasser, allen voran Chlorid, Sulfat und Nitrat, fördern die elektrische Leitfähigkeit dieses Mediums. Die elektrische Ladung wiederum stellt die Grundvoraussetzung für galvanische Korrosion, also Korrosion durch Ionenfluss, dar. Das Entsalzen stellt also eine einfache Methode dar, diese bei metallischen Leitungsmaterialien vor allem am Übergang unterschiedlicher Materialien auftretende Korrosionsart zu unterbinden. Häufig betroffen sind Übergänge etwa zwischen technischen Bauteilen aus Rotguss und Leitungen aus abweichenden Materialien wie Eisen.

Entgasung

Die Entgasung im Rahmen der Heizungswasseraufbereitung dient der Entfernung des enthaltenen Sauerstoffs aus dem Trägermedium H2O. Ist der Sauerstoff entfernt, fehlt die chemische Grundlage für Korrosion, also die Bildung von Oxiden aus metallischen Werkstoffen. Zudem kann sich enthaltene Luft in Kurven, Knicken und anderen neuralgischen Stellen des Leitungsnetzes festsetzen und den Wasserstrom inklusive seines Wärmetransports beeinträchtigen. Die Folge sind aufwändige Entlüftungsprozeduren, die sich auf diesem Wege gut verhindern lassen.

Druck auf dem Heizungsrohr
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Ph-Wert

Der Ph-Wert nimmt Einfluss darauf, wie schnell Metalle und andere Werkstoffe unter Einwirkung von Sauerstoff korrodieren. Ab einem Ph-Wert von 8,2 ist beispielsweise keine freie Kohlensäure mehr im Heizungswasser enthalten, eine Korrosion durch diesen Stoff ist damit verhindert. Weiterhin bilden zahlreiche Metalle in Abhängigkeit vom Ph-Wert Schutzschichten aus, die ebenfalls den Korrosionsverlauf behindern und verlangsamen.

Häufige Fehler beim Heizungswasser aufbereiten

Der größte Fehler beim Wasser aufbereiten ist sicherlich das schlichte „Vergessen“ einzelner Aspekte. Gerade beim Neubefüllen oder auch Nachfüllen einer Anlage sollte man unbedingt die Überwachung und Aufbereitung des verwendeten Leitungswassers im Hinterkopf behalten. Der zweite große Fehler dagegen ist die Planung von Aufbereitungsmaßnahmen, ohne die Eigenschaften das tatsächlich an der eigentlichen Anlage aus dem Netz entnommenen Wassers zu berücksichtigen. Denn erst, wenn man weiß, welche Aspekte im konkreten Fall besonders zu Buche schlagen, lässt sich über Erfordernis und Ausbildung des Maßnahmenpakets entscheiden.

Frau checkt die Heizung
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So gelingt ein störungsfreier Heizungsbetrieb durch das Wasser Aufbereiten für den Heizkreislauf

Auch ohne Heizungswasseraufbereitung funktioniert eine Heizung – zumindest vorläufig. Doch erst mit geeigneten und gezielt auf den Einzelfall zugeschnittenen Maßnahmen gelingt es, ein Heizsystem auch langfristig vor schädlichen Auswirkungen von Mineralien, Säuren und auch Sauerstoff zu bewahren und so wartungsarm in Betrieb zu halten. Denn jede Maßnahme, die bereits von vorn herein Schäden vermeidet, scheint zwar häufig unnötig zu sein, langfristig betrachtet zahlt sie sich jedoch in vielfacher Hinsicht aus.