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Der Einsatz von Elektroheizungen

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Neben dem Verbrennen von Holz, Öl, Kohle oder Gas und der Fernwärme bietet sich zum Heizen auch der Einsatz von elektrischer Energie an. Elektroheizungen haben allerdings einen ausgesprochen schlechten Ruf. Hohe Heizkosten und Umweltbelastung sind die Hauptargumente, und wir werden sehen, inwieweit und für welche der vielen Varianten der strombetriebenen Heizungen das auch zutrifft.

Bauliche Überlegungen für den sinnvollen Einsatz von Elektroheizungen

Anschluss

Bei der Vielfalt der anschließend vorgestellten Elektroheizungen ist ein wesentliches gemeinsames Merkmal die einfache Installation. Die Heizelemente werden einfach in eine Steckdose eingesteckt bzw. an eine Anschlussdose angeklemmt, evtl. noch ein Thermostat dazwischengeschaltet. Hausinstallationen in Altbauten, mit brüchigen, schwachen, eventuell nicht ausreichend isolierten elektrischen Leitungen sind vom Fachmann zu prüfen, damit die Anschlussleistung nicht zu hoch wird.

Anbringung von Elektroheizungen

Die meisten Heizgeräte werden einfach im Raum aufgestellt oder an die Wand oder Decke gehängt. Bei den schweren Speicheröfen und Natursteinplatten ist hier gegebenenfalls ein Baufachmann zu befragen, wie diese etwa an einer Leichtbauwand oder abgehängten Decke zu befestigen sind. Elektrische Fußbodenheizungen oder Wandheizungen werden einfach beim Ausbau mit eingelegt.

Bemessung von elektrischen Heizungen

Die Dimensionierung ist von vielen Faktoren abhängig. Ausschlaggebend sind nicht nur die Raumgröße, sondern auch die gewünschte Nutzung, die Temperaturen der Nachbarräume, Dämmung der Trennwände, Decken und Böden und insbesondere der Fenster und Außenwände. Die beste Investition zur Reduzierung der Heizkosten ist die Wärmedämmung.

Energiesparhaus mit Energieausweis
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Ein Passivhaus mit hochwertiger Dämmung, cleverer Ausnutzung der Sonneneinstrahlung und Wärmerückgewinnung bei der notwendigen Lüftung benötigt keine oder fast keine Heizung mehr. Eventuell ist die Investition in ein solches System sinniger und wirtschaftlicher als die Kosten für eine aufwendige Zentralheizung.

Wahl des Heizsystems

EUROMAC Ölradiator RK2009 0-800-1200-2000 WattDas richtige System oder die richtige Kombination von Systemen auszuwählen, entscheidet über das subjektive Wohlfühlen im Raum, mehr als die tatsächlich erreichte Lufttemperatur. Konvektionssysteme erwärmen in erster Linie die Luft um sie herum, die dann aufsteigt und kalte Luft vom Boden ansaugt. Dadurch entsteht eine Luftumwälzung im Raum, die die Warmluft gleichmäßig verteilt. Die Luftbewegung wird als sehr angenehm empfunden, solange sie keine zu hohen Geschwindigkeiten und Temperaturdifferenzen erreicht. Um dies zu vermeiden, werden Konvektoren in der Nähe von Türen, unter Fenstern und an schlecht gedämmten kalten Außenwänden platziert.

Strahlungsheizungen setzen dagegen vor allem auf die direkte Erwärmung durch Wärmestrahlen.

Sie können daher genau dort platziert und ausgerichtet werden, wo Wärme gewünscht wird. Dies erzeugt die angenehme Wärme eines Kachelofens. Da die Luft hierbei kaum erwärmt wird, entstehen praktisch keine Zugerscheinungen und kein Aufwirbeln von Staub.

Das richtige Heizsystem in jedem Fall

DIMPLEX 351470 PLX1000 Wandkonvektoren PLX-Serie 1,0 kWNachtspeicheröfen

Gut isolierte Speichersteine werden mit dem teilweise noch günstigeren Nachttarif aufgeheizt und dann im Bedarfsfall Lüftungsklappen geöffnet, um die aufgetankte Wärme abzugeben. Ein etwas betagtes reines Konvektionssystem, dem die Elektroheizungen ihren schlechten Ruf verdanken, da die Speichersteine früher das krebserregende Asbest enthielten. Heute sind sie aus asbestfreiem Schamott oder aus Speckstein.

DIMPLEX 343800 HM225TS150-5 Selbstklebende Heizmatte Typ HM TS 150Fußboden- und Wandheizungen

Die elektrischen Heizschlangen werden in den Estrich, den Fliesenmörtel oder den Wandputz eingelegt, heizen damit diese raumumgebenden Flächen und geben eine gleichmäßige, sanfte Wärme ab. Keramische Beläge, Parkett und Laminat eignen sich hervorragend für die Böden, die dadurch beispielsweise im Bad, aber auch im ganzen Schlaf- und Wohnbereich schön fusswarm werden. Die recht starke Konvektion wirbelt allerdings auch gerne den Staub vom Boden auf.

SIMPLEX Sockelleiste N BucheSockelleistenheizung

Besonders unauffällig und elegant lässt sich diese Konvektionsheizung problemlos nachrüsten. Die Warmluft der elektrischen Heizung steigt an der Wand nach oben und nimmt dabei auch eventuelle Feuchte aus den Wänden auf. In Bad und Küche sind hingegen in der Regel zu wenig freie Sockelleisten, es sei denn, sie werden um die Einbauten herumgezogen.

DIMPLEX 366870 MFP150W Niedertemperatur-Wandkonvektor 1,5 kWRadiatoren

Sie unterscheiden sich eigentlich nur im Anschluss von den Radiatoren der konventionellen Zentralheizungen, außer dass manche sogar auf Rollen fahrbar sind. Je stärker sie gerippt sind, desto höher der Anteil an Konvektionswärme, die abgegeben wird. Modelle wie der Niedertemperatur-Wandkonvektor DIMPLEX MFP150W mit 1,5 kW Leistung reduzieren die trockene Luft durch vergleichsweise niedrige Oberflächentemperaturen.

DIMPLEX 343890 MP115VAR Natursteinplatte 1150 W Varios Natursteinheizung zur WandmontageNatursteinheizung

Einen höheren Anteil an Strahlungswärme und ein sehr ansprechendes Design bieten beheizbare Wandheizungen aus massivem Stein wie die Natursteinplatte MP115VAR von DIMPLEX in attraktivem Marmor. Diese elektrischen Heizungen werden einfach an Wand oder Decke gehängt, z.B. hinter dem Sofa oder über dem Esstisch.

Infrarot-Quarzheizung Tansun Rio Grande IPInfrarotheizung

Die reine Strahlungswärme der infraroten Strahlen lässt die wärmenden Wellen der Sonne oder eines offenen Feuers nachfühlen. Kompakte, elektrische Heizungen wie die Tansun Rio Grande IP bringen mit 2kW Leistung im Wohnraum oder sogar abends auf der Veranda schnell eine wohltuende Körperwärme. Sehr dekorativ gibt es Infrarotstrahler im Gehäuse aus mattem Glas oder z. B. mit Spiegel, der als Badheizung nicht nur angenehm von vorne wärmt, sondern auch nie beschlägt.

EUROMAC Heizluefter Profi EK 15002Heizlüfter

Elektroheizgeräte mit Ventilator sind sehr leicht, kompakt und transportabel, dafür auch laut. Sie eignen sich für sporadischen Einsatz, zum kurzfristigen Aufheizen in der Garage, Gartenhütte oder einem Kellerraum. Leistungsstarke Kompaktheizer wie der EUROMAC Heizlüfter Profi EK mit einer Leistung von bis zu 15kW finden ihren Einsatz beim Winterbau, in Festzelten, als Frostwächter in Lagerhallen oder ähnliche Zwecke, wo starke Leistung benötigt wird und Gasbrenner nicht eingesetzt werden können.

DIMPLEX 358230 BWP20A Warmwasser-Wärmepumpe 200 LiterWärmepumpen

Die Wärmepumpen sind zwar elektrisch betrieben, zählen aber genau genommen nicht zu den Elektroheizungen. Sie entnehmen die Wärmeenergie der Umwelt in Form von Wasser, Erde oder Luft. Die Zentralheizungen entsprechen in ihrer Charakteristik und ihren Bereitstellungskosten eher den Gas- oder Ölheizungen.

Bei Wasser und Erdwärme erzielen sie ganz passable Wirkungsgrade und stellen damit eine gute Alternative zu fossilen oder nachwachsenden Brennstoffen dar.

Grundsätzliche Überlegungen zur Ökologie und Ökonomie von Strom und elektrischen Heizungen

Strom als Energieträger von elektrischen Heizungen ist für den Endverbraucher die sauberste und unkomplizierteste Energieform: einfache und günstige Installation, keine Verbrennung, keine Abgase, kein CO2- Ausstoß, keine Wartung und keine Bevorratung.

ORANIER Kaminofen Polar Aqua mit Wasser-WärmetauscherEnergie auf Vorrat

Öl, Kohle, Holz und Pellets müssen vor dem Winter eingekauft und eingelagert werden. Das heißt nicht nur vorfinanzieren, sondern erfordert auch Platz und Installationskosten für die Vorratshaltung.

Gas, Fernwärme und Strom dagegen sind leitungsgebunden, was bedeutet, dass nur das geliefert und irgendwann später abgerechnet wird, was tatsächlich verbraucht wurde.

Leitungsverluste

Die notwendige Leitung der Elektrizität bedingt dagegen auch durchaus nennenswerte Leitungsverluste, ein Argument für dezentrale Stromerzeugung, etwa lokal durch Wasserkraft, Wind und Sonne oder ein Blockheizkraftwerk.

Stromerzeugung

Solange die Elektrizität noch wie in Deutschland zu mehr als zwei Dritteln aus fossilen oder nuklearen Brennstoffen mit einem miserablen Wirkungsgrad von 30 – 40 % erzeugt wird, ist Strom als umweltschädlich, ineffektiv und in der Konsequenz eben unwirtschaftlich zu bewerten. Sicher ist es sinnvoll, ausschließlich Ökostrom zu beziehen, aber das ist mehr als Signal denn als Lösung des Problems zu verstehen, da der Gesamtenergiemix der Stromversorger damit nur unwesentlich beeinflusst wird.

Photovoltaikanlage auf dem Dach
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Die Möglichkeiten der allerdings dezentralen Erzeugung aus sich erneuernden Energiequellen wie Sonne, Wind und Wasserkraft machen Strom wiederum zum Hoffnungsträger für zukünftige Lösungen, ebenso wie die Forschungen zu freier Energie.