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Heizkosten sparen

« Heizungen im Preisvergleich »

Energie ist teuer – das gilt auch ganz besonders für Heizenergie. Die können wir aus ganz verschiedenen Heiztechnologien und aus verschiedenen Brennstoffen gewinnen. Was dabei am vorteilhaftesten ist, und wie man durch die Auswahl des richtigen Heizsystems Geld sparen kann, zeigen wir in unserem Beitrag.

Heizsysteme im Vergleich

In früheren Zeiten war die Auswahl an verschiedenen Heizmethoden nicht groß: Zum Kaminofen gab es praktisch keine Alternativen. Als Brennstoffe dienten fast ausschließlich Holz oder Kohle-Briketts.

VIESSMANN VITORONDENS 200-T ÖL-BRENNWERTKESSEL Klassische Heizungsformen

Heute ist das sehr viel anders: Einerseits haben wir die klassischen fossilen Heizungen, wie Ölheizung oder Gasheizung. Moderne Ölkessel und effiziente Gaskessel haben sich aber technisch schon deutlich weiterentwickelt und sind heute sehr sparsam.

So können beispielsweise moderne Gasbrennwertheizungen schon Wirkungsgrade von über 100 % aufweisen: Das bedeutet, es kommt mehr Energie in Form von Wärme heraus, als man überhaupt hineinsteckt.

Biomasse-Heizungen

Daneben spielen heute vor allem Biomasse-Heizungen eine sehr wichtige Rolle. Das hängt vor allem mit ihrer CO2-Belastung zusammen: Holz nimmt im Laufe seines Wachstums CO2 auf. Beim Verbrennen wird dieses dann wieder abgegeben. Es entsteht also kein zusätzliches Kohlendioxid. Das macht Biomasse-Heizungen CO2 neutral – nicht unwichtig in der heutigen Zeit, in der der sogenannte „Hausbrand“ einer der größten Faktoren unserer CO2 Belastung ist. Hier lässt sich nicht nur am Geldbeutel sparen, sondern auch die Umwelt schonen.

Weitere Alternativen

Moderne Technologien haben ebenfalls Einzug gehalten: Dazu gehört die Wärmepumpe als sehr effektive Heizform genauso wie das Heizen mit Infrarot-Heizungen, was deutlich energieeffizienter ist als eine herkömmliche Gasheizung.

VIESSMANN SOLARPAKETE VITOSOL 200-FM, VITOCROSSAL 300 13 KW (M. MISCHER) & VITOCELL 100-U/-BDiese Heizung ist auch in der Anschaffung deutlich günstiger. Die Betriebskosten liegen leider noch immer höher als bei Gas, weil Strom nun einmal ein Vielfaches teurer ist als Gas.

Immerhin kann man ihn selbst erzeugen – etwa mit einer Photovoltaik-Anlage. Das soll in unserem Vergleich allerdings einmal unberücksichtigt bleiben, weil Photovoltaik-Anlagen sehr hohe Anschaffungskosten haben, und zudem immer eigens kalkuliert werden müssen. Das gleiche gilt für eine Heizungsunterstützung mit Warmwasser aus Solarkollektoren.

Auch hier muss man immer gesondert kalkulieren, darum wollen wir auch diese Heizmöglichkeit einmal unberücksichtigt lassen.

Brennstoffzellenheizung

Eine Heizform, die wir uns aber noch ansehen möchten, und vielleicht auch sollten, ist die Brennstoffzellenheizung. Diese Heiztechnologie sagt den meisten wohl nur wenig, da sie eine der modernsten Heizformen überhaupt ist. Brennstoffzellenheizungen erzeugen wie ein kleines Block-Heizkraftwerk Strom und Wärme zur gleichen Zeit, verwendet werden dabei Erdgas und Wasserstoff. Diese Heizungen sind zudem noch intelligent und selbstlernend. Das sorgt dafür, dass sich noch zusätzlich Heizkosten und Brennstoff sparen lassen.

VIESSMANN VITOVALOR 300-P BRENNSTOFFZELLENHEIZUNGDas zu heizende Haus

Wichtig ist bei einem Vergleich natürlich immer, welche Art von Haus man heizen will. Sehr gut gedämmte Häuser, wie etwa ein Niedrigenergiehaus, können mit sehr geringen Energiemengen beheizt werden – die Unterschiede zwischen den einzelnen Heizungsarten fallen dort kaum ins Gewicht. Passivhäuser brauchen gleich überhaupt keine Heizung – höchstens eine sehr kleine Zusatzheizung, die nur in besonderen Ausnahmefällen läuft. Hier bietet sich auch Strom noch als eine kostengünstige und vor allem einfache Alternative an.

Ein wichtiger Unterschied ist auch, ob eine Fußbodenheizung oder Wandheizung betrieben wird. Die Fußbodenheizung hat ein anderes Temperaturprofil und eine andere Heizeffizienz als beispielsweise Wandheizkörper. In unserem Heizungs-Vergleich sind wir deswegen von klassischen Wandheizkörpern ausgegangen.

Heizkosten Vergleich

Beginnen wir zunächst bei den klassischen Heizformen: Ein offener Kamin verbraucht viel Brennmaterial und ist damit die eindeutig schlechteste Heizungsform. Ein Kaminofen ist schon deutlich effizienter. Die Heizkosten hängen hier vom Wärmebedarf ab, und daneben vom Holzpreis, den man für Scheitholz bezahlen muss. Größere Flächen lassen sich mit einem Kaminofen allerdings ohnehin nicht heizen, mehr als rund 10 kW können selten erreicht werden. Das reicht keinesfalls für ein Einfamilienhaus. Viel Sparen werden Sie damit also nicht.

Öl und Gas

Ölheizung und Ölkessel gelten als recht wenig umweltverträgliche Technologie, das gilt auch für moderne Niedrigtemperaturheizungen. Gasbrennwertheizungen sind zwar sehr effizient, der Gaspreis kann aber mit niedrigen Ölpreisen nicht konkurrieren. In der Regel sind solche Heizungen auf lange Sicht teurer als ein moderner Ölkessel mit Brennwerttechnologie. Und das, obwohl ein Gaskessel immerhin bis zu 110 % Energieeffizienz aufweisen kann.

Holz

ATMOS 01.04.1930 HOLZVERGASERVergleicht man mit diesen beiden Heizungen eine Biomasse-Heizung (Holz-Pelletkessel oder Hackschnitzel) so kommt man langfristig bei den Verbrauchswerten auf rund ein Viertel weniger Heizkosten im Vergleich zu einem modernen Ölkessel und fast der Hälfte im Vergleich zum Gaskessel. Langfristig (in unserem Beispiel über 20 Jahre gerechnet) sparen Sie mit Biomasse also deutlich. Noch weniger Heizkosten hat man übrigens mit Hackschnitzeln – da sie ein Abfall- und kein Industrieprodukt wie Pellets sind, liegen die Ersparnisse hier noch einmal rund ein Viertel höher.

Erdwärme

Die Wärmepumpe (in unserem Beispiel eine Erdwärmepumpe) liegt beim Kostenaufwand gar nicht so günstig, wie man zunächst meinen möchte. Stark zu Buche schlagen hier vor allem die hohen Stromkosten, die deutlich höher sind als die Kosten für fossile Energieträger.

Insgesamt sind Wärmepumpen sogar fast auf demselben Niveau wie ein moderner Ölheizkessel, wenn man rein die Heizkosten betrachtet. Wärmepumpen wären eine gute Möglichkeit zum Heizkosten sparen, aufgrund der hohen Strompreise sind sie das in der Praxis dann aber dennoch nicht.

Infrarotwärme

Auch Infrarotheizungen haben mit diesem Problem zu kämpfen. Sie sind sehr viel energieeffizienter als viele andere Heizarten. Praxisversuche haben aber eindeutig gezeigt, dass sich das Kostenniveau einer klassischen Gasheizung kaum unterschreiten lässt (Strom ist immerhin fast viermal so teuer wie Gas).

Wäre Strom kostengünstiger würde diese Variante Menge Heizkosten sparen.

Das alles gilt natürlich langfristig gerechnet. Über 20 Jahre sind die Gesamtkosten deutlich anders, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Was man allerdings immer mit einberechnen muss sind die Anschaffungskosten für die Heizung. Holz-Pelletkessel sind häufig doppelt so teuer wie Ölheizkessel – je nach benötigter Größe und Wärmemenge. Diese Kostendifferenz bei der Anschaffung muss sich ebenfalls wieder amortisieren, was den Unterschied über 20 Jahre hinweg nicht mehr so groß macht.

Brennstoffzelle

Die Brennstoffzellenheizung müssen wir in diesem Beispiel leider ausklammern da moderne Heizungen noch nicht in der Lage sind, den gesamten Bedarf eines Einfamilienhauses zu decken. Eine Brennstoffzellenheizung kann lediglich rund 20 % des Heizwärmebedarfs decken, da sie auch Strom erzeugen muss. Das könnte sich in Zukunft aber ändern, und dann würde sich wohl auch unser Heizung Vergleich etwas ändern.

Ein Überblick zum Heizkosten sparen

Klarer Gewinner in unserem Heizung-Vergleich sind hier die Biomasseheizungen – und zwar nicht nur in ökologischer (CO2-neutral) sondern auch aus kostenmäßiger Hinsicht. Die höheren Anschaffungskosten machen sich über längere Zeiträume hinweg bezahlt, und es bleibt dennoch ein kleiner Kostenvorteil, durch den Sie mit dem Holz-Pelletkessel oder mit der Hackschnitzelheizung sparen können.

Für welches Heizsystem entscheiden Sie sich?
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Lohnender wäre nur eine Infrarotheizung, die man mit selbst erzeugtem Strom (etwa über eine Photovoltaik-Anlage) betreibt. Hier stehen aber hohe Anschaffungskosten dem praktischen Nullverbrauch gegenüber – das muss man immer separat kalkulieren. Klammert man dieses Beispiel aus, gewinnt eindeutig die Biomasse-Heizung mit den Hackschnitzeln, die noch dazu auch relativ preiskonstant sind (anders als Pellets, die als Industrieprodukt laufend teurer werden). Hackschnitzel sind also der beste Tipp zum Heizkosten sparen.